Pillar · Wissenschaft
Die Schumann-Frequenz: was sie ist, woher sie kommt, was gemessen ist
Vorhergesagt 1952, zuerst gemessen 1960. Was an der Frequenz der Erde belegt ist, was offen bleibt, und woran man das erkennt.
Was du wissen solltest
- Schumann leitete die Resonanzen 1952 theoretisch her (Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154, DOI 10.1515/zna-1952-0202). Für den verlustfreien Hohlraum liefert die Formel rund 10,6 Hz. Gemessen werden rund 7,8 Hz, weil der Hohlraum Energie verliert.
- Die erste veröffentlichte Messung stammt von Balser und Wagner, Nature 188, 638-641 (1960). Deren eigene Arbeit vom Januar 1960 fand noch keinen belastbaren Hinweis auf die Resonanzen.
- Nach dem IFCN-Glossar für klinisches EEG liegt Theta bei 4 bis unter 8 Hz und Alpha bei 8 bis 13 Hz. 7,83 Hz liegt damit im oberen Theta-Band, knapp unter der Alpha-Grenze.
- Rund 2.000 Gewitter sind weltweit gleichzeitig aktiv (Price 2016). Satellitenzählungen ergeben rund 44 Blitze pro Sekunde. Die verbreitete Angabe von 50 bis 100 geht auf eine Schätzung von 1925 zurück.
- Die Schumann-Amplitude, die wir täglich veröffentlichen, trägt keine Einheit. Wir lesen sie von der beschrifteten Achse der Tomsk-Kurven ab und schreiben das auf /api/live-data.txt ausdrücklich dazu.
01 · Sektion
Wer war Winfried Otto Schumann: die Geschichte hinter der Zahl
Am 1. Februar 1952 erschien in der Zeitschrift für Naturforschung A eine Arbeit mit dem Titel "Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist". Autor: W. O. Schumann, Elektrophysikalisches Institut der Technischen Hochschule München, Band 7, Heft 2, Seiten 149 bis 154, DOI 10.1515/zna-1952-0202.
Die Idee dahinter ist anschaulich. Erde und Ionosphäre bilden zusammen einen Hohlraum, in dem elektromagnetische Wellen stehende Muster ausbilden können, ähnlich wie Luft in einer Orgelpfeife. Schumann rechnete aus, bei welchen Frequenzen das passieren muss.
Für den idealisierten, verlustfreien Fall liefert die Formel für die tiefste Mode rund 10,6 Hz (Liu et al. 2023); Price nennt 2016 gerundet 10 Hz für Schumanns eigene Erwartung. Gemessen werden dann rund 7,8 Hz. Der Grund für die Lücke: der Hohlraum ist kein perfekter Resonator. Die Wände leiten endlich gut, Energie geht verloren, das System schwingt tiefer, und die Peaks werden breiter als im Idealfall (Price 2016).
Oft liest man stattdessen die einfache Rechnung Lichtgeschwindigkeit geteilt durch Erdumfang. Sie ergibt rund 7,5 Hz und landet damit näher am Messwert. Sie ist trotzdem eine Näherung und keine Herleitung: sie lässt den Geometriefaktor und die Dämpfungsverluste gleichzeitig weg, und die beiden Fehler heben sich teilweise gegenseitig auf. Wer sie benutzt, sollte das dazusagen. Wir haben es hier lange nicht dazugesagt.
Zwei Korrekturen in eigener Sache: an dieser Stelle stand früher "Annalen der Physik". Richtig ist die Zeitschrift für Naturforschung A. Und Schumann veröffentlichte 1952 mindestens drei Texte zum Thema, darunter einen über die Dämpfung des Systems Erde-Luft-Ionosphäre (Z. Naturforsch. 7A, 250). Welche davon den Zahlenwert zuerst druckt, konnten wir nicht klären: die Volltexte liegen hinter Verlagsschranken, wir haben nur die bibliografischen Datensätze geprüft.
Gemessen hat Schumann die Frequenzen selbst nie. Er beschrieb sie als Vorhersage.
02 · Sektion
Wer die Resonanz zuerst gemessen hat, und was 1954 wirklich geschah
Im deutschsprachigen Netz kursiert der Satz, Herbert König habe die Schumann-Resonanz 1954 experimentell nachgewiesen. Bis zum 28.08.2026 stand er in ähnlicher Form auch auf dieser Seite. Er stimmt in drei Punkten nicht.
Erstens: die Arbeit von 1954 hat zwei Autoren, und Schumann steht vorne. W. O. Schumann und H. König, "Über die Beobachtung von 'atmospherics' bei geringsten Frequenzen", Die Naturwissenschaften 41(8), 183-184, DOI 10.1007/BF00638174. Wir haben davon nur den bibliografischen Datensatz gesehen, der Verlag gibt den Text nicht frei.
Zweitens: der Titel spricht von Beobachtung, nicht von Nachweis. Beobachtet wurden "atmospherics", also die elektromagnetischen Signale von Blitzen. Ein Resonanznachweis wird dort dem Titel nach nicht behauptet. Colin Price fasst die Rolle in seiner Übersicht 2016 so zusammen: Schumann habe gemeinsam mit König als Erster versucht, die Resonanzfrequenzen zu messen, erfolglos.
