Woher das Erdmagnetfeld kommt
Im äußeren Erdkern, etwa 2.900 bis 5.100 Kilometer tief, strömt flüssiges Eisen. Diese Strömung erzeugt elektrische Ströme, und die erzeugen ein Magnetfeld, das sich selbst aufrechterhält. Fachleute nennen das den Geodynamo.
Von außen betrachtet sieht das Ergebnis aus wie ein großer Stabmagnet im Erdinneren, dessen Achse rund 11 Grad gegen die Rotationsachse gekippt ist. Deshalb fallen magnetischer und geografischer Nordpol nicht zusammen.
Wie stark es ist
Die Zahlen helfen beim Einordnen, weil im Umfeld der Schumann-Resonanz oft Größenordnungen durcheinandergeraten.
| Was | Größenordnung |
|---|---|
| Erdmagnetfeld an der Oberfläche | 25 bis 65 Mikrotesla |
| Kühlschrankmagnet | einige Millitesla |
| MRT-Scanner | 1,5 bis 3 Tesla |
| Schumann-Grundmode | wenige Pikotesla |
Das statische Erdmagnetfeld ist also rund zehn Millionen Mal stärker als das Schumann-Signal. Beide werden häufig in einem Atemzug genannt, gemeint sind zwei verschiedene Dinge.
Was sich gerade verändert
- Der magnetische Nordpol wandert. Er hat sich über Jahrzehnte von Kanada in Richtung Sibirien bewegt, und sein Tempo hat mehrfach gewechselt. 2019 gaben NOAA und der British Geological Survey deshalb ein außerplanmäßiges Update des World Magnetic Model heraus, weil die Vorhersage nicht mehr gut genug zur Messung passte.
- Das Dipolfeld schwächt sich ab. Die ESA gibt aus den Daten ihrer Swarm-Satelliten und aus den Observatorienreihen eine Abnahme von etwa 9 Prozent in den vergangenen rund 200 Jahren an.
- Die Südatlantische Anomalie wächst. Über Südamerika und dem Südatlantik ist das Feld deutlich schwächer. Satelliten schalten dort empfindliche Instrumente ab.
Das Referenzmodell, auf dem diese Aussagen beruhen, ist das International Geomagnetic Reference Field der IAGA (Alken et al., Earth, Planets and Space 2021, doi:10.1186/s40623-020-01288-x).
Polsprung: was belegt ist und was nicht
Belegt ist, dass sich die Pole in der Erdgeschichte vielfach umgekehrt haben. Die letzte vollständige Umkehr liegt rund 780.000 Jahre zurück. Kürzere Ausflüge, sogenannte Exkursionen, kamen häufiger vor, der bekannteste vor rund 41.000 Jahren.
Nicht belegt ist, dass eine Umkehr unmittelbar bevorsteht. Die Abschwächung liegt im Rahmen dessen, was die Feldgeschichte auch ohne Umkehr zeigt. Und für die These, ein Polsprung wirke direkt auf Gesundheit oder Bewusstsein, gibt es keine tragfähige Studienlage. Wir nennen hier deshalb keine Jahreszahl.
Erdmagnetfeld und Schumann-Resonanz auseinanderhalten
Das Erdmagnetfeld ist ein weitgehend statisches Feld aus dem Erdinneren. Die Schumann-Resonanz ist eine sehr schwache Schwingung im Hohlraum zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre, angeregt von Blitzen.
Die Verbindung läuft über die Sonne: Trifft ein koronaler Massenauswurf auf die Magnetosphäre, wird das Erdmagnetfeld gestaucht, die Ionosphäre verändert ihre Leitfähigkeit, und beides ist gleichzeitig sichtbar, im KP-Index und im Spektrogramm.
Was das für feinfühlige Menschen heißt
Die kurzfristigen Schwankungen des Feldes bei einem geomagnetischen Sturm sind messbar und werden dreistündlich veröffentlicht. Den aktuellen Wert und die Vorhersage findest du auf /live-data/.
Ob du sie spürst, ist eine andere Frage. Was dazu an Studien vorliegt und wo die Belege aufhören, steht unter geomagnetische Sensitivität und ausführlich auf /schumann-frequenz/.