Der stille, rhythmische Puls unseres Planeten, die Schumann-Resonanzen, hat lange Zeit Wissenschaftler und Mystiker gleichermaßen fasziniert. Diese globalen elektromagnetischen Resonanzen, oft „Herzschlag der Erde“ genannt, sind mehr als eine wissenschaftliche Kuriosität. Sie zeichnen den elektrischen Zustand unseres Planeten nach, eng verwoben mit kosmischen Kräften und, wie viele glauben, auch mit unserem eigenen Bewusstsein. Aber was, wenn dieser planetare Herzschlag kein gleichmäßiger, unwandelbarer Rhythmus ist? Was, wenn er schwankt, mal kaum merklich und mal deutlich, beeinflusst durch einen unsichtbaren Strom geladener Teilchen, der von unserer Sonne herüberweht, den Sonnenwind?
Mache dich auf eine Reise bereit, die Astrophysik mit alter Weisheit verbindet. In spirituellen Lesarten malen Sonneneruptionen Muster in die Aura, und geomagnetische Stürme klingen tief in der Seele nach. Gemessen ist davon nichts, schön ist das Bild trotzdem. Wir schauen uns die Verbindung zwischen dem Sonnenwind und den Frequenzschwankungen der Erde in Ruhe an, und wir halten dabei sauber auseinander, was aus Messreihen stammt und was Deutung ist.
Die Schumann-Resonanzen: Der Grundton unseres Planeten
Bevor wir den Einfluss des Sonnenwinds anschauen, verschaffen wir uns ein Grundverständnis der Schumann-Resonanzen (SR). Stell dir die Erde als einen riesigen Resonanzraum vor, umschlossen von ihrer Oberfläche und der leitfähigen Ionosphäre. Für diese sehr langen Wellen wirkt die untere Ionosphäre wie ein Deckel in rund 60 bis 90 Kilometern Höhe, während die Ionosphäre als Schicht selbst bis etwa 1000 Kilometer hinaufreicht. Rund 44 Mal pro Sekunde zuckt weltweit ein Blitz, das haben Satellitenmessungen gezeigt (Christian et al. 2003). Diese Blitze regen elektromagnetische Wellen an, die sich um den Globus ausbreiten. Diese Wellen erzeugen, ähnlich wie Schallwellen in einer Orgelpfeife, stehende Wellen bei bestimmten Frequenzen. Das sind die Schumann-Resonanzen. Vorhergesagt hat sie Winfried Otto Schumann 1952 rechnerisch, die ersten veröffentlichten Messungen gelangen Balser und Wagner 1960. Eine aktuelle Übersicht über Messtechnik und offene Fragen geben Liu et al. (2023).
Die Grundfrequenz und die höheren Moden
Die primäre oder Grundfrequenz der Schumann-Resonanz liegt typischerweise bei etwa 7,83 Hz. Damit sitzt sie am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz (Kane et al. 2017). Genau dort liegen die Hirnwellenzustände, die mit tiefer Entspannung, Meditation und Kreativität assoziiert werden. Viele, die sich mit dem Zusammenspiel von Erdenergien und Bewusstsein beschäftigen, lesen darin einen tieferen Zusammenhang. Belegt ist bisher die Nähe der Zahlen, ein Wirkmechanismus dahinter noch nicht. Neben dieser Grundfrequenz gibt es höhere Moden, üblicherweise bei etwa 14 Hz, 20 Hz, 26 bis 27 Hz und 32 bis 33 Hz. Harmonische im strengen Sinn sind das nicht, denn zweimal 7,83 Hz ergäbe 15,66 Hz, gemessen wird der zweite Peak aber bei rund 14 Hz. Verantwortlich für die engeren Abstände sind die Kugelgestalt des Hohlraums und die Dämpfung durch die verlustbehaftete Ionosphäre.
