In den stillen Momenten, wenn das unaufhörliche Summen der Welt in den Hintergrund verblasst, kannst du es spüren? Eine subtile Vibration, einen sanften Rhythmus, der allem Existierenden zugrunde liegt? Es ist dein eigener Herzschlag, und zugleich pocht die Erde selbst, ein planetarer Puls, bekannt als Schumann-Resonanz. Seit Jahrtausenden sprechen alte Traditionen von einer tiefgreifenden Verbindung zwischen der Menschheit und der lebendigen Erde, einem Band, das sich oft durch Atem, Meditation und tiefe Ehrfurcht vor natürlichen Zyklen ausdrückt. Heute lässt sich dieser Puls messen. Was er mit unserem Bewusstsein, unserem Wohlbefinden und unserer spirituellen Entwicklung zu tun hat, ist die offene Frage geblieben.
Stell dir einen Moment lang vor, dass unser Planet eine riesige, bewusste Entität ist, die ständig kommuniziert. Und was, wenn wir als fühlende Wesen einen angeborenen Empfänger besitzen, eine innere Antenne, die auf sein tiefstmögliches Wesen abgestimmt ist? Das ist ein schönes Bild und eine alte Idee. Ob physikalisch etwas daran ist, schauen wir uns gleich an, wenn wir die Schumann-Frequenzen und ihr mögliches Zusammenspiel mit dem grundlegendsten Akt des Lebens erkunden: unserem Atem.
Der Herzschlag der Erde: Die Schumann-Resonanz verstehen
Im Kern ist die Schumann-Resonanz (SR) ein Satz von extrem niederfrequenten (ELF) elektromagnetischen Wellen, die im Erd-Ionosphären-Hohlraum existieren. Stell dir die Erdoberfläche und die Ionosphäre (eine Schicht elektrisch geladener Partikel in der Atmosphäre) wie zwei konzentrische Leiter vor. Zwischen ihnen, wie eine riesige kosmische Trommel, springen elektromagnetische Wellen hin und her und resonieren. Diese Wellen werden hauptsächlich durch Blitzschläge rund um den Globus erzeugt und schaffen ein kontinuierliches „Klingen“, das unseren Planeten umhüllt.
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
Die Grundfrequenz dieser Resonanz beträgt etwa 7,83 Hertz (Hz). Sie wird oft als „Grundfrequenz“ der Erde oder als „Herzschlag“ bezeichnet. Darüber liegen höhere Moden, wie die Obertöne eines Musikinstruments: rund 14 Hz als zweite, dann rund 20 Hz, 26 bis 27 Hz und 32 bis 33 Hz. Diese Frequenzen sind in ihrer Amplitude außerordentlich schwach, gemessen in Picotesla, doch ihre beständige Präsenz macht sie zum Gegenstand wissenschaftlichen wie spirituellen Interesses. Glatte Vielfache der Grundfrequenz sind die höheren Moden übrigens nicht: Das Doppelte von 7,83 Hz wären 15,7 Hz, gemessen wird die zweite Mode aber bei rund 14 Hz. Verantwortlich dafür sind die Kugelgestalt des Hohlraums und die Ionosphäre, die als Deckel Energie schluckt. In der Rechnung liest sich das so: Ein perfekt leitender Hohlraum gäbe 10,6, 18,4, 26,0, 35,5 und 41,1 Hz, mit den realen Verlusten in der Ionosphäre werden daraus rund 7,8, 14,1, 20,3, 26,3 und 32,5 Hz (Chand et al. 2009, DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009). Diese zweite Reihe stammt aus einer vereinfachten Modellrechnung und liegt damit dicht an den zuvor genannten Werten. Gemeint sind dieselben Moden.