Drittens: sechs Jahre später galt die Frage noch als offen. Am 26. Januar 1960 ging beim National Bureau of Standards eine Arbeit von M. Balser und C. A. Wagner ein. Sie hatten im Herbst 1959 in New Hampshire das Rauschen zwischen 50 und 100 Hz aufgezeichnet. Ihr Ergebnis: "No statistically significant evidence of these cavity effects was found." Die entscheidenden Tests stünden noch aus. Die schönste Zeile ist ihre eigene Selbstkritik: ein Peak, den sie fast schon glaubten, sei wohl eher "another demonstration of how easy it is to find nonexistent periodicities in spectra". Die Arbeit liegt frei beim NIST.
Bemerkenswert am Rande: das Literaturverzeichnis dieser Arbeit hat genau vier Einträge, und die Arbeit von 1954 steht nicht darunter. Ob die beiden sie kannten und für unzureichend hielten oder schlicht nicht kannten, sagt die Quelle nicht.
Die erste veröffentlichte Messung erschien im November 1960: Balser und Wagner, "Observations of Earth-Ionosphere Cavity Resonances", Nature 188(4751), 638-641, DOI 10.1038/188638a0. Liu und Kollegen beschreiben sie 2023 als die erste Publikation von Bodenbeobachtungen, die die ersten fünf Eigenmoden charakterisiert. Den Volltext haben wir nicht bekommen, er liegt hinter einer Bezahlschranke.
Und Herbert König? Den gab es, und er hat zum Thema ELF und Mensch geschrieben. Belegen können wir zwei Buchkapitel von 1974 bei Springer, darunter "Behavioural Changes in Human Subjects Associated with ELF Electric Fields" (DOI 10.1007/978-1-4684-9004-6_4). Auch davon haben wir nur die Metadaten: Versuchspersonen, Design, Feldstärken, Verblindung, Replikation sind uns unbekannt. Diese Kapitel sind die historische Wurzel der Behauptung, dass ELF-Felder auf Menschen wirken. Ein Beleg dafür sind sie nicht.
Die wissenschaftshistorische Fachdarstellung zum Thema ist Besser (2007), Radio Science 42(2), DOI 10.1029/2006RS003495. Wir führen sie als Hinweis, weil wir sie trotz mehrerer Anläufe nicht öffnen konnten.
03 · Sektion
Wie der Resonator arbeitet, und welche Zahlen dabei herauskommen
Die Wände. Unten die Erdoberfläche, gut leitend durch Wasser und feuchten Boden. Oben wird es interessanter: eine scharfe Spiegelfläche gibt es dort nicht. Die elektrische Leitfähigkeit nimmt mit der Höhe kontinuierlich zu. Modelle beschreiben sie mit zwei Skalenhöhen und einem Knick bei rund 50 km, dort wo Verschiebungsstrom und Leitungsstrom gleich groß werden (Simoes et al. 2011). Für ELF-Wellen zwischen 3 und 300 Hz liegt der maßgebliche Übergang bei 40 bis 50 km (Liu et al. 2023). Jede Höhenangabe für die "Reflexionsschicht" ist deshalb eine Modellgröße.
Der Anstoß. Blitze. Zu jedem Zeitpunkt sind weltweit rund 2.000 Gewitter aktiv (Price 2016). Jeder Blitz ist ein Strompuls mit breitbandiger Strahlung, und in einem Hohlraum regen solche Pulse bevorzugt die Eigenmoden an, wie ein Schlag auf eine Glocke.
Warum daraus Resonanz wird. Unterhalb von 100 Hz beträgt die Dämpfung nur 0,5 Dezibel pro Megameter. Die Welle eines einzelnen Blitzes kann die Erde deshalb mehrfach umrunden, bevor sie im Untergrundrauschen verschwindet. Gegenläufig umlaufende Wellen überlagern sich konstruktiv, und bei den Eigenfrequenzen verstärkt sich das Signal (Price 2016).
Wie stark ist das Feld? Winzig. Die elektrische Feldstärke liegt in der Größenordnung von 300 Mikrovolt pro Meter, das statische Schönwetterfeld der Atmosphäre dagegen bei rund 100 Volt pro Meter nahe der Oberfläche (Simoes et al. 2011). Zur Einheit eine Einschränkung: die Primärquelle für die 300 war für uns nicht auffindbar, die Zeitschrift ist eingestellt. Simoes und Kollegen geben für den Boden 0,3 Millivolt pro Meter pro Wurzel-Hertz an, zahlengleich mit 300, aber mit einer Normierung, die in der Kurzform fehlt. Magnetisch sind es "einige Pikotesla", rund 70 Dezibel unter dem Erdmagnetfeld von 25 bis 65 Mikrotesla (Tatsis et al. 2020). Die glatte Angabe "1 Pikotesla" haben wir in keiner selbst gelesenen Quelle gefunden.
Dieselbe Arbeit liefert die anschaulichste Zahl dieser Seite: der künstliche ELF-Untergrund in Städten liegt bei 0,05 bis 0,2 Mikrotesla, also bei 50.000 bis 200.000 Pikotesla. Rund fünf Größenordnungen über dem Schumann-Signal. Deshalb stehen Messstationen in unbewohnten Gegenden. Das ist eine Aussage über Messtechnik, über Biologie sagt sie nichts.
