Solar & Geomagnetik

Polarlichter heute —
sind sie heute Nacht sichtbar?

Heute ist die geomagnetische Aktivität mit Kp 3,3 erhöht, der Höhepunkt wird bei Kp 6,7 (G2) erwartet. Polarlichter sind damit bis Norddeutschland und in den Alpenraum sichtbar. Für Mitteleuropa reicht das in der Regel noch nicht.

Kp jetzt 3,3 |Höhepunkt heuteKp 6,7 · G2 |

01 · Sichtbarkeit

G-Stufe und Breitengrad: Wie weit südlich reichen die Lichter?

Ob Polarlichter über dir tanzen, hängt fast vollständig von einer Zahl ab: dem Kp-Index. Er misst die globale geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9. Je höher der Wert, desto weiter wandert die Polarlicht-Zone — das sogenannte Aurora-Oval — vom Pol nach Süden.

Die NOAA fasst Sturmstärken in G-Stufen zusammen. Eine grobe Sichtbarkeits-Faustregel für Mitteleuropa:

  • G1 (Kp 5): Skandinavien, am Nordhorizont Norddeutschlands schwach möglich.
  • G2 (Kp 6): bis Norddeutschland und in den Alpenraum.
  • G3 (Kp 7): bis Mitteleuropa — Polarlichter über ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich.
  • G4 (Kp 8): bis Süddeutschland, Spanien und in den Mittelmeerraum.
  • G5 (Kp 9): bis in die Subtropen — extrem selten, etwa viermal pro Sonnenzyklus.

Heute liegt der maßgebliche Wert bei Kp 3,3 (G2) — damit sind Polarlichter bis Norddeutschland und in den Alpenraum zu erwarten.

Den genauen Live-Verlauf, den Solarwind und den 3-Tage-Forecast siehst du auf der Live-Daten-Seite.

02 · Warum

Warum Polarlichter überhaupt leuchten.

Polarlichter — wissenschaftlich Aurora — entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds auf das Erdmagnetfeld treffen. Bei einem koronalen Massenauswurf oder einem starken Sonnenflare wird besonders viel Plasma Richtung Erde geschleudert.

Trifft dieses Plasma auf die Atmosphäre, regt es Sauerstoff- und Stickstoff-Atome an. Beim Zurückfallen in ihren Grundzustand geben diese Atome Licht ab: grün und rot vom Sauerstoff, blau und violett vom Stickstoff. Genau dieses Leuchten siehst du am Nachthimmel.

Derselbe Sonnenwind, der die Lichter erzeugt, löst einen geomagnetischen Sturm aus — und lässt die Schumann-Resonanz der Erde stärker schwingen. Das schöne Schauspiel am Himmel und die körperliche Unruhe, die viele an solchen Tagen spüren, haben also dieselbe Ursache.

03 · Wann & wie

So findest du sie heute Nacht.

  • Zeitfenster: meist 22–2 Uhr Ortszeit, oft mit Maximum um Mitternacht.
  • Blickrichtung: nach Norden. Von dort steigt das Polarlicht über den Horizont.
  • Dunkelheit: weg vom Stadtlicht, klarer Himmel, möglichst kein Vollmond.
  • Kamera hilft: 3–10 Sekunden Belichtung zeigen Farben, die das Auge noch nicht sieht.
  • Geduld: Polarlichter kommen in Wellen. Eine ruhige Stunde draußen lohnt sich.

Tipp: Schau vor dem Rausgehen auf den aktuellen Kp-Index jetzt. Steigt er über 6–7, lohnt sich für Mitteleuropa der Blick nach draußen.

04 · Die andere Seite

Wenn du den Sturm spürst, bevor du ihn siehst.

Viele Menschen bemerken einen geomagnetischen Sturm, lange bevor sie ein Polarlicht zu Gesicht bekommen — über den Körper. Typisch sind Schlafstörungen in den frühen Morgenstunden, innerer Druck, ein Gefühl von Aufgedrehtsein ohne Anlass oder ein leiser Tinnitus.

Das ist kein Zufall: An Sturm-Tagen sinkt bei vielen die Herzfrequenzvariabilität, und die Schumann-Resonanz zeigt erhöhte Amplituden. Wenn du also heute Nacht unruhig wach liegst, während draußen die Lichter tanzen — dein System nimmt dasselbe Ereignis wahr.

Welche körperlichen Reaktionen gerade am häufigsten gemeldet werden, siehst du im Symptom-Tracker.

Häufige Fragen

Was viele jetzt fragen.

Sind heute Nacht Polarlichter über Deutschland sichtbar? +

Maßgeblich ist der Kp-Index. Aktuell liegt er bei 3,3, für heute wird ein Höhepunkt bis Kp 6,7 (G2) erwartet. Über Deutschland werden Polarlichter ab etwa Kp 6–7 (G2–G3) am Nordhorizont möglich, ab G4 auch weiter südlich. Heute reicht die Aktivität für Deutschland in der Regel noch nicht aus.

Welcher Kp-Wert ist nötig, damit ich Polarlichter sehe? +

Als grobe Faustregel: Kp 5 (G1) → Skandinavien und Nordhorizont Norddeutschlands. Kp 6 (G2) → Norddeutschland. Kp 7 (G3) → ganz Mitteleuropa inkl. Süddeutschland möglich. Kp 8–9 (G4–G5) → bis in den Mittelmeerraum. Je weiter südlich du bist, desto stärker muss der Sturm sein.

Wann in der Nacht ist die beste Zeit zum Polarlicht-Beobachten? +

Die besten Stunden liegen meist zwischen 22 und 2 Uhr Ortszeit, oft mit einem Maximum um Mitternacht. Such dir einen Standort mit freiem Blick nach Norden, weg von Straßenlaternen und Stadtlicht. Auch wenn das Auge zunächst nur ein schwaches Glimmen sieht — eine Kamera mit ein paar Sekunden Belichtung holt die Farben deutlich heraus.

Woran erkenne ich, dass gerade ein geomagnetischer Sturm läuft? +

An drei Signalen: ein Kp-Index ab 5, ein Solarwind-Spike auf der Live-Daten-Seite und breite weiße Bänder im Schumann-Spektrogramm. Aktuell steht der Kp bei 3,3. Den Live-Status findest du jederzeit unter /live-data/.

Brauche ich besondere Ausrüstung, um Polarlichter zu fotografieren? +

Nein. Ein Stativ, eine Kamera oder ein modernes Smartphone mit Nachtmodus und eine Belichtung von 3–10 Sekunden reichen oft schon. Wichtiger als die Ausrüstung sind ein dunkler Standort und ein klarer Blick nach Norden. Mit bloßem Auge wirken schwache Polarlichter eher grau-weiß — die Farben entstehen erst auf dem Sensor.

Warum spüren manche Menschen einen geomagnetischen Sturm körperlich? +

Das Erdmagnetfeld und die Schumann-Resonanz verändern sich an Sturm-Tagen messbar. Viele sensible Menschen berichten dann von Schlafstörungen, innerer Unruhe, Kopfdruck oder einem Abfall der Herzfrequenzvariabilität. Die Datenlage zeigt Korrelationen, keine harte Kausalität — aber das Muster ist robust genug, um die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen.

Aus dem Herzschlag

Neueste Impulse.

Tiefer im Thema

Drei Wege, dich anzudocken.

Bleib im Feld

Sturm-Alert + Wochen-Briefing

Sturm-Alerts bei KP ≥ 5 und ein wöchentliches Briefing über das, was die Community gerade spürt — ein Mail-Werkzeug, kein Newsletter-Müll.

Kostenlos · jederzeit abbestellbar