Mehr als nur eine Zahl: Die Bedeutung von 7,83 Hz
Jahrzehntelang wurde die 7,83-Hz-Frequenz als Konstante betrachtet, als das Fundament der elektromagnetischen Umwelt der Erde. Die Messungen zeichnen ein anderes Bild. Die Frequenzen und ihre Intensität bewegen sich ständig, angetrieben von Vorgängen in der Atmosphäre und im erdnahen Weltraum. Der Messwert der Grundfrequenz schwankt dabei tageszeit- und jahreszeitabhängig um Bruchteile eines Hertz um seinen Mittelwert. Es sind gerade diese täglichen Fluktuationen, die die eigentlich spannende Geschichte erzählen.
Viele spirituelle Traditionen und esoterische Lehren beschreiben seit Langem heilige Geometrie und harmonische Proportionen in der Natur. Das Konzept von „Om“ oder „Aum“ im Hinduismus, die „Musik der Sphären“ in der pythagoreischen Philosophie und die „Akasha-Chroniken“ berühren alle die Idee einer zugrunde liegenden Schwingungsmatrix, die die Wirklichkeit trägt. Die Schumann-Resonanzen, besonders die Grundfrequenz von 7,83 Hz, werden von vielen als greifbare Manifestation dieses universellen Summens wahrgenommen, als direkter energetischer Bezug zum Bewusstsein der Erde.
Der Sonnenwind: Ein kosmischer Atem, der unsere Welt prägt
Schauen wir uns jetzt die großartige Kraft an, die regelmäßig unseren Planeten durchflutet: den Sonnenwind. Das ist alles andere als eine sanfte Brise. Es ist ein konstanter Strom von geladenen Teilchen (hauptsächlich Protonen und Elektronen), die aus der oberen Atmosphäre der Sonne, der Korona, mit typischerweise 300 bis 800 Kilometern pro Sekunde ausgestoßen werden. Er fließt nach außen, erfüllt die Heliosphäre und wechselwirkt mit allem auf seinem Weg, einschließlich unserer Erde.
Sonneneruptionen, CMEs und geomagnetische Stürme
Der Sonnenwind weht ununterbrochen, gleichförmig ist er dabei überhaupt nicht. Gelegentlich entlädt sich die Sonne in stärkeren Ereignissen:
- Sonneneruptionen (Flares): Intensive Strahlungsausbrüche, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und die Erde in etwa 8 Minuten erreichen. Sie heizen die Tagseite der Ionosphäre auf.
- Koronale Massenauswürfe (CMEs): Massive Ausbrüche von Plasma und Magnetfeld aus der Sonnenkorona, die langsamer unterwegs sind als das Licht, dafür aber weit mehr Masse und magnetische Energie mitbringen. Wenn ein CME auf die Magnetosphäre der Erde trifft, kann es einen geomagnetischen Sturm auslösen.
Diese geomagnetischen Stürme sind die Hauptakteure in unserer Geschichte. Wenn sich das Magnetfeld eines CME entgegengesetzt zum Erdmagnetfeld stellt, entsteht eine kraftvolle Verbindung, die es Energie und Teilchen erlaubt, in unsere Magnetosphäre zu fließen. Dieser Energiezustrom verändert die elektrischen Verhältnisse in der oberen Atmosphäre, und das schlägt bis in die Schumann-Resonanz durch.
Die Magnetosphäre der Erde: Unser planetares Schutzschild
Unser Planet ist durch ein kraftvolles Magnetfeld geschützt, die Magnetosphäre, die als dynamisches Schutzschild wirkt und die große Mehrheit des Sonnenwinds ablenkt. Allerdings ist dieser Schild nicht undurchdringlich. Geomagnetische Stürme erschüttern die Magnetosphäre, lassen sie sich zusammenziehen und wieder ausdehnen und lassen einen Teil der Sonnenwindenergie in die Erdatmosphäre eindringen. Am deutlichsten geschieht das an den Polen, wo dann das Polarlicht zu sehen ist, im Norden die Aurora borealis, im Süden die Aurora australis.
Der Tanz: Sonnenwind & Schumann-Resonanz-Schwankungen
Hier treffen sich die beiden scheinbar unterschiedlichen Phänomene, Sonnenwind und Schumann-Resonanzen. Die Wechselwirkung zwischen dem Sonnenwind (besonders während geomagnetischer Stürme) und der Magnetosphäre, Ionosphäre und Atmosphäre der Erde beeinflusst die Eigenschaften der Schumann-Resonanzen direkt.