Gütefaktor Q. Price nennt 2016 ein Q von 4 bis 6 und stützt sich dabei auf ein Buch, das wir nicht öffnen konnten. Chand und Kollegen tragen 2009 das Q der zweiten Mode auf einer Achse von 6 bis 13 auf. Balser und Wagner errechneten 1960 ein "optimistisches" Q von etwa 10 und verwarfen es im selben Absatz selbst. Eine einzige Zahl "der Gütefaktor" gibt es also nicht.
Wie oft läuft die Welle um die Erde? Rechnerisch 7,48-mal pro Sekunde: Lichtgeschwindigkeit geteilt durch 40.075 km Äquatorumfang. Die verbreitete Angabe "etwa achtmal" ist eine Aufrundung davon, die wir in keiner gelesenen Fachquelle finden. Interessanter ist ohnehin, wie oft sie umläuft, bevor sie verklingt, und das hängt am Gütefaktor. Für die Grundmode werden Werte um 4 bis 6 genannt, an einer einzelnen Station wurden für die zweite Mode auch 6 bis 13 gemessen. Eine einzelne Zahl gibt die Literatur hier nicht her.
Die höheren Moden. Hier stand lange die Reihe 7,83 / 14,3 / 20,8 / 27,3 / 33,8 Hz. Sie deckt sich exakt mit der deutschen Wikipedia, und in keiner gemessenen Reihe, die wir gelesen haben, kommen 27,3 oder 33,8 Hz vor. Gemessen wurde:
- Balser und Wagner 1960, referiert bei Tatsis et al. 2020: 7,8 / 14,1 / 20,3 / 26,4 / 32,5 Hz
- Satellit C/NOFS im Bodenvergleich, Simoes et al. 2011: 7,9 / 14,1 / 20,6 / 26,8 / 32,9 Hz
- Observatorium Eskdalemuir, sieben Jahre, Musur und Beggan 2019: rund 8 / 14 / 20 / 27 / 32 Hz
Drei Stationen, drei Reihen. Eine kanonische Tabelle "der" Schumann-Frequenzen gibt es nicht. Wir nennen deshalb ab jetzt Spannen: rund 7,8 / 14 / 20 / 26 bis 27 / 32 bis 33 Hz.
Und wie sehr wandert das alles? In Eskdalemuir liegt die Grundmode im Winter über 8 Hz und im Sommer unter 7,9 Hz. Die Intensität hat im Tagesgang drei Maxima gegen 08:00, 14:00 und 20:00 UT, passend zu den Gewitterzentren Asien, Afrika und Amerika. Chand und Kollegen messen für die erste Mode eine Schwankung von 1,9 bis 4,2 Prozent und zitieren eine ältere Beobachtung, nach der sich Nord-Süd- und Ost-West-Komponente um 0,5 bis 1,8 Hz unterscheiden; diese ältere Angabe haben wir nicht an der Quelle geprüft. Wenn sie stimmt, sagt sie etwas Unbequemes: wie man misst, verändert die Zahl stärker als wann man misst. Und Eskdalemuir ist eine einzige Station, deren zwei Spulen sogar gegenläufige Muster sehen.
Wie es gerade aussieht, siehst du auf /live-data/.
04 · Sektion
Vier Zahlen, die oft falsch zitiert werden
Diese vier Angaben laufen seit Jahrzehnten durch Artikel, Foren und Übersichtsarbeiten. Zwei davon standen bis zum 28.08.2026 auch hier.
1. "Etwa 50 bis 100 Blitze pro Sekunde." Die Zahl geht auf eine Schätzung von 1925 aus Gewittertagszählungen zurück. Der Optical Transient Detector der NASA maß im ersten Jahr 36,8 Blitze pro Sekunde im Mittel, 54,4 im Nordsommer, 28,6 im Minimum, und das Team schreibt selbst, das sei weniger als die Hälfte der traditionellen 100. Über den vollen Messzeitraum ausgewertet (Christian et al. 2003) sind es rund 44 pro Sekunde; diese Arbeit war für uns diesmal nicht abrufbar. Fairerweise: die 50 sind keine Erfindung von Esoterik-Seiten. Price schreibt 2016 in einer begutachteten Übersicht "~50 lightning flashes per second" und verweist dafür ausgerechnet auf Christian et al. 2003. So wandern gerundete Zahlen bis in die Fachliteratur.
2. "7,83 Hz liegt im Alpha-Band." Nach dem IFCN-Glossar (Kane et al. 2017) reicht Theta von 4 bis unter 8 Hz, Alpha beginnt bei 8 Hz. 7,83 Hz liegt damit im oberen Theta-Band. Die Behauptung entsteht durch eine andere Banddefinition: eine Übersichtsarbeit von 2025 setzt Alpha bei 7,5 bis 13 Hz an und holt 7,83 Hz damit gerade so hinein.
