Die Welt der sportlichen Leistung konzentriert sich oft auf das Greifbare: intensives Training, durchdachte Ernährung, fortschrittliche Ausrüstung und gewissenhafte Regeneration. Daneben steht seit Jahrzehnten eine Frage, die sich schwerer messen lässt: Spielt der subtile Herzschlag unseres Planeten, die Schumann-Resonanz, eine Rolle für Energie, Fokus und Widerstandskraft? Die ehrliche Antwort vorweg: Ein Leistungseffekt der Erdfrequenz ist nicht belegt. Interessant ist die Frage trotzdem, und die ruhigen Rituale, die sich um sie gebildet haben, tun vielen Sportlerinnen und Sportlern gut.
Dieser Beitrag legt beides nebeneinander: die gemessene Physik der Erdfrequenz und die Praxis, die Menschen daraus gemacht haben. Wir schauen uns an, was davon belegt ist, was Deutung bleibt und welche ruhigen Routinen im Trainingsalltag trotzdem tragen.
Der verborgene Puls der Erde: Schumann-Resonanz verstehen
Um einschätzen zu können, was die Erdfrequenz für sportliche Leistung überhaupt bedeuten könnte, müssen wir zunächst verstehen, was die Schumann-Resonanz (SR) eigentlich ist. Stell dir die Erde und ihre Ionosphäre als zwei konzentrische Sphären vor, die eine gigantische natürliche Höhle bilden. Diese Höhle fungiert als Wellenleiter für elektromagnetische Wellen. Bei jedem Blitzschlag (rund 44 Mal pro Sekunde weltweit, etwa 1,4 Milliarden im Jahr, per Satellit gemessen, Christian et al. 2003) entstehen elektromagnetische Impulse, die in dieser Höhle um die Erde herum wandern. Diese Wellen prallen hin und her, und bei bestimmten Frequenzen verstärken sie sich gegenseitig und erzeugen stehende Wellen. Diese spezifischen Frequenzen sind als die Schumann-Resonanzen bekannt (Price 2016).
Die primäre und mächtigste dieser Frequenzen liegt bei etwa 7,83 Hz und wird oft als der „Herzschlag der Erde“ bezeichnet. Dieser Wert schwankt um Bruchteile eines Hertz, je nach Sonnenaktivität, Ionosphärendichte und geomagnetischen Stürmen. Deutlich stärker schwankt die Amplitude, also wie kräftig die Resonanz gerade ausschlägt. Weitere, schwächere Moden liegen bei ungefähr 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz. Glatte Vielfache der Grundfrequenz sind das nicht, das Doppelte von 7,83 Hz wäre 15,7 Hz. Der Abstand entsteht durch die Kugelgestalt der Erde und dadurch, dass die Ionosphäre die Wellen dämpft. Eine kanonische Tabelle gibt es hier nicht: drei Stationen liefern drei leicht verschiedene Reihen, und die Moden wandern im Tages- und Jahresgang (Sekiguchi et al. 2008).
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
Die biologische Frage: Kann die SR überhaupt auf uns wirken?
Über Jahrzehnte hinweg betrachtete die Mainstream-Wissenschaft die SR weitgehend als interessantes geophysikalisches Phänomen mit wenig direkter Relevanz für die Biologie. Dass der Körper bioelektrisch arbeitet, ist unbestritten: Jede Zelle, jeder Nervenpfad, jedes Organsystem beruht darauf. Unsere Gehirne erzeugen elektrische Impulse, und das Herz schlägt mit einem messbaren elektrischen Rhythmus. Oft wird daran noch die Behauptung angehängt, Zellen würden über schwaches Licht Information austauschen. Dafür fehlt eine belastbare Studienlage. Aus der Bioelektrizität des Körpers folgt außerdem noch nicht, dass ein so schwaches Außenfeld wie die Schumann-Resonanz auf ihn einwirkt. Diese Frage wird in der Fachliteratur ausdrücklich als offene Grundlagenfrage geführt (Nevoit et al. 2025).
Vor allem das menschliche Gehirn zeigt elektrische Aktivität in verschiedenen Frequenzbändern. Die Grenzen folgen dem Glossar der klinischen Elektroenzephalografie (Kane et al. 2017):
- Delta (0,1 bis unter 4 Hz): Tiefschlaf, körperliche Regeneration.
- Theta (4 bis unter 8 Hz): Tiefe Meditation, Kreativität, Intuition, REM-Schlaf.
- Alpha (8 bis 13 Hz): Entspannte Aufmerksamkeit, Ruhe, fokussierte Konzentration, Flow-Zustände.