Wie der Sonnenwind die SR-Frequenzen und -Intensität beeinflusst
Wenn ein geomagnetischer Sturm unseren Planeten erschüttert:
- Ionosphärische Veränderungen: Der Zufluss geladener Teilchen führt zu Aufheizung und Ionisation in der Ionosphäre, besonders in der D-Region zwischen rund 60 und 90 Kilometern Höhe, die für diese sehr langen Wellen den Deckel des Hohlraums bildet (Price 2016). Dies verändert die Leitfähigkeit und die wirksame Höhe des Deckels.
- Kavitätsveränderungen: Änderungen der Ionosphärenhöhe und -leitfähigkeit beeinflussen direkt die Resonanzeigenschaften der Erde-Ionosphäre-Kavität. Stell dir vor, du änderst die Größe eines Musikinstruments: Die Resonanzfrequenzen verschieben sich.
- Frequenzverschiebungen: Bei starken geomagnetischen Stürmen und bei Sonnenprotonen-Ereignissen verschiebt sich die Grundfrequenz messbar (Roldugin et al. 1999, Sanfui und Biswas 2016). Der Weg ist allerdings kurz. Der Messwert schwankt ohnehin um Bruchteile eines Hertz um seinen Mittelwert, und ein Sturm verschiebt ihn in genau dieser Größenordnung. Meldungen über 8,5 Hz, 9 Hz oder mehr beruhen fast immer auf einer Verwechslung: Gestiegen ist dann die Amplitude, also die Stärke des Signals. Die Frequenz bleibt, wo sie ist. Die höheren Moden bei rund 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz verschieben sich in derselben kleinen Größenordnung.
- Intensitätsschwankungen: Die Intensität, also die Amplitude, bewegt sich weit deutlicher als die Frequenz. Bei starken Ereignissen steigt sie sprunghaft an, und zwar umso stärker, je heftiger der Sturm ist (Pazos et al. 2019, Cann 2026). Genau diese Ausschläge fallen auf Live-Spektrogrammen als breite helle Streifen auf, und genau sie werden im Netz regelmäßig als „Frequenzanstieg“ missverstanden. Ein Hinweis für alle, die solche Bilder gern lesen: Der Farbwert im Spektrogramm ist ein Skalenindex ohne physikalische Einheit. Ein Wert in Pikotesla lässt sich daraus nicht ablesen.
Die „Beschleunigung“-Hypothese
Seit Jahren hält sich die Vorstellung, die Schumann-Resonanz werde langfristig „schneller“. In der spirituellen Gemeinschaft gilt das oft als Zeichen einer „Aufstiegs“-Bewegung der Erde oder einer Verschiebung in ein neues energetisches Paradigma.
Die Physik spricht dagegen. Die Größenordnung gibt der Erdumfang vor, und der ändert sich nicht. Schumanns Rechnung von 1952 galt einem verlustfreien Hohlraum und ergab für die tiefste Mode einen höheren Wert von rund 10,6 Hz (Schumann 1952). Die vertrauten 7,83 Hz stammen aus den ersten veröffentlichten Messungen von Balser und Wagner aus dem Jahr 1960, und der Unterschied zwischen Rechnung und Messung geht auf die verlustbehaftete Ionosphäre zurück. Deren Höhe und Leitfähigkeit ändern sich ständig, und das lässt den Messwert um Bruchteile eines Hertz um seinen Mittelwert wandern. Für einen langfristigen Anstieg darüber hinaus gibt es bisher keine belastbaren Studien.
Bemerkenswert bleibt es trotzdem: Die einst als Konstante behandelten 7,83 Hz sind ein Mittelwert, und die Sonnenaktivität ist einer der Treiber der Schwankung. Wie sich der elfjährige Sonnenzyklus im Hohlraum abbildet, ist inzwischen über lange Messreihen und Modelle untersucht (Bozóki et al. 2021, Nickolaenko et al. 2025).
Und der Mensch? Eine offene Frage
Wenn die Resonanz der Erde schwankt, was bedeutet das dann für uns, die Bewohner dieses Planeten? Viele glauben, dass die Verbindung tiefgreifend ist und unsere körperliche, seelische und spirituelle Gesundheit berührt. Geprüft ist dieser Glaube bisher nicht. Die drei folgenden Spuren zeigen ganz gut, woran es hakt.