3. "Die Ionosphäre liegt bei 80 bis 100 km und reflektiert dort." Die Höhenangabe selbst ist verteidigbar: die NOAA definiert die Ionosphäre als 80 bis etwa 600 km, das Referenzmodell IRI beschreibt 50 bis 2000 km, verbreitete Lehrbuchkonvention ist 60 bis 1000 km. Die Grenzen sind Konvention. Der tragfähige Einwand ist ein anderer: eine reflektierende Schicht gibt es physikalisch gar nicht, es gibt ein kontinuierliches Leitfähigkeitsprofil, und für ELF liegt der maßgebliche Übergang bei 40 bis 50 km. Wer eine einzelne Reflexionshöhe nennt, gibt ein Modell als Messung aus.
4. "1954 experimentell nachgewiesen." Die Arbeit von 1954 hat zwei Autoren, Schumann steht vorne, und ihr Titel spricht von der Beobachtung von Atmospherics. Balser und Wagner schrieben im Januar 1960 noch, es gebe keinen belastbaren Hinweis auf Hohlraumeffekte. Die erste veröffentlichte Messung erschien im November 1960 in Nature.
Punkt 2 und Punkt 4 standen bis zum 28.08.2026 in dieser Form auch auf dieser Seite. Wir haben sie korrigiert, bevor wir sie hier benennen.
05 · Sektion
7,83 Hz und die Hirnwellen-Bänder: die Einordnung, die stimmt
Das Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology, veröffentlicht von Kane und Kollegen 2017 in Clinical Neurophysiology Practice, ist die Referenz, an der sich klinische EEG-Auswertung orientiert. Die Bänder darin:
- Delta: 0,1 bis unter 4 Hz
- Theta: 4 bis unter 8 Hz
- Alpha: 8 bis 13 Hz
- Beta: 14 bis 30 Hz
- Gamma: über 30 bis 80 Hz
7,83 Hz liegt damit im oberen Theta-Band. Der Satz "exakt am Übergang zwischen Theta und Alpha" klingt eleganter, verschiebt die Zahl aber über eine Grenze, die im Glossar bei 8 Hz gezogen ist. Er stand hier lange, und wir haben ihn ersetzt.
Dass die Zahlen nah beieinander liegen, ist trotzdem der Grund, warum die Verbindung so oft gezogen wird. Ob ein äußeres Feld von 7,83 Hz das Gehirn in einen bestimmten Zustand ziehen kann, ist offen: dazu haben wir keine belastbare Studie gefunden. Belastbar heißt für uns ausreichende Stichprobe, Kontrollbedingung, Verblindung, unabhängige Replikation. Auch die schöne Vermutung, das Gehirn sei über die Evolution auf diese Hintergrundschwingung kalibriert, haben wir bisher in keiner Arbeit geprüft gefunden.
Was Meditation angeht, bleibt die praktische Seite davon unberührt. Eine ruhige, tägliche Praxis wirkt, ganz unabhängig davon, welche Zahl man ihr zuschreibt. Unsere Anleitung dazu steht in der Pillar-Page zur Schumann-Resonanz-Meditation.
06 · Sektion
Die Wever-Bunker-Experimente: was sie zeigen und was nicht
Rütger Wever forschte am Max-Planck-Institut in Andechs. Sein Bunker hatte zwei Versuchsräume, von denen einer gegen natürliche magnetische und elektrische Felder abgeschirmt war. In der Arbeit von 1970 (Life Sciences and Space Research 8, 177-187) schreibt er, bis dahin seien die autonomen Rhythmen von 82 Versuchspersonen gemessen worden. Das Ergebnis laut Zusammenfassung: natürliche elektromagnetische Felder verkürzen die circadiane Periode und verstärken die Kopplung zwischen Aktivitäts- und vegetativen Rhythmen. Ein schwaches elektrisches Wechselfeld erzeugte einen ähnlichen Effekt.
Diese Studie wird sehr häufig als Beleg für eine Wirkung von 7,83 Hz zitiert. Vier Dinge gehören dazu.
Das angelegte Feld hatte 10 Hz. Es war kein 7,83-Hz-Feld. Als Beleg für die Schumann-Grundmode taugt die Arbeit deshalb nicht.
Es war ein elektrisches Feld. Die Schumann-Resonanz wird üblicherweise über ihre magnetische Komponente gemessen. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Die Feldstärke steht nicht in der Zusammenfassung. Die kursierende Zahl von 2,5 Volt pro Meter konnten wir nicht verifizieren, deshalb steht sie hier nicht als Fakt.
Die 82 sind eine kumulative Zahl. "So far" heißt: über alle Bunkerläufe hinweg. Wie viele Personen der Feldbedingung zugeordnet waren, gibt die Quelle nicht her.
Dazu kommt eine Entwicklung 40 Jahre später. Wevers auffälligste Befunde, die überlangen Perioden von rund 25 Stunden und die spontane innere Desynchronisation, haben heute eine etablierte Erklärung ohne jedes Feld: Phillips, Czeisler und Klerman fassen 2011 den Forschungsstand dazu zusammen: die Teilnehmenden konnten ihr Licht selbst schalten und schliefen bevorzugt in der Vorverlagerungsphase der Licht-Phasenantwortkurve. Die einzelnen Befunde dahinter stammen aus älteren Arbeiten von Czeisler und Klerman. Netto ergibt das eine Phasenverzögerung und damit eine scheinbar verlängerte Periode. Wevers Abschirmvergleich widerlegt das nicht direkt. Es zeigt, dass der eindrucksvollste Teil seiner Beobachtungen auch ohne Feld erklärbar ist.