- Beta (14 bis 30 Hz): Aktives Denken, Problemlösung, wache Anspannung.
- Gamma (über 30 bis 80 Hz): Hochrangige kognitive Verarbeitung, Einsicht, Spitzenleistung.
Fällt dir etwas Faszinierendes auf? Die primäre Schumann-Resonanz von 7,83 Hz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Genau in diesem oberen Rand des Theta-Bandes siedeln viele das an, was Athleten „die Zone“ oder „Flow-Zustand“ nennen, eine Mischung aus tiefer Ruhe, Kreativität und Intuition. In den 1990ern wurde die Vermutung populär, schwache Magnetfelder könnten beim Menschen Präsenzerlebnisse auslösen. Eine spätere doppelblinde Wiederholung des Versuchs fand keine Feldwirkung. Was die Erlebnisse vorhersagte, war die Suggestibilität der Teilnehmenden (Granqvist et al. 2005). Die Idee, unsere Biologie sei von Natur aus auf diese Erdrhythmen abgestimmt, bleibt damit eine schöne Hypothese und wartet weiter auf ihren Beleg.
Das Bild von der universellen Stimmgabel ist deshalb so beliebt: der Körper als fein abgestimmtes Instrument, die Erde als Ton, auf den er sich einstimmt. Es ist ein schönes Bild, und es bleibt ein Bild. Dass Stress, Erschöpfung und Leistungseinbrüche von einer fehlenden Abstimmung auf 7,83 Hz herrühren, ist nicht gezeigt. Gut belegt ist dagegen das Unspektakuläre: Schlaf, Licht, Bewegung, Erholungspausen und der Umgang mit Stress prägen deine Form, und zwar deutlich.
Schumann-Resonanz und der Athlet: Was von den Versprechen bleibt
Für Athleten, ob Elite-Profis oder engagierte Wochenend-Sportler, wird die Verbindung zur Schumann-Resonanz mit großen Versprechen verknüpft. Ein Wundermittel ist hier nirgends im Spiel. Es geht um ruhige Gewohnheiten, die den Kopf frei machen und den Körper herunterfahren lassen, und um die Frage, was davon wirklich woran liegt.
1. Flow und mentaler Fokus: was an der Zone dran ist
Die Zone, jener Zustand, in dem die Zeit langsamer zu laufen scheint, Bewegungen mühelos ablaufen und die Leistung ihren Höhepunkt erreicht, wird oft mit langsamen Hirnwellen im Alpha- und Theta-Bereich beschrieben. 7,83 Hz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes und damit dicht an diesem Fenster. Dass die Erdfrequenz den Flow auslöst, folgt daraus nicht. Beschrieben wird die Zone von Sportlerinnen und Sportlern so:
- Der Kopf wird leiser: Das mentale Rauschen nimmt ab, Selbstzweifel treten zurück, die Bewegung läuft von selbst.
- Der Fokus hält: Ablenkungen fallen weg und die Aufmerksamkeit bleibt bei der Aufgabe, ob kritischer Schuss, komplexe Strategie oder Langstrecken-Ausdauerleistung.
- Die Intuition führt: Entscheidungen in Sekundenbruchteilen fühlen sich treffsicher an, Gegner und Bewegungen lassen sich früher lesen.
Dass es diesen Zustand gibt, ist gut beschrieben. Was ihn herbeiführt, sind Training, passende Anforderung und ein ruhiger Kopf vor dem Start. Die Erdfrequenz taucht in dieser Kette bisher an keiner Stelle auf, wohl aber die Rituale, die Menschen um sie herum gebaut haben, und die machen den Kopf tatsächlich leiser.
2. Regeneration: was die Erdfrequenz damit zu tun hat
Regeneration ist genauso wichtig wie Training, wird aber oft übersehen. Chronischer Stress, schlechter Schlaf und Übertraining können zu Entzündungen, geschwächter Immunität und stagnierendem Fortschritt führen.
- Nervensystem: Für Geräte, die Felder im Schumann-Bereich abgeben, wird gern eine Verschiebung vom sympathischen Kampf-oder-Flucht-Modus in den parasympathischen Ruhe-Modus versprochen. Belastbare Studien dazu gibt es bisher nicht. Was das Nervensystem verlässlich herunterfährt, ist schlichter. Langsames Atmen um sechs Atemzüge pro Minute erhöht die Herzratenvariabilität messbar (Laborde et al. 2022; Zaccaro et al. 2018), und auch für Meditation und Achtsamkeit ist dieser Effekt zusammengetragen (Brown et al. 2020). Dazu kommen Schlaf, Wärme, Stille und ein Abend ohne Reizflut.
