Im Tanz mit dem Erdenpuls: Yoga, Atem und ein gut vermessenes Summen
Stell dir vor, ein stilles, uraltes Flüstern durchdringt jedes Atom unseres Seins, ein grundlegendes Summen, das Leben auf der Erde seit Jahrtausenden wiegt. Dieses Summen gibt es wirklich, seit 1960 ist es in Messreihen belegt: die Schumann-Resonanz. Zu lange hat die Menschheit sich als getrennt von der Natur verstanden, als eine Sammlung einzelner Bewusstseine, treibend in der kosmischen Leere. Dabei sind wir in den Stoff dieses Planeten verwoben, und das elektromagnetische Feld der Erde ist eines der schönsten Bilder dafür.
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
In einer Welt, die zunehmend von künstlichen Frequenzen und digitalem Lärm getrieben wird, tut die Rückbindung an einen ruhigen, natürlichen Rhythmus gut. Dieser Blogartikel erforscht die faszinierende Schnittmenge zwischen Schumann-Resonanz und der uralten Praxis des Yoga. Er fragt, was eine Praxis mit dir macht, die Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit bewusst am Bild vom Puls der Erde ausrichtet. Gemessenes und Gedeutetes stehen dabei nebeneinander, beides klar erkennbar, und keines ersetzt das andere.
Der Herzschlag der Erde: Die Schumann-Resonanz verstehen
Bevor wir in den Tanz eintauchen, wollen wir unseren Tanzpartner verstehen. Die Schumann-Resonanz (SR) bezeichnet eine Reihe globaler elektromagnetischer Resonanzen, die durch Blitzentladungen in dem Hohlraum angeregt werden, der sich zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre bildet. Stell dir das wie einen riesigen, natürlich vorkommenden elektromagnetischen Wellenleiter vor, der unseren Planeten umhüllt.
Die Vorhersage und die Wissenschaft hinter SR
1952 sagte der deutsche Physiker Winfried Otto Schumann diese Resonanzen rechnerisch voraus (Schumann 1952, DOI 10.1515/zna-1952-0202). Welche Zahl er dabei für den verlustfreien Hohlraum nannte, konnten wir nicht nachlesen: Die Arbeit ist über den Verlag nicht frei abrufbar, und wir schreiben ihr deshalb keinen Wert zu. Zwei Jahre später veröffentlichte er mit Herbert König eine erste Beobachtungsnotiz zu Atmospherics bei geringsten Frequenzen (Schumann & König 1954, Die Naturwissenschaften 41, 183-184, DOI 10.1007/BF00638174). Gemessen wurden diese Resonanzen erstmals 1960 (Balser & Wagner 1960, Nature 188, 638-641, DOI 10.1038/188638a0). Der heute überall genannte Wert von 7,83 Hz ist ein gerundeter Mittelwert für die Grundmode und stammt so nicht aus dieser Arbeit; wer ihn zuerst beziffert hat, ließ sich für diesen Text nicht klären. Diese Grundfrequenz wird oft als der „Herzschlag“ der Erde bezeichnet. Sie ist bemerkenswert, weil sie am oberen Rand des Theta-Bandes liegt, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Diese Grenzen sind keine Geschmackssache: Das Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology setzt Theta auf 4 bis unter 8 Hz und Alpha auf 8 bis 13 Hz (Kane et al. 2017, DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002). Theta und Alpha sind die Hirnwellenbereiche, die mit Entspannung, Meditation und Kreativität verbunden werden. Diese Zuordnung von Zuständen ist die gebräuchliche Kurzform, das Glossar selbst schreibt sie nicht fest. Die Nähe der Zahlen ist dagegen gut belegt. Ein Weg, auf dem das Erdfeld die Hirnwellen erreichen würde, ist es nicht.
Es gibt außerdem mehrere höhere Moden um 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz. Glatte Vielfache der Grundfrequenz sind das nicht, das Doppelte von 7,83 Hz wäre 15,7 Hz. Der Abstand kommt von der Kugelgestalt der Erde und davon, dass die Ionosphäre die Wellen dämpft. Diese Moden sind schwach und trotzdem gut messbar. Ihre Stärke schwankt ständig, je nach Gewitterlage, Sonnenaktivität und, in Bodennähe, auch je nach künstlichen elektromagnetischen Störungen.