Eine unabhängige Replikation des Abschirmversuchs am Menschen haben wir nicht gefunden; unsere Suche über Europe PMC brachte Zell- und Tierstudien. Ein Nichtfund in einer Datenbank ist kein Beweis für eine Nichtexistenz, deshalb schreiben wir: uns ist keine bekannt.
Noch eine Korrektur in eigener Sache: hier stand früher als Beleg Wevers Buch "The Circadian System of Man" (Springer 1979). Wir haben es nicht gelesen und nennen deshalb die Zeitschriftenarbeiten, deren Angaben wir geprüft haben.
07 · Sektion
HeartMath und die HRV-Daten: zwei Studien, zwei Vorzeichen
Die HeartMath Global Coherence Initiative betreibt ein Netz von Magnetometer-Stationen und veröffentlicht Korrelationen zwischen Umweltfeldern und Herzratenvariabilität. Zwei Arbeiten daraus haben wir im Volltext gelesen. Sie sind interessant, und sie zeigen in verschiedene Richtungen.
Alabdulgader und Kollegen 2018, Scientific Reports 8, 2663. 16 Frauen, alle Angestellte des Prince Sultan Cardiac Center in Hofuf, Saudi-Arabien, Durchschnittsalter 32 Jahre. Über fünf Monate wurde wöchentlich 72 Stunden lang HRV aufgezeichnet. Ergebnis: steigende "Schumann Resonance Power" ging mit erhöhter HRV und mehr parasympathischer Aktivität einher.
McCraty und Kollegen 2017, IJERPH 14(7), 770. 10 Personen in Kalifornien, 31 aufeinanderfolgende Tage. In der ruhigen Phase waren die Korrelationen mit der Schumann-Leistung schwach und überwiegend nicht signifikant. In der geomagnetischen Sturmphase wurden sie stark, und zwar negativ zu SDNNi, Total Power, VLF, HF und LF.
Zwei Studien derselben Arbeitsgruppe, gegenläufige Richtung. Das ist das Muster, das man bei einem instabilen oder nicht vorhandenen Effekt erwartet. Dazu kommen drei Punkte, die beide Arbeiten selbst offenlegen.
Der Abstand. Die Probandinnen von 2018 saßen in Saudi-Arabien, das ausgewertete Magnetometer stand in Boulder Creek, Kalifornien, rund 13.000 km entfernt.
Das Frequenzband. "Schumann Resonance Power" heißt in der einen Arbeit 3,5 bis 36 Hz, in der anderen 0,32 bis 36 Hz. Beides sind Breitbandmaße, keine Messung von 7,83 Hz, und ein Band ab 0,32 Hz wird von geomagnetischen Variationen dominiert.
Die Stichprobe. 16 und 10 Personen. Beide Arbeiten halten selbst fest, dass sie korrelativ sind, Alabdulgader wörtlich mit "correlation does not imply causation". Die kleine Stichprobe als Hauptbegrenzung nennt ausdrücklich nur McCraty 2017.
Auf dieser Seite stand früher, diese Datenlage sei "der robusteste empirische Beleg" und die Effekte seien "statistisch signifikant über große Stichproben". Beides haben wir gestrichen. Was bleibt, ist ehrlicher und immer noch spannend: da wird ernsthaft gemessen, und die Ergebnisse sind bisher nicht stabil.
08 · Sektion
Was offen ist, und warum wir das hinschreiben
Der ehrlichste Abschnitt einer Wissensseite ist der, in dem steht, was sie nicht weiß.
Die bekannteste Replikation im Feld ist gescheitert. Michael Persingers Arbeiten zu schwachen komplexen Magnetfeldern und ungewöhnlichen Erfahrungen sind viel zitiert. Eine schwedische Gruppe um Pehr Granqvist prüfte sie 2005 in Neuroscience Letters doppelblind mit Schein-Feld-Kontrolle an 89 Teilnehmenden. Ergebnis: kein Hinweis auf einen Effekt der Magnetfelder, weder in der Gesamtgruppe noch bei besonders suggestiblen Personen. Vorhersagekraft hatte die Suggestibilität. Zur Fairness gehört: Persinger und Koren antworteten im selben Journal und antworteten im selben Journal. Was genau sie einwenden, konnten wir nicht prüfen: zu dieser Antwort gibt es weder bei PubMed noch beim Verlag eine Zusammenfassung.
Für eine Wirkung von 7,83 Hz auf den Menschen haben wir keine belastbare Studie gefunden. Publikationen, die eine solche Wirkung behaupten, gibt es durchaus. Belastbar heißt für uns: ausreichende Stichprobe, Kontrollbedingung, Verblindung, unabhängige Replikation. Keine der Arbeiten, die wir in diesem Durchgang gelesen haben, erfüllt das.