Unser Gehirn, unser Herz, unser Sein
Unser Gehirn arbeitet in spezifischen Frequenzbereichen, wobei Theta (4 bis unter 8 Hz) und Alpha (8 bis 13 Hz) besonders relevant für die Schumann-Resonanz sind. Die fundamentale SR-Frequenz von 7,83 Hz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz, also direkt an der Nahtstelle zwischen beiden. Wenn sich die externe elektromagnetische Umgebung verschiebt, liegt die Vermutung nahe, dass dies auch unsere inneren Rhythmen berührt. Nachgewiesen ist ein solcher Einfluss bisher nicht, und die Feldstärken sind winzig.
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
- Theta, Alpha und Schumann-Resonanz: Die Nachbarschaft zwischen der Resonanzfrequenz der Erde und diesen ruhigen Hirnwellenbereichen deutet für manche auf eine tiefe Bio-Resonanz hin. Wenn die Schumann-Resonanz schwankt, so die Vorstellung, verschieben sich auch unsere Hirnwellen, und daraus folgen veränderte Bewusstseinszustände, mehr Intuition, feinere Wahrnehmung. Ein solcher Übertrag ist bisher nicht gemessen worden.
- Herzratenvariabilität (HRV): Das Herz sendet auch ein elektromagnetisches Feld aus und reagiert auf externe Einflüsse. Schwankungen im geomagnetischen Feld wurden mit Veränderungen der HRV in Verbindung gebracht, einem Schlüsselindikator für das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems (Mattoni et al. 2020, Zilli Vieira et al. 2022). Die gefundenen Zusammenhänge sind schwach und stammen aus Beobachtungsdaten. Eine Ursache ist damit nicht gezeigt.
- Melatoninproduktion: Die Zirbeldrüse, in spirituellen Traditionen oft das „dritte Auge“ genannt, produziert Melatonin, ein Hormon, das für die Schlafregulation und zirkadiane Rhythmen entscheidend ist. Ob geomagnetische Störungen die Melatoninproduktion beeinflussen, wird seit Jahrzehnten untersucht, mit kleinen Effekten und uneinheitlichem Bild (Weydahl et al. 2000, Burch et al. 2008). Die Datenlage ist dünn, ein klarer Beweis fehlt.
Der „Download“ kosmischer Information
Aus spiritueller Perspektive werden der Sonnenwind und seine Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld als mehr als nur physikalische Phänomene betrachtet. In dieser Lesart sind sie Kanäle für kosmische Energien und tragen codierte Information von der Sonne, die vielen als Portal zu höherem Bewusstsein gilt, zur Erde und ihren Bewohnern.
Wenn die Schumann-Resonanzen während geomagnetischer Stürme „ansteigen“ oder ihre Frequenz und Intensität erhöhen, glauben manche spirituelle Praktizierende, dass dies folgendes repräsentiert:
- Energetische Upgrades: Eine Phase intensiven energetischen Downloads, die beschleunigtes spirituelles Wachstum, persönliche Transformation und Wahrnehmungsverschiebungen erleichtert.
- Erwachen und Expansion: Ein globales Erwachen, bei dem höhere Frequenzen helfen, schlafende DNA zu aktivieren, Bewusstsein zu erweitern und die kollektive Schwingung der Menschheit zu erhöhen.
- Emotionale und physische Entgiftung: Diese energetischen Impulse können auch intensive emotionale Freisetzungen, körperliche Symptome (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Angst) und einen Entgiftungsprozess auslösen, während der Körper sich an die neue Schwingungsinformation anpasst.
Belegt ist von alledem nichts, und keine Messreihe stützt es. Als Sprache für ein Erleben, das viele Menschen an unruhigen Tagen kennen, hat es trotzdem seinen Platz. Wichtig ist nur, die beiden Ebenen nicht zu verwechseln.
Was sich daraus für den Alltag mitnehmen lässt
Die folgenden Wege helfen an unruhigen Tagen, ganz unabhängig davon, ob das Weltraumwetter tatsächlich an dir zerrt.