Über die wissenschaftliche Messung hinaus: Eine mystische Perspektive
In mystischer Lesart ist die Schumann-Resonanz der Atem von Gaia, des planetaren Bewusstseins. Sie gilt dort als energetischer Bauplan, der Leben trägt, als ein Grundfeld, das jedes lebende Wesen auf der Erde berührt. Alte spirituelle Traditionen haben diese Verbundenheit intuitiv beschrieben, lange bevor es Messgeräte dafür gab. Sie sprachen von „tellurischen Strömungen“, „Ley-Linien“ und dem „Energiekörper der Erde“ und hallten damit dasselbe Grundmotiv wider: Unser Planet ist lebendig, und sein Puls geht uns an. Das ist Deutung. Sie steht hier, weil sie viele Menschen trägt, und sie tritt nicht an die Stelle eines Befundes.
Wirkt die Erdfrequenz auf uns? Der Stand der Dinge
Die Idee, dass unsichtbare Frequenzen unsere physischen und mentalen Zustände beeinflussen, ist alt und verlockend. Belastbare Studien, die eine solche Wirkung der Schumann-Resonanz auf den Menschen zeigen, gibt es bisher nicht. Unbestritten ist dagegen, dass unsere Körper feine bioelektrische Systeme sind, die ständig mit ihrer Umgebung interagieren. Was in diesem Abschnitt folgt, sind darum Hypothesen und keine Befunde.
Biologie und Nervensystem: die Hypothesen
- Hirnwellen-Entrainment, eine Hypothese: Wie erwähnt, liegt die SR-Grundfrequenz von 7,83 Hz am oberen Rand des menschlichen Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Aus dieser Nachbarschaft entstand die Idee, unser Gehirn könne sich auf das Erdfeld einstellen und so Entspannung, Kreativität und Zugang zu unbewussten Einsichten fördern. Ein Beleg dafür fehlt bis heute. Das Bild von der natürlichen Stimmgabel ist schön, es bleibt ein Bild.
- Zelluläre Kommunikation: Einige Theorien legen nahe, dass die Schumann-Resonanz zelluläre Kommunikation erleichtert und biologische Prozesse mitreguliert, bis hin zu DNA-Reparatur und Immunfunktion. Geprüft ist davon nichts. Für Aussagen über DNA-Reparatur oder Immunfunktion gibt es bisher keine belastbaren Studien.
- Circadiane Rhythmen: Es gibt Spekulationen, dass anhaltende Exposition gegenüber natürlichen SR-Frequenzen, frei von künstlichen elektromagnetischen Störungen (EMI), unsere Schlaf-Wach-Zyklen und das allgemeine Wohlbefinden regulieren könnte. Untersucht ist das nicht. Was den Schlaf-Wach-Rhythmus verlässlich stellt, ist helles Licht am Morgen und Dunkelheit am Abend.
- Mentale Klarheit und emotionales Gleichgewicht: Viele berichten, dass sie sich geerdet, zentriert und emotional ausgeglichener fühlen, wenn sie Zeit in natürlichen Umgebungen verbringen, weg vom städtischen elektromagnetischen Smog. Diese Erfahrungsberichte passen zur Hypothese einer harmonischen Beziehung zur Erdfrequenz. Sie passen ebenso gut zum Naheliegenden: Bewegung, Tageslicht, Stille und der Wegfall von Bildschirmen.
Die spirituelle Lesart
Was jetzt folgt, ist Deutung und kein Messwert. Sie darf trotzdem ihren Platz haben, denn sie beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen kennen.
- Weite: In dieser Lesart klingt das eigene Energiefeld mit dem der Erde zusammen, und daraus wächst ein Gefühl von Einheit und Verbundenheit. Viele spirituelle Praktiken zielen genau darauf, die erlebte Trennung durchlässiger zu machen.
- Intuition vertiefen: Ein entspannter, gesammelter Zustand, wie ihn Meditation und ruhiger Atem herstellen, macht empfänglicher für feine Eindrücke. Es ist wie das Einstellen auf einen klareren Radiosender.
- Erdung: In einer zunehmend digitalisierten Welt fühlen sich viele entwurzelt oder abgetrennt. Die bewusste Rückbindung an den Boden wirkt dagegen und holt die Aufmerksamkeit zurück in den Moment und in den eigenen Körper.
- Spirituelles Wachstum: Wer auf einem Weg spirituellen Wachstums ist, erlebt die Arbeit mit dem Bild der Erdfrequenz oft als Katalysator, der alte Muster lockert und die Energiezentren (Chakren) öffnet.