Wie Zahlen wandern, zeigt ein Beispiel. Eine Übersichtsarbeit von 2025 in Applied Sciences (Nevoit et al., 15(1), 449) enthält genau die Angaben, die auch durch populäre Texte laufen: achtmal pro Sekunde um die Erde, rund 2.000 Gewitter mit 50 bis 100 Blitzen pro Sekunde, 7,83 Hz im Alpha-Band, das dort mit 7,5 bis 13 Hz angesetzt wird. Der Satz über Gewitter und Blitze trägt dort keine Quellenangabe, und der Erdumfang steht mit 38.000 km statt 40.075 km am Äquator. Wir führen das an, weil es zeigt: eine Zahl kann in einer Fachzeitschrift stehen, ohne dort geprüft worden zu sein.
Und was wir selbst falsch hatten. Vier Angaben auf dieser Seite waren bis zum 28.08.2026 unrichtig: der Nachweis 1954, die Bandgrenzen von Alpha und Theta, die Modenreihe mit 27,3 und 33,8 Hz und die Zeitschrift, in der Schumann 1952 publizierte. Wir schreiben das hin, weil eine Seite, die andere korrigiert, mit sich selbst anfangen sollte.
09 · Sektion
Unsere eigene Datengrundlage: Tracker, Klartext-Endpunkt, Ablesemethode
Drei Dinge erheben oder veröffentlichen wir selbst. Hier steht, wie.
Der Symptom-Tracker. Auf /symptome/ tragen jeden Tag viele Menschen ein, wie es ihnen gerade geht. Am 28.08.2026 um 08:28 UTC waren es 993 Eintragungen in den vorangegangenen 24 Stunden, verteilt auf drei Eingangswege. Am häufigsten genannt in diesem Fenster: Müdigkeit, Dankbarkeit, innere Unruhe, Ohrenpfeifen, Schlafprobleme, wirre Träume. Die Auswertung des laufenden 24-Stunden-Fensters liegt offen unter /api/symptom-pulse.
Das ist Selbstauskunft: freiwillig, ohne Kontrollgruppe, ohne Diagnose. Eine Studie ist es damit nicht. Es zeigt in großer Zahl und in Echtzeit, was Menschen berichten. Diesen Unterschied schreiben wir dazu. Die ausführliche Einordnung steht in Schumann-Resonanz-Symptome, zum häufigsten Einzelthema haben wir eine eigene Seite zu Schumann und Tinnitus.
Der zitierfähige Klartext. Unter /api/live-data.txt liegen die aktuellen Werte als reiner Text: KP-Index, Schumann-Grundfrequenz und Amplitude, Sturmstatus, Sonnenwind, Röntgenfluss. Jeder Wert steht mit Zeitstempel, Quellenangabe und der Angabe, wie oft er nachgeführt wird. Es gibt eine JSON-Variante über den Parameter format=json. Wer uns zitiert, kann den Stand mitzitieren, und wer prüfen will, ob wir etwas stillschweigend geändert haben, sieht es dort.
Die Ablesemethode. Frequenz und Amplitude lesen wir von den beschrifteten Achsen der Kurvenbilder der Tomsk State University ab (sosrff.tsu.ru), die Frequenz von der F1-Kurve, die Amplitude von der A1-Kurve. Das Ablesen stammt von uns, die Bilder von Tomsk.
Dazu die Einschränkung, die wir für die wichtigste auf dieser ganzen Seite halten: die Amplitude hat keine Einheit. Die Achse im Quellbild trägt keine, und ihr Maximum ändert sich mit dem gezeigten Zeitfenster. Der Wert ist über die Zeit vergleichbar. In Pikotesla umrechnen lässt er sich nicht. Wer eine Größe in Pikotesla braucht, kann unsere Amplitude dafür nicht verwenden. Die Frequenz in Hertz ist dagegen eine Größe mit Einheit.
Auch in der Fachliteratur ist das ein Thema: Sekiguchi und Kollegen geben 2006 die Intensität in Pikotesla-Quadrat an und zusätzlich in Dezibel relativ zu einem gesetzten Bezugspegel von 1 pT². Deren Anlage ist dabei kalibriert, unsere Zahl ist abgelesen. Genau deshalb sagen wir es dazu.
Alle Live-Feeds mit Bildern und Galerie: /live-data/.
10 · Sektion
Praxis: was sich damit sinnvoll anfangen lässt
Aus einer ehrlichen Datenlage folgt eine bescheidene, freundliche Praxis. Drei Anker.
Eine ruhige tägliche Praxis. 12 bis 20 Minuten, am liebsten morgens, still oder mit einem gleichmäßigen Ton. Ob sich das in HRV oder Schlafqualität messen lässt, wissen wir für genau diese Praxis nicht, dazu haben wir keine belastbare Studie gefunden. Was viele in unserer Community berichten, ist ein ruhigerer Einstieg in den Tag. Die Anleitung steht in Schumann-Resonanz-Meditation.
Ein Blick aufs Wetter über dir. Vor dem Arbeitstag kurz auf /live-data/: KP-Wert, Spektrogramm, Vorhersage. Wenn ein Sturm angekündigt ist, ist es eine gute Gelegenheit, Schlaf zu priorisieren und den Kalender etwas auszudünnen. Das ist eine Alltagsentscheidung, keine medizinische.