Eine kurze Entdeckungsgeschichte
Hergeleitet hat das Ganze 1952 der deutsche Physiker Winfried Otto Schumann, der die Existenz dieser elektromagnetischen Resonanzen rechnerisch vorhersagte. Für einen verlustfreien Hohlraum kam er dabei auf einen höheren Wert von rund 10,6 Hz (Liu et al. 2023, DOI 10.3390/rs15143557) (Schumann 1952, Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154, DOI 10.1515/zna-1952-0202). Gemessen wurden diese Resonanzen erstmals 1960 (Balser & Wagner 1960, Nature 188, 638-641, DOI 10.1038/188638a0). Damit war Schumanns Grundidee bestätigt. Woher der heute überall zitierte Zahlenwert 7,83 Hz stammt, konnten wir für diesen Text allerdings nicht belegen: Die Arbeit von 1960 liegt hinter einer Bezahlschranke und war für uns nicht einsehbar, und die frei zugänglichen Übersichten schreiben ihr nur die erste Beobachtung zu, keinen Zahlenwert. Der Wert ist in der Literatur fest etabliert, seine Herkunft haben wir hier nicht nachprüfen können. Seitdem erforschen Wissenschaftler diese Frequenzen weiterhin, beobachten ihre Schwankungen, ihre Reaktionen auf Sonnenaktivität und ihre möglichen Wechselwirkungen mit biologischen Systemen.
Mehr als nur Zahlen: Die spirituelle Bedeutung
Während Wissenschaftler SR anfangs als rein geophysikalisches Phänomen betrachteten, zog ihr besonderer Frequenzbereich schnell die Aufmerksamkeit derer auf sich, die sich mit Hirnwellen beschäftigen. Die fundamentale SR-Frequenz von 7,83 Hz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Die Bandgrenzen stehen so im Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology, Theta 4 bis unter 8 Hz und Alpha 8 bis 13 Hz (Kane et al. 2017, DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002). Theta und der angrenzende untere Alpha-Bereich werden mit Zuständen tiefer Entspannung, Meditation, Kreativität, Intuition und innerer Sammlung verbunden. Diese Nachbarschaft hat viele zu einer Frage geführt: Ist der natürliche Rhythmus der Erde so etwas wie eine Leitfrequenz für das menschliche Bewusstsein? Beantwortet ist sie bis heute nicht.
Viele spirituelle Traditionen gehen seit Langem davon aus, dass die Abstimmung auf die natürlichen Rhythmen der Erde für das spirituelle Wohlbefinden entscheidend ist. Indigene Kulturen praktizieren Trommeln, Tänze und Gesänge, die natürliche Pulse nachahmen und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit mit dem Land und dem Kosmos fördern. Die Schumann-Resonanz gibt diesem alten Gefühl eine Zahl: Der Planet hat tatsächlich einen messbaren Grundton. Dass unsere Hirnwellen sich darauf einstellen, ist damit nicht gesagt und bisher auch nicht gezeigt. Das Gefühl, von der Erde zu sein, braucht diese Bestätigung ohnehin nicht.
Der Atem als Brücke: Innere und äußere Rhythmen verbinden
Wenn die Schumann-Resonanz der Atem der Erde ist, was ist unserer? Unser Atem leistet weit mehr als den Austausch von Sauerstoff. Er ist eine unmittelbare Verbindung zwischen unserer inneren Welt und der äußeren Umgebung. Er ist der erste Akt des Lebens und, traditionell gesehen, der letzte. Er kann beruhigen, wachmachen und die Aufmerksamkeit weiten.
Die Wissenschaft des Atems und der Hirnwellen
Der Rhythmus unseres Atems beeinflusst direkt unser Nervensystem. Langsames, tiefes, zwerchfellgesteuertes Atmen aktiviert das parasympathische Nervensystem und führt in einen Zustand der Entspannung. Schnelles, flaches Atmen dagegen aktiviert das sympathische Nervensystem und löst die berüchtigte „Flucht-oder-Kampf“-Reaktion aus.
Der Atem berührt auch die Hirnwellen-Zustände. Was Studien dazu beschreiben:
- Langsames, tiefes Atmen verschiebt das Bild im EEG. Eine systematische Übersicht über 15 Studien mit gesunden Erwachsenen fand dabei mehr Alpha-Aktivität und weniger Theta-Aktivität, dazu mehr Herzfrequenzvariabilität und weniger Anspannung, Angst und Gereiztheit (Zaccaro et al. 2018, DOI 10.3389/fnhum.2018.00353). Die oft gehörte Kurzfassung „mehr Theta durch langsames Atmen“ steht damit auf dem Kopf. Mit der Erdfrequenz hat beides nichts zu tun: 7,83 Hz liegt im oberen Theta-Bereich, Alpha beginnt erst darüber.