- Schlafqualität: Genug und regelmäßiger Schlaf ist für Erwachsene eine Grundlage der Regeneration, dazu gibt es eine gemeinsame Empfehlung der Fachgesellschaften (Watson et al. 2015). Dass eine Harmonisierung mit Schumann-Frequenzen vor dem Schlaf den Eintritt in die tiefen Phasen erleichtert, ist dagegen nicht gezeigt. Für den Schlaf zählen Regelmäßigkeit, Dunkelheit, Kühle und ein ruhiger Abend.
- Entzündung und Muskelkater: Hier kursieren viele Versprechen über elektromagnetische Felder und Zellprozesse. Belastbare Studien, die eine Wirkung auf Entzündungswerte oder Muskelkater zeigen würden, gibt es bisher nicht. Bewährt bleibt das Unspektakuläre: ausreichend Eiweiß, Schlaf und eine dosierte Steigerung der Belastung.
3. Energie und Ausdauer
Viele Menschen beschreiben, dass sie sich nach Zeit draußen und barfuß auf dem Boden wacher und gesammelter fühlen. Ob dahinter ein Energiefeld steht oder schlicht Ruhe, Tageslicht und Bewegung, lässt sich aus diesen Berichten nicht entscheiden.
- Zelluläre Effizienz: Die Vorstellung, eine harmonische elektromagnetische Umgebung mache die Kommunikation zwischen Zellen effizienter, klingt eingängig. Geprüft ist sie nicht, und die Größenordnungen sprechen eher dagegen. Wo überhaupt eine Wirkung schwacher Magnetfelder im Schumann-Bereich gefunden wurde, geschah das an Zellkulturen unter gezielt erzeugten Feldern im Labor (Elhalel et al. 2019). Das natürliche Signal an der Erdoberfläche ist um ein Vielfaches schwächer.
- Weniger Erschöpfung: Wer weniger Stress mit sich herumträgt, hat mehr Energie für die Belastung selbst. Das ist unstrittig. Es hängt nur an Dingen, die sich benennen lassen: Schlaf, Pausen, Belastungssteuerung und ein Kopf, der abends abschaltet. Ein eigener Beitrag der Erdfrequenz ist darin nicht gezeigt.
- Das Bild vom Biofeld: In spiritueller Lesart steht das persönliche Energiefeld in Resonanz mit dem Erdfeld, wie eine Batterie, die ständig nachgeladen wird. Als Bild trägt das. Als Messgröße gibt es das Biofeld nicht.
Die spirituelle Dimension: Erdfrequenzen und Bewusstsein
Die Diskussion über die Schumann-Resonanz geht über bloße Physiologie hinaus, wenn wir ihre spirituellen Implikationen betrachten. Seit Jahrtausenden verehren spirituelle Traditionen auf der ganzen Welt Mutter Erde und betrachten sie als ein lebendes, bewusstes Wesen, aus dem alle Lebensenergie hervorgeht. Das Konzept der „Erdung“ ist alt. Indigene Kulturen kannten lange vor uns die Bedeutung der direkten Verbindung zur Erde für körperliches und spirituelles Wohlbefinden.
Die Schumann-Resonanz wird oft als moderne Bestätigung dieser alten Weisheit gelesen. Bestätigen kann sie die Weisheit nicht, dafür ist sie schlicht ein physikalisches Messsignal: das natürliche Summen der Erde. Was sie leisten kann, ist eine Erinnerung daran, dass der Planet einen eigenen Rhythmus hat und wir mitten darin leben.
Das kollektive Bewusstsein und die Ausschläge der Erdfrequenz
Interessanterweise ist die Schumann-Resonanz nicht immer gleich stark. Dokumentiert sind plötzliche, deutliche Spitzen in ihrer Amplitude, die oft mit großen Sonneneruptionen oder geomagnetischen Ereignissen zusammenfallen. Die Grundfrequenz selbst wandert dabei nur um Bruchteile eines Hertz. Spirituelle Gemeinschaften verbinden solche Phasen gern mit beschleunigter Bewusstseinsentwicklung und nehmen an, dass diese Veränderungen auf planetarer Ebene bis ins kollektive Bewusstsein durchschlagen, mit Erwachungen, erhöhter Intuition und Wahrnehmungsverschiebungen. Geprüft ist das nicht, und die gemessenen Schwankungen selbst haben eine nüchterne Ursache: die weltweite Gewitteraktivität und den Zustand der Ionosphäre.