Zehn Minuten draußen. Barfuß auf Gras, Erde, Sand. Die Studienlage zur direkten Wirkung haben wir in diesem Durchgang nicht geprüft, wir führen es als Erfahrungsbericht. Dass frühes Tageslicht und Bewegung dem Tagesrhythmus guttun, ist gut belegt, und beides bekommst du dabei kostenlos mit.
Wenn du wissen willst, welche Praxisform zu dir passt: der Seelentyp-Quiz gibt dir einen Einstieg.
11 · Sektion
Was 7,83 Hz nicht ist
Drei Klarstellungen, die häufig gebraucht werden.
7,83 Hz ist nicht die einzige Frequenz der Erde. Es gibt eine ganze Serie von Moden bei rund 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz, und schon die Grundmode wandert im Jahresgang: im Winter über 8 Hz, im Sommer unter 7,9 Hz (Musur und Beggan 2019). Wer mit einem festen Wert wirbt, vereinfacht.
Die Frequenz ist nicht plötzlich auf 30 Hz oder höher gesprungen. Diese Behauptung taucht regelmäßig auf, meist mit einem Screenshot eines Spektrogramms. Was dort zu sehen ist, sind kurzfristige Amplitudenspitzen in höheren Moden. Die Grundmode liegt seit den ersten veröffentlichten Messungen von 1960 im Bereich um 7,8 bis 8 Hz. Wer Amplitude und Frequenz verwechselt, sieht einen Sprung, wo eine Helligkeit schwankt.
7,83 Hz heilt keine Krankheiten. Für eine therapeutische Wirkung dieser Frequenz haben wir keine belastbare Studie gefunden. Geräte, die mit der Heilung von Krebs, Demenz oder Burnout durch 7,83 Hz werben, gehen weit über das hinaus, was die Datenlage hergibt.
Was bleibt, ist schön genug: ein realer Vorgang, der seit 1960 gemessen wird, angetrieben von 2.000 Gewittern gleichzeitig, und ein Signal, das so leise ist, dass man dafür aus der Stadt hinausfahren muss. Das braucht keine Übertreibung.
12 · Sektion
Quellen
Nur Quellen, die im Text vorkommen, mit der Angabe, was wir davon selbst gelesen haben. Stand der Abrufe: 28.08.2026.
Physik und Messung
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7(2), 149-154. DOI 10.1515/zna-1952-0202. Nur bibliografischer Datensatz.
- Schumann, W. O.; König, H. (1954): Über die Beobachtung von "atmospherics" bei geringsten Frequenzen. Die Naturwissenschaften 41(8), 183-184. DOI 10.1007/BF00638174. Nur Metadaten.
- Balser, M.; Wagner, C. A. (1960): Measurements of the Spectrum of Radio Noise From 50 to 100 Cycles Per Second. J. Res. National Bureau of Standards D 64D(4), 415-418. Frei bei NIST, Volltext gelesen: https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/jres/64D/jresv64Dn4p415_A1b.pdf
- Balser, M.; Wagner, C. A. (1960): Observations of Earth-Ionosphere Cavity Resonances. Nature 188(4751), 638-641. DOI 10.1038/188638a0. Nur Metadaten, Volltext hinter Bezahlschranke.
- Price, C. (2016): ELF Electromagnetic Waves from Lightning: The Schumann Resonances. Atmosphere 7(9), 116. DOI 10.3390/atmos7090116. Frei (CC BY), Volltext gelesen.
- Liu, J.-L. et al. (2023): Recent Advances and Challenges in Schumann Resonance Observations and Research. Remote Sensing 15(14), 3557. DOI 10.3390/rs15143557.
- Simoes, F. et al. (2011): A Review of Low Frequency Electromagnetic Wave Phenomena Related to Tropospheric-Ionospheric Coupling Mechanisms. Space Science Reviews. DOI 10.1007/s11214-011-9854-0.
- Tatsis, G. et al. (2020): Design and Implementation of a Test Fixture for ELF Schumann Resonance Magnetic Antenna Receiver and Magnetic Permeability Measurements. Electronics 9(1), 171. DOI 10.3390/electronics9010171.
- Chand, R.; Israil, M.; Rai, J. (2009): Schumann resonance frequency variations observed in magnetotelluric data recorded from Garhwal Himalayan region India. Annales Geophysicae 27, 3497-3507. DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009.
- Musur, M. A.; Beggan, C. D. (2019): Seasonal and Solar Cycle Variation of Schumann Resonance Intensity and Frequency at Eskdalemuir Observatory, UK. Sun and Geosphere 14/1, 81-86. DOI 10.31401/SunGeo.2019.01.11.
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Tertiärliteratur, nur für die Aussage, was dort steht: Wikipedia (de) "Schumann-Resonanz" und Wikipedia (en) "Schumann resonances".
Eigene Daten: Live-Werte im Klartext mit Zeitstempel und Quellenangabe unter /api/live-data.txt, Symptom-Tracker unter /symptome/ mit laufendem 24-Stunden-Fenster unter /api/symptom-pulse. Die Kurvenbilder stammen von der Tomsk State University (sosrff.tsu.ru, seit 1997), das Ablesen der Achsen von uns.