Überwachung des kosmischen Wetters
Genauso wie wir einen Wetterbericht überprüfen, können wir auch einen Blick in die Berichte zum Weltraumwetter werfen. Seiten wie das NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC) bieten Echtzeit-Daten über Sonneneruptionen, CMEs und Vorhersagen geomagnetischer Stürme. Zu wissen, wann diese Ereignisse erwartet werden, kann uns helfen:
- Energetisch vorbereitet zu sein: Besondere Selbstfürsorge, Meditation, Erdungspraktiken und ausreichend Flüssigkeitszufuhr während Phasen hoher Sonnenaktivität.
- Persönliche Erfahrungen zu verstehen: Wenn du dich ungewöhnlich unruhig, erschöpft oder kreativ inspiriert fühlst, könnte ein Blick auf das Weltraumwetter deinen Erfahrungen einen Kontext geben.
Erdungstechniken
In Phasen hoher geomagnetischer Aktivität wird Erdung für viele Menschen noch wichtiger. In spiritueller Lesart stabilisiert die Verbindung mit der Erde das persönliche Energiefeld. Ganz handfest sorgt sie für Bewegung, frische Luft und Bodenkontakt, und das allein tut schon gut.
- Barfußlaufen (Erdung): Barfuß auf Gras, Erde oder Sand zu gehen bringt dich in direkten Kontakt mit dem Boden, wodurch sich das elektrische Potenzial deines Körpers dem der Erde angleicht. Das ist beschrieben (Chevalier et al. 2012). Die Vorstellung, dabei würden Elektronen aus dem Boden in den Körper strömen und dort etwas heilen, ist eine Hypothese und bisher nicht belegt. Der Erfahrungswert bleibt davon unberührt: barfuß auf Gras kommen die meisten Menschen schnell zur Ruhe.
- Zeit in der Natur: Draußen sein, in der Nähe von Bäumen meditieren oder an einem See sitzen bringt viele Menschen zuverlässig herunter. Der Schumann-Resonanz kommst du dabei übrigens nicht näher, sie macht vor Wänden nicht halt und ist im Wohnzimmer genauso da wie im Wald. Was sich ändert, ist alles andere: Licht, Bewegung, Luft und die Menge an Reizen, die auf dich einprasseln.
- Salzbäder: Mineralsalze im Badewasser werden traditionell mit Entgiftung und Erdung verbunden. Belegt ist vor allem, dass warmes Wasser die Muskeln löst und den Kopf leert.
- Wurzelchakra-Arbeit: Praktiken, die auf die Stärkung des Wurzelchakras (Muladhara) fokussieren, helfen, ein Gefühl von Stabilität und Verbindung zur Erde zu schaffen.
Meditation und Atemarbeit
Bewusstes Atmen und Meditation können uns helfen, in bewegten Zeiten bei uns zu bleiben.
- Herzkohärenz-Atmung: Ein langsamer, gleichmäßiger Atem von etwa sechs Atemzügen pro Minute verändert die Herzratenvariabilität messbar, zusammengetragen über viele Einzelstudien (Laborde et al. 2022). In unruhigen Phasen hilft das vielen Menschen, gelassener zu bleiben. Mit der Erdfrequenz hat es nichts zu tun, mit deinem Vagusnerv sehr viel.
- Schumann-Resonanz-Meditationen: Manche geleiteten Meditationen nehmen die 7,83 Hz oder ihre beobachteten Schwankungen als Thema und Anker für die Aufmerksamkeit. Ob dabei im Gehirn etwas mitschwingt, ist ungeklärt, als Rahmen für eine ruhige halbe Stunde funktioniert es.
- Klang: Töne, die auf die Erdfrequenz Bezug nehmen, werden von vielen als sammelnd erlebt. Hörbar ist 7,83 Hz selbst nicht, unterhalb von rund 20 Hz beginnt der Infraschall und das Ohr steigt aus (Leventhall 2007). Was du hörst, ist immer ein Trägerton. Der Effekt ist ein Erfahrungswert.