- Bewusste Atemtechniken verändern messbar Herzrhythmus und Nervensystem. Dass sie darüber hinaus Hirnwellen auf eine gewünschte Frequenz führen, wird oft behauptet und ist bisher nicht belegt.
Unser Atem ist damit ein aktiver Dirigent unserer inneren Landschaft. Ob er darüber hinaus etwas zwischen uns und dem Planeten in Beziehung setzt, bleibt eine Deutung, und eine sehr alte dazu.
Der symbiotische Tanz: Wie die Schumann-Resonanz uns möglicherweise beeinflusst
Stelle dir dein Gehirn als eine Stimmgabel vor. Die Erde strahlt konsistent eine Frequenz um 7,83 Hz aus, und unsere Theta-Wellen schwingen im selben Zahlenbereich. Genau diese Nachbarschaft hat die Idee einer natürlichen Synchronisation entstehen lassen. Nachgewiesen ist sie nicht, und das Feld ist mit wenigen Picotesla außerordentlich schwach. Die Schumann-Resonanz kontrolliert unser Bewusstsein also sicher nicht. In der spirituellen Lesart bietet sie eine grundlegende Harmonie, einen energetischen Anker, auf den wir uns bewusst einstimmen können.
Daraus ist ein Bild geworden, das sich hartnäckig hält: Wer dauerhaft angespannt und im Beta-Bereich unterwegs ist, gerate aus dem Takt mit der Erde, und wer Ruhe kultiviert, finde in ihn zurück. Als Bild ist das schön und alt. Als Messgröße existiert es nicht. Was Atemtechniken zuverlässig bewirken, geschieht in deinem eigenen Körper: Der Puls wird ruhiger, die Aufmerksamkeit weiter, die Verbindung zu dir selbst deutlicher.
Atemarbeit: fünf Wege, die dein Nervensystem beruhigen
Wie kommen wir von der Idee in die Praxis? Atemarbeit, die bewusste Steuerung der eigenen Atemmuster, ist der handfeste Teil dieses Textes. Sie beruhigt das Nervensystem messbar, und sie öffnet Raum für Wohlbefinden, Intuition und spirituelles Wachstum. Bei jeder der fünf Techniken steht unten außerdem, was ihr Bezug zur Schumann-Resonanz trägt und was daran Deutung bleibt.
1. Zwerchfellatmung oder Bauchatmung (Die Grundlage)
Bevor du dich an weiterführende Techniken machst, lohnt es sich, die Zwerchfellatmung sicher zu beherrschen. Sie ist die natürliche und effizienteste Art deines Körpers zu atmen, doch viele Erwachsene verfallen aufgrund von Stress und Gewohnheit in flaches Brustatmen.
- So praktizierst du es: Leg dich hin oder setz dich bequem hin. Leg eine Hand auf deine Brust und die andere auf deinen Bauch. Atme langsam und tief durch die Nase ein, wobei sich dein Bauch hebt und deine Brust relativ ruhig bleibt. Atme langsam durch den Mund oder die Nase aus und spüre, wie dein Bauch sinkt. Konzentriere dich darauf, dass deine Ausatmung etwas länger dauert als deine Einatmung.
- Warum es hilft: Diese Atemform verschiebt das Gleichgewicht in Richtung Parasympathikus, vermittelt über den Vagus-Nerv. In der Übersicht von Zaccaro et al. (2018, DOI 10.3389/fnhum.2018.00353) stiegen Herzfrequenzvariabilität und Alpha-Aktivität, während Erregung, Angst und Gereiztheit zurückgingen. Zu Stresshormonen wie Cortisol sagt diese Übersicht nichts, dafür haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Es ist die grundlegende Praxis, um überhaupt zur Ruhe zu kommen.
- Bezug zur SR: Ein ruhiges Nervensystem macht dich aufmerksamer für dich selbst und für deine Umgebung. Dass es dich für die Erdfrequenz empfänglicher macht, ist eine Deutung. Belegt ist sie nicht, und schön ist sie trotzdem.