Live · Schumann-Spektrogramm
So sieht 7,83 Hz gerade aus.
Das Spektrogramm aus Tomsk State University zeigt die Schumann-Resonanz in Echtzeit. Die untere helle Linie ist die 7,83-Hz-Grundmode. Höhere Harmonische bei 14, 20, 27, 33 Hz tauchen darüber auf, wenn die globale Blitz-Aktivität intensiv ist.
Praxis und Vertiefung
Wo du jetzt weiterlesen solltest.
Häufige Fragen
Was viele jetzt fragen.
Was bedeutet 7,83 Hz genau? +
7,83 Hz ist ein langjähriger Mittelwert der elektromagnetischen Grundresonanz im Hohlraum zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre. Angeregt wird sie von der globalen Blitzaktivität. Winfried Otto Schumann leitete die Resonanzen 1952 theoretisch her (Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154). Der tatsächliche Wert wandert: am Observatorium Eskdalemuir liegt die Grundmode im Winter über 8 Hz und im Sommer unter 7,9 Hz.
Wer hat die Schumann-Resonanz zuerst gemessen? +
Die erste veröffentlichte Messung stammt von M. Balser und C. A. Wagner, Nature 188, 638-641, November 1960. Verbreitet ist die Angabe, Herbert König habe sie 1954 nachgewiesen. Die Arbeit von 1954 hat zwei Autoren, W. O. Schumann und H. König, mit Schumann an erster Stelle, und ihr Titel spricht von der Beobachtung von Atmospherics. Balser und Wagner schrieben im Januar 1960 noch, es gebe keinen belastbaren Hinweis auf Hohlraumeffekte.
Liegt 7,83 Hz im Alpha-Band der Hirnwellen? +
Nach dem Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology (Kane et al. 2017) reicht Theta von 4 bis unter 8 Hz, Alpha beginnt bei 8 Hz. 7,83 Hz liegt damit im oberen Theta-Band. Wer 7,83 Hz im Alpha-Band verortet, benutzt eine andere Banddefinition, die Alpha schon bei 7,5 Hz beginnen lässt.
Wie viele Blitze zünden weltweit pro Sekunde? +
Satellitenmessungen des Optical Transient Detector ergaben im ersten Messjahr 36,8 Blitze pro Sekunde im Mittel, 54,4 im Nordsommer und 28,6 im Minimum. Über den vollen Messzeitraum ausgewertet sind es rund 44 pro Sekunde. Die verbreitete Angabe von 50 bis 100 pro Sekunde geht auf eine Schätzung aus dem Jahr 1925 zurück. Gleichzeitig aktiv sind rund 2.000 Gewitter.
Hat sich die Schumann-Frequenz in den letzten Jahren erhöht? +
Die Grundmode liegt seit den ersten veröffentlichten Messungen von 1960 im Bereich um 7,8 bis 8 Hz. Was kurzfristig stark schwankt, sind die Amplituden, auch in den höheren Moden bei rund 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz. Die Behauptung, die Erde schwinge plötzlich auf 30 Hz, verwechselt eine Amplitudenspitze in einer höheren Mode mit einer Änderung der Grundfrequenz.
Welche Studien gibt es zu Schumann-Frequenz und Mensch? +
Es gibt Arbeiten, aber keine, die wir als belastbar bezeichnen würden. Wever (1970) legte im Bunker ein 10-Hz-Feld an, kein 7,83-Hz-Feld, und ein elektrisches, kein magnetisches. Die HeartMath-Arbeiten von 2017 und 2018 haben 10 beziehungsweise 16 Teilnehmende, messen Breitbänder von 0,32 bis 36 Hz beziehungsweise 3,5 bis 36 Hz und zeigen gegenläufige Vorzeichen. Die bekannteste unabhängige Replikation im Feld, Granqvist et al. 2005 mit 89 Teilnehmenden und Schein-Feld-Kontrolle, fand keinen Effekt. Alle Angaben mit DOI stehen im Quellenabschnitt dieser Seite.
Kann ich 7,83 Hz für Meditation oder Schlaf nutzen? +
Eine ruhige tägliche Praxis von 12 bis 20 Minuten tut vielen Menschen gut, und das darfst du gern ausprobieren. Ob der Effekt an der Zahl 7,83 hängt, ist offen: dazu haben wir keine belastbare Studie gefunden. Was zuverlässig hilft, ist die Regelmäßigkeit. Die Anleitung steht in unserer Pillar-Page zur Schumann-Resonanz-Meditation.
Wie kann ich eure Zahlen zitieren? +
Unter /api/live-data.txt liegen die aktuellen Werte als reiner Klartext mit Zeitstempel, Quellenangabe und Nachführ-Intervall, dazu eine JSON-Variante über den Parameter format=json. Wichtig beim Zitieren: die Schumann-Amplitude hat keine Einheit. Wir lesen sie von den beschrifteten Achsen der Tomsk-Kurven ab, und das Maximum der Achse ändert sich mit dem Zeitfenster. Der Wert ist über die Zeit vergleichbar, in Pikotesla lässt er sich nicht umrechnen. Die Frequenz in Hertz ist dagegen eine Größe mit Einheit.