Wer mag, kann den eigenen inneren Zustand als Teil eines größeren planetaren Tanzes lesen und Leistung als körperliches Meisterwerk und zugleich als spirituelle Ausdrucksform erleben. Das ist eine Haltung, die man wählen kann, und sie braucht keine Frequenz als Beweis.
Praktische Wege: ruhige Routinen für den Trainingsalltag
Wie lässt sich das praktisch wenden? Es geht um bewusste Gewohnheiten, die dich an den Rhythmus der Natur erinnern und dein Nervensystem zur Ruhe bringen.
1. Erdung (Earthing)
Das ist der schlichteste Weg, den Kontakt zum Boden wirklich zu spüren.
- Barfuß in der Natur: Verbringe täglich mindestens 20 bis 30 Minuten barfuß auf Gras, Erde, Sand oder Beton (nicht auf Asphalt oder Holz). Ob du gehst, meditierst oder einfach nur stehst, die Vorstellung, dabei würden Elektronen aus dem Boden freie Radikale im Körper neutralisieren, stammt aus einer eigenen Literaturlinie (Chevalier et al. 2012) und ist eine Hypothese geblieben. Belastbare Studien dazu fehlen.
- Erdungsmatte und Erdungsleintücher: Wenn du nicht regelmäßig barfuß nach draußen gehen kannst, stellen speziell entwickelte Matten, Leintücher oder Wearables über eine geerdete Steckdose eine leitende Verbindung zur Erde her. Zur Wirkung auf Regeneration und Schlaf gibt es bisher nur wenige kleine, meist unverblindete Studien, teils aus dem Umfeld der Hersteller (Ghaly und Teplitz 2004; Lin et al. 2022). Das trägt keine Empfehlung. Wenn es sich für dich gut anfühlt, spricht nichts dagegen.
2. Meditation und Atemarbeit
Diese Praktiken beruhigen das Nervensystem und helfen dir, vor und nach der Belastung herunterzukommen. Das ist gut untersucht.
- Ruhige Klänge: Binaurale Beats und isochrone Töne werden mit dem Versprechen angeboten, die Hirnwellen auf Alpha (8 bis 13 Hz) oder Theta (4 bis unter 8 Hz) einzustimmen. Eine systematische Übersicht kommt zu einer uneinheitlichen Befundlage (Ingendoh et al. 2023), und auch die Metaanalyse zu Kognition, Angst und Schmerz fällt gemischt aus (Garcia-Argibay et al. 2018). Ein belastbarer Nachweis der Hirnwellen-Verschiebung fehlt damit. Als ruhiger Rahmen vor dem Wettkampf oder zum Herunterkommen danach funktionieren sie für viele trotzdem, und geführte Meditationen rund um 7,83 Hz gibt es reichlich.
- Herzkohärenz-Atemarbeit: Konzentriere dich auf langsames, tiefes, rhythmisches Atmen, angestrebt etwa fünf bis sechs Atemzüge pro Minute. Stelle dir vor, wie dein Atem durch deinen Herzraum fließt. Dass langsames Atmen um sechs Atemzüge pro Minute die Herzratenvariabilität messbar erhöht, ist gut untersucht (Laborde et al. 2022; Lehrer und Gevirtz 2014). Eine Rückkopplung mit den Resonanzfeldern der Erde ist damit weder gemeint noch gezeigt.
- Visualisierung: Stelle dir während der Meditation vor, wie Wurzeln aus deinen Füßen tief in die Erde wachsen und ruhige, erdende Kraft nach oben ziehen. Stelle dir vor, dein ganzes Sein schwinge im Puls des Planeten mit. Das ist ein Bild und kein Vorgang, und als Bild trägt es die Aufmerksamkeit erstaunlich weit.
3. Zeit in der Natur
Auch ohne direkten Hautkontakt zum Boden tut Zeit draußen erstaunlich viel.
- Waldbaden (Shinrin-Yoku): Verbringe Zeit achtsam im Wald und nimm die Atmosphäre in dich auf. Feldversuche in 24 japanischen Wäldern fanden nach Waldaufenthalten niedrigere Cortisolwerte und einen ruhigeren Puls als in der Stadt (Park et al. 2009), und eine Übersichtsarbeit bestätigt den Cortisol-Effekt als vorhanden und klein (Antonelli et al. 2019). Von den Phytonciden, den Duftstoffen der Bäume, ist dabei oft die Rede. Dass sie der Wirkstoff sind, ist nicht gezeigt.