2. Kohärente Atmung (6 Atemzüge pro Minute)
Kohärente Atmung beinhaltet Ein- und Ausatmen in gleicher Dauer, typischerweise etwa fünf bis sechs Sekunden pro Einatmung und fünf bis sechs Sekunden pro Ausatmung, was etwa fünf bis sechs Atemzügen pro Minute entspricht. Dieser Rhythmus wird oft als die Resonanzfrequenz für die Herzfrequenzvariabilität (HRV) beschrieben, ein wichtiger Indikator für das Gleichgewicht des Nervensystems. Das ist keine Redensart: Die stärksten Effekte werden bei einer Atmung um 0,1 Hz erreicht, also bei etwa sechs Atemzügen pro Minute; in späteren Auswertungen wurde der Mittelwert auf rund 0,09 Hz beziffert, was 5,5 Atemzügen pro Minute entspricht. Verantwortlich dafür ist der Baroreflex (Lehrer & Gevirtz 2014, DOI 10.3389/fpsyg.2014.00756). Eine feste persönliche Spanne, in der diese Resonanz bei Erwachsenen liegt, nennt die Arbeit nicht.
- So praktizierst du es: Atme langsam über fünf bis sechs Sekunden ein. Atme langsam über fünf bis sechs Sekunden aus. Halte diesen sanften, gleichmäßigen Zyklus fünf bis zwanzig Minuten. Du kannst dir eine Sinuswelle oder eine sanfte Meereswelle vorstellen.
- Warum es hilft: Bei diesem Tempo schwingen Herzfrequenz und Atmung in Phase, und der Baroreflex verstärkt die Ausschläge (Lehrer & Gevirtz 2014, DOI 10.3389/fpsyg.2014.00756). Im EEG zeigt sich dabei mehr Alpha- und weniger Theta-Aktivität (Zaccaro et al. 2018, DOI 10.3389/fnhum.2018.00353). Es ist ein tragfähiges Werkzeug für tiefe Entspannung und meditative Bewusstheit.
- Bezug zur SR: Hier lohnt eine ehrliche Zahl: Fünf bis sechs Atemzüge pro Minute entsprechen etwa 0,1 Hz. Mit den 7,83 Hz der Erde hat der Atemrhythmus rechnerisch nichts zu tun. Was bleibt, ist das Bild einer gemeinsamen Ruhe, eines gleichmäßigen Schwingens, und dieses Bild trägt in der Praxis erstaunlich weit.
3. Erdungs-Atemarbeit (Erdverbindung visualisieren)
Diese Technik verbindet langsame, tiefe Atmung mit Visualisierung, um dein Gefühl der Verbindung zur Erde zu verstärken.
- So praktizierst du es: Finde eine bequeme Sitz- oder Stehposition, idealerweise draußen mit nackten Füßen auf der Erde. Schließe deine Augen. Während du einatmest, stelle dir vor, wie du Energie aus dem Erdkern durch die Sohlen deiner Füße hochziehst, durch deine Beine, über deine Wirbelsäule hinauf und in deinen Herzraum. Während du ausatmest, stelle dir vor, dass du jede Spannung, jeden Stress oder stagnierende Energie zurück in die Erde freisetzt, wo sie aufgenommen und umgewandelt wird. Bleib 10 bis 15 Minuten dabei.
- Warum es hilft: Die langsame Atmung beruhigt, das ist der gemessene Teil. Dazu kommt die Visualisierung, und die pflegt etwas, das sich schwer messen lässt: eine bewusste Beziehung zum Boden, auf dem du stehst.
- Bezug zur SR: Du stellst dir vor, wie sich deine Energiebahnen mit dem Feld der Erde verbinden. Das ist eine Vorstellungsübung, kein Messvorgang, und als solche wirkt sie: Sie bündelt deine Aufmerksamkeit und stärkt das Gefühl von Zugehörigkeit.
4. Herz-Kohärenz-Atem (Herz-zentrierte Atmung)
Der Fokus auf den Herzraum während der Atemarbeit erzeugt physiologische Kohärenz: Herz, Atem und Nervensystem geraten in einen gemeinsamen, gleichmäßigen Takt.
- So praktizierst du es: Leg eine Hand auf dein Herz. Atme langsam und tief ein und stelle dir vor, wie dein Atem in dein Herzzentrum ein- und wieder ausströmt. Ruf beim Atmen Gefühle von Dankbarkeit, Liebe, Mitgefühl oder Wertschätzung in dir wach. Halte diese positiven Gefühle fest, während du weiter von deinem Herzen atmest.