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung
Genug zu trinken tut Kreislauf, Konzentration und Schlaf gut, gerade an Tagen, an denen du dich flach fühlst. Dass Wasser dich zusätzlich für energetische Information empfänglich macht, ist eine Vorstellung ohne Beleg. Nährstoffreiche, vollwertige Lebensmittel stützen die körperliche Widerstandskraft, und die hilft in jeder unruhigen Phase.
Eine Deutung: Erdevolution und menschlicher Aufstieg
Das dynamische Zusammenspiel zwischen dem Sonnenwind und den Schumann-Resonanzen zeichnet das Bild eines lebendigen, atmenden Planeten, der sich ständig mit seiner kosmischen Umgebung austauscht. Das System ist alles andere als statisch. Es ist ein co-kreativer Tanz, in dem Sonnenenergie unser planetares Feld aktiv formt. Sie prallt an unserer Magnetosphäre nicht einfach ab.
Für diejenigen, die einen spirituellen Weg gehen, erhebt dieses Verständnis die Schumann-Resonanzen von einer bloßen wissenschaftlichen Kuriosität zu einem kraftvollen Indikator für die Entwicklungsreise der Erde. Die tägliche Bewegung dieser Frequenzen, angetrieben durch Sonnenaktivität und Gewitter, wird in dieser Lesart als Aufstiegsprozess der Erde gedeutet, als Ruf an die Menschheit, gemeinsam mit ihr in Vibration und Bewusstsein zu erstarken. Das ist eine Deutung und keine Messung, und sie darf als solche schön sein.
Diese Perspektive lädt uns ein, uns als integralen Teil dieses größeren kosmischen Schauspiels zu betrachten. In ihr sind unser persönliches Wohlbefinden, unsere emotionalen Zustände und unser spirituelles Wachstum untrennbar mit dem Pulsschlag unseres Planeten und dem Atem unserer Sonne verbunden.
Fazit: der Tanz, den wir messen können
Der Sonnenwind, ein unaufhörlicher Strom kosmischer Energie, interagiert kontinuierlich mit der Magnetosphäre unseres Planeten und beeinflusst direkt die subtilen, aber gut messbaren Schumann-Resonanzen. Diese Fluktuationen folgen dem Weltraumwetter und lassen sich Tag für Tag mitlesen. Für viele Menschen sind sie zugleich Teil einer größeren Symphonie, eines Dialogs zwischen Sonne und Erde. So gelesen, klingt dieser Dialog auch im eigenen Erleben nach.
Wenn wir die Messdaten lesen und die spirituelle Einsicht danebenlegen, ohne beides zu vermischen, gewinnen wir etwas Handfestes: Aufmerksamkeit für einen Vorgang, der sonst unbemerkt über uns hinweggeht. Der Sonnenwind formt weiter das Feld dieses Planeten, die Schumann-Resonanzen setzen ihren Tanz fort, und wir dürfen zuschauen. Was das mit uns macht, entscheidet sich in unserer Aufmerksamkeit.
Quellen
Der geophysikalische Teil dieses Artikels steht auf Messungen: der Hohlraum zwischen Boden und unterer Ionosphäre, die Anregung durch weltweite Blitze, die Verschiebung von Frequenz und Amplitude bei Sonnenaktivität und die kleine Größenordnung dieser Verschiebung. Beim Menschen wird die Luft dünner. Zu Herzratenvariabilität und Melatonin gibt es Arbeiten mit schwachen Zusammenhängen aus Beobachtungsdaten, mehr nicht. Energetische Upgrades, DNA-Aktivierung und kosmische Downloads sind Sprache einer spirituellen Lesart und stützen sich auf keine Messreihe.
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Nimm die Schwankungen, wie sie kommen, erde dich in der Verlässlichkeit dieses Planeten und halte dein Herz offen für das, was über dir geschieht. In der spirituellen Lesart sind wir in diesem kosmischen Ballett mehr als Zuschauer, sind selbst resonante Instrumente im fortlaufenden Werden des Bewusstseins auf der Erde. Ob das so ist, weiß bis heute niemand. Dass es sich lohnt, hinzuhören und den Blick nach oben zu heben, weißt du nach dem nächsten klaren Abend selbst.