- Nähe zu natürlichem Wasser: An bewegtem Wasser entstehen tatsächlich vermehrt negative Ionen. Dass sie beleben, ist ein verbreiteter Gedanke. Eine Übersicht mit Metaanalyse über mehr als 50 Jahre Forschung fand keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Luftionen und Stimmung (Perez et al. 2013). Dass Menschen am Wasser aufatmen, bleibt davon unberührt.
- Beobachte kosmische Rhythmen: Achte auf Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge und Mondzyklen. Dieser Blick auf die größeren Rhythmen kann dir helfen, deinen eigenen Tag bewusster zu takten.
4. Bewusste Bewegung
Nimm bei der Bewegung bewusst den Boden wahr, auf dem du stehst.
- Yoga und Tai Chi: Diese alten Praktiken schulen Gleichgewicht, Atem und Aufmerksamkeit, und viele Menschen erleben sie als tief erdend.
- Achtsames Gehen und Laufen: Achte bei jedem Schritt auf deine Verbindung mit dem Boden. Spüre, wie die Erde dich trägt. Viele beschreiben, dass sie genau aus diesem Gefühl Kraft ziehen.
5. Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Mit der Schumann-Resonanz hat das nichts zu tun, und für alles andere ist es die Grundlage.
- Vollwertige, frische Lebensmittel: Frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte liefern schlicht mehr von dem, was Muskeln und Nervensystem brauchen. Von einer Schwingungsfrequenz der Lebensmittel spricht die Ratgeberliteratur, messen lässt sie sich nicht.
- Wasser: Trink genug, sauber und gefiltert. Die Vorstellung, Wasser könne Information in seiner Struktur speichern, ist ein verbreiteter Gedanke ohne belastbare Studienlage. Für den Körper zählt, dass genug davon da ist.
Der innere Rückzugsort: Ruhe im Training kultivieren
Die Arbeit an der eigenen Leistung hört bei äußeren Techniken nicht auf. Sie schließt die Verbindung zu dir selbst ein, zu deinem Körper, deinem Rhythmus und dem Boden, auf dem du stehst. Nahrungsergänzung und Ausrüstung reichen da nicht heran.
Wer trainiert, arbeitet immer auch an seiner inneren Verfassung. Und wer sich nach dem Training bewusst mit dem Boden verbindet, gibt dem Nervensystem eine Pause, die es braucht. Dieser Blick verbindet das Greifbare mit dem, was sich schwerer messen lässt.
Stell dir einen Läufer vor, der seine Beinmuskulatur arbeiten spürt und dazu den Boden, der bei jedem Schritt zurückgibt. Stell dir einen Basketballspieler vor, dessen Fokus so messerscharf ist, dass die Halle um ihn herum still wird. Stell dir jemanden vor, der nach dem Training in tiefe Stille findet, weil er sich für ein paar Minuten hinsetzt und dem Summen der Welt zuhört.
Winfried Otto Schumann sagte die Resonanz 1952 rechnerisch voraus (Schumann 1952), die erste veröffentlichte Messung gelang 1960 Balser und Wagner (Balser und Wagner 1960). Die verbreitete Angabe, König habe sie schon 1954 experimentell bestätigt, gibt die Quellenlage nicht wieder; die Geschichte der frühen Messungen ist zusammenfassend aufgearbeitet (Besser 2007). Neu ist vor allem, wie viele Menschen sie heute als Bild für ihre Verbundenheit mit dem Planeten nutzen. Für dich als Sportlerin oder Sportler liegt der Gewinn weniger im Frequenzwert als in dem, was er auslöst: kurz innehalten, den Boden spüren, den Kopf leerer machen.
Das nächste Mal, wenn du deine Schuhe schnürst oder das Feld betrittst, nimm dir einen Moment Zeit. Spüre den Boden unter dir. Atme zweimal langsam aus. Du trainierst deinen Körper, und du bist dabei Teil eines Planeten, der seinen eigenen Rhythmus hat. Und darin liegt viel: ein ruhigerer Kopf, ein wacherer Körper und ein Training, das sich weniger nach Kampf anfühlt.
Quellen
Belegt ist in diesem Beitrag die Physik der Schumann-Resonanz und alles, was um sie herum an ruhigen Routinen steht: langsames Atmen, Zeit im Wald, Schlaf, Meditation. Nicht belegt und im Text durchgehend als offen gekennzeichnet ist der Kernpunkt, um den sich die Erzählung dreht, nämlich ein Leistungs- oder Regenerationseffekt der Erdfrequenz selbst. Die Erdungsrituale bleiben trotzdem stehen, weil sie aus eigener Kraft tragen und nicht, weil eine Frequenz sie stützt.
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149. DOI 10.1515/zna-1952-0202
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