- Warum es hilft: Für die viel zitierte Angabe, das Feld des Herzens sei um ein Vielfaches stärker als das des Gehirns, haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Wir lassen sie deshalb weg. Was sich zuverlässig ändert, ist dein Herzrhythmus, und mit ihm dein Zustand.
- Bezug zur SR: Viele spirituelle Traditionen verbinden das Herzchakra mit universeller Liebe und Verbundenheit. Wer Herz-Kohärenz kultiviert, erlebt sich oft als offener und verbundener. Ob dabei irgendetwas mit dem Feld der Erde in Beziehung tritt, ist nicht gezeigt. Als innere Erfahrung ist es trotzdem echt.
5. Meditative Atmung mit Absicht (als Geste an die 7,83 Hz)
Diese Praxis verbindet bewusste Atmung mit einer inneren Geste an die Grundfrequenz der Erde. Gemeint ist eine Zuwendung, kein Abstimmen im technischen Sinn, denn das gibt es hier nicht.
- So praktizierst du es: Finde einen ruhigen Ort. Beginne mit Zwerchfell- oder kohärenter Atmung, um dein System zu beruhigen. Sobald du entspannt bist, bringe dein Bewusstsein in den Raum um dich herum. Schließe deine Augen und bekräftige stumm: „Ich bin offen und empfänglich für den Puls der Erde. Ich richte mich auf die Frequenz 7,83 Hz der Schumann-Resonanz aus.“ Atme weiter ruhig ein und aus und stelle dir dabei vor, du seist ein Empfänger, der sanft mit dem Planeten mitschwingt. Du kannst dir sogar ein sanftes Summen oder Pulsieren durch deinen Körper vorstellen.
- Warum es hilft: Absicht ist in der spirituellen Praxis ein starkes Werkzeug. Indem du sie bewusst setzt, nimmst du dein Unterbewusstsein mit hinein, und der Körper folgt der Aufmerksamkeit oft von selbst.
- Bezug zur SR: Das ist eine symbolische Ausrichtung auf die Grundfrequenz der Erde, mit deinem Bewusstsein als einzigem Werkzeug. Physikalisch passiert dabei nichts, das sich messen ließe. Was passiert, ist eine Entscheidung für Verbundenheit, und die wirkt auf dich.
Die größeren Implikationen: Kosmische Ereignisse und kollektives Bewusstsein
Die Schumann-Resonanz ist nicht statisch. Sie schwankt in ihrer Intensität, besonders als Reaktion auf Sonneneruptionen, geomagnetische Stürme und andere kosmische Ereignisse. Es gibt wachsende Spekulationen, dass signifikante Verschiebungen der SR mit Verschiebungen im menschlichen Bewusstsein und kollektiver Erfahrung korrelieren könnten.
Sonneneruptionen und geomagnetische Stürme
Wenn die Sonne starke Eruptionen und koronale Massenauswürfe (CMEs) ausstößt, können diese die Magnetosphäre der Erde beeinflussen und geomagnetische Stürme verursachen. Diese Stürme wirken wiederum auf die Schumann-Resonanz. Was dabei vorübergehend steigt, ist vor allem die Amplitude, also die Stärke der Schwingung. Die Grundfrequenz selbst verschiebt sich höchstens um Bruchteile eines Hertz.
- Spirituelle Perspektive: Einige glauben, dass diese energetischen Zuflüsse von der Sonne, vermittelt durch die SR, als Katalysatoren für Erwachen wirken, die spirituelle Evolution beschleunigen und Verschiebungen im individuellen und kollektiven Bewusstsein anstoßen. Sie werden als kosmische „Upgrades“ oder Chancen für schnelles Wachstum betrachtet.
Steigende Frequenzen? Das Große Erwachen
Innerhalb spiritueller Gemeinschaften gibt es einen weit verbreiteten Glauben, dass die Schumann-Resonanz in den letzten Jahren zugenommen hat und auf ein größeres planetares Erwachen oder eine Bewusstseinsverschiebung hindeutet. Wissenschaftliche Instrumente messen die Grundfrequenz dagegen als weitgehend stabil bei rund 7,83 Hz, mit Schwankungen von Bruchteilen eines Hertz im Tages- und Jahresgang. In einer Messreihe über zweieinhalb Monate blieb die Tagesschwankung der ersten Mode bei höchstens rund 0,3 Hz, die der zweiten bei 0,4 und die der dritten bei 0,7 Hz (Chand et al. 2009, DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009). Was tatsächlich auffällig ausschlägt, sind Spitzen und Phasen höherer Amplitude, also der Stärke.
- Beachtenswert sind also Intensität und Variabilität der Schumann-Resonanz, nicht ein wandernder Grundwert. Ob diese Schwankungen unser Nervensystem erreichen, ist offen und mit wenigen Picotesla physikalisch schwer vorstellbar. Für die Praxis ändert das wenig: Ruhiges Atmen hilft dir in unruhigen Zeiten, ganz gleich, was das Spektrogramm gerade anzeigt.
Gemeinsam atmen: was in der Gruppe geschieht
Wenn schon die eigene Praxis so viel bewegt, was passiert dann in einer Gruppe? Stell dir Menschen vor, die bewusst im selben Rhythmus atmen. Wer das erlebt hat, kennt die Wirkung im Raum: Menschen kommen zur Ruhe, Absichten bündeln sich. Ob daraus etwas Messbares im planetaren Maßstab entsteht, ist eine Hoffnung und keine Messung. Als gemeinsame Erfahrung ist sie ihr eigener Wert.
- Praktische Anwendung: Nimm an einer gemeinsamen Atemsitzung teil, wenn sich die Gelegenheit ergibt, oder widme einen Teil deiner eigenen Praxis der Absicht, zu planetarer Harmonie und kollektivem Erwachen beizutragen.
Abschluss: Mit der lebendigen Erde atmen
Die Schumann-Resonanz ist ein reales, gut vermessenes Stück Physik: der elektromagnetische Grundton unseres Planeten. Ob dieser Grundton unser Bewusstsein und unser Wohlbefinden berührt, ist bis heute nicht geklärt, und niemand sollte dir etwas anderes erzählen. Das alte Gefühl, tief mit der Erde verbunden zu sein, steht davon unberührt. Es ist eine Erfahrung, und Erfahrungen brauchen keine Messgeräte.
Mit dem bewussten Atmen hast du ein Werkzeug in der Hand, das den Körper messbar beruhigt. Langsames, gleichmäßiges Atmen senkt Stress und bringt dich zurück in deinen Körper. Und wenn du magst, darfst du dieses Atmen als Teilnahme an einem größeren Rhythmus verstehen. Diese Deutung kostet nichts und gibt vielen Menschen viel.
Wenn du das nächste Mal bewusst atmest, darfst du das also größer denken: als Teilnahme an einem uralten Rhythmus, an einem Tanz mit der lebendigen Erde. Du atmest Anspannung aus und Ruhe ein. Ob dabei etwas zwischen dir und dem Grundton des Planeten mitschwingt, wird dir niemand sagen können. Aber der Atem ist ohnehin bei dir, jederzeit und kostenlos, und das ist ein ziemlich gutes Angebot.
Quellen
Für eine Wirkung der Schumann-Resonanz auf Hirnwellen, Herzrhythmus oder Wohlbefinden haben wir keine belastbare Studie gefunden. Deshalb steht dazu keine Quelle in dieser Liste. Was hier mit Quellen steht, betrifft die Physik der Erdfrequenz und die Wirkung des langsamen Atmens auf den eigenen Körper.
- Chand, R., Israil, M. & Rai, J. (2009): Schumann resonance frequency variations observed in magnetotelluric data recorded from Garhwal Himalayan region India. Annales Geophysicae 27(9), 3497-3507. DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009
- Zaccaro, A. et al. (2018): How Breath-Control Can Change Your Life. A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Frontiers in Human Neuroscience 12, 353. DOI 10.3389/fnhum.2018.00353
- Lehrer, P. M. & Gevirtz, R. (2014): Heart rate variability biofeedback. How and why does it work? Frontiers in Psychology 5, 756. DOI 10.3389/fpsyg.2014.00756
- Kane, N. et al. (2017): A revised glossary of terms most commonly used by clinical electroencephalographers and updated proposal for the report format of the EEG findings. Revision 2017. Clinical Neurophysiology Practice 2, 170-185. DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154. DOI 10.1515/zna-1952-0202
- Balser, M. & Wagner, C. A. (1960): Observations of Earth-Ionosphere Cavity Resonances. Nature 188, 638-641. DOI 10.1038/188638a0