Yoga: eine uralte Praxis der Verbindung
Yoga, im Sanskrit „Vereinigung“ bedeutend, ist weit mehr als körperliche Bewegung. Es ist ein ganzheitliches System, das darauf ausgerichtet ist, das individuelle Bewusstsein mit dem universalen Bewusstsein zu vereinen. Durch Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemtechniken), Meditation und ethische Prinzipien strebt Yoga danach, den Körper zu reinigen, den Verstand zu stabilisieren und den Geist zu wecken.
Die innere Verbindung zwischen Yoga und der Energie der Erde
Historisch praktizierten Yogis in natürlichen Umgebungen, meditierend in Höhlen, neben Flüssen oder auf Berggipfeln, und beschrieben den Austausch zwischen ihren Körpern und der Erde als etwas Selbstverständliches. Der bloße Akt, Hände und Füße auf den Boden zu legen, durch die Fersen in Tadasana (Bergpose) Wurzeln zu schlagen oder sich in Savasana (Leichenpose) auszuruhen, ist in dieser Tradition ein Akt der Erdung und der Verbindung.
- Pancha Mahabhutas (Fünf Große Elemente): Die Yoga-Philosophie betont die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther) als die Bausteine des Universums und unserer eigenen Körper. Praktiken sollen diese Elemente in uns ausgleichen, wobei Erdungshaltungen und Meditationen uns besonders mit dem Erdelement verbinden.
- Chakra-System: Das Wurzelchakra (Muladhara) an der Basis der Wirbelsäule ist in dieser Lehre direkt mit unserer Verbindung zur Erde, mit Stabilität und mit Überlebensfähigkeit verknüpft. Es auszugleichen gilt in der Yoga-Tradition als Grundlage aller weiteren Praxis und ist von Natur aus ein Erdungsakt.
- Prana: Yoga-Texte sprechen von Prana, der universellen Lebensenergie, die durch uns und alles um uns herum fließt. In dieser Lehre ist Prana mehr als etwas in uns: Es strömt aus der Erde, aus der Sonne, aus dem Kosmos. Yoga lehrt, diese Lebensenergie bewusst anzuziehen und zirkulieren zu lassen.
Yoga und die Erdfrequenz zusammenbringen: wie eine Praxis aussehen kann
Jetzt bringen wir beides zusammen. Wie lässt sich das Wissen über die Schumann-Resonanz in die eigene Yoga-Praxis holen, ohne mehr zu behaupten, als da ist?
Die Praxis bewusster Erdung
Der unmittelbarste Weg, dich mit dem Boden zu verbinden, führt über bewusste Erdung. Das geht über die bloße Berührung der Erde hinaus, es geht um die Absicht, mit der du den Boden aufsuchst.
- Füße fest verankert: In Standposen wie Tadasana, Virabhadrasana (Kriegerposen) oder Vrksasana (Baumpose) stelle dir vor, dass Wurzeln aus den Sohlen deiner Füße tief ins Innere der Erde hineinreichen. Stelle dir das ruhige Summen des Planeten vor, das dir entgegenkommt. Es ist ein Bild, und es hält die Aufmerksamkeit da unten, wo sie in dieser Haltung hingehört.
- Savasana mit Absicht: Gib in Savasana dein Gewicht bewusst in die Erde ab, statt dich nur hinzulegen. Spüre die Auflagepunkte, den Rücken, die Fersen, die Handrücken. Stelle dir vor, wie dein Energiefeld mit dem Feld der Erde verschmilzt.
- Kindhaltung und Vorbeugungen: Diese Posen bringen die Stirn (der Sitz von Intuition und dem dritten Auge) und den ganzen vorderen Körper in Kontakt mit der Erde oder der Matte. Nutze diese Gelegenheit, um abzugeben, was du nicht mehr brauchst, und dir vom Boden Halt geben zu lassen.
Atemtechniken als Brücke (Pranayama)
Der Atem ist der Vermittler zwischen unserer inneren und äußeren Welt. Bewusste Atemtechniken verlangsamen den eigenen Rhythmus. Ob er dabei irgendetwas draußen trifft, ist offen. Ruhiger wird er auf jeden Fall.
- Langsamer, tiefer Bauchrhythmus: Das ist der eine Punkt in diesem Text, an dem die Studienlage tatsächlich trägt. Eine systematische Übersichtsarbeit über 15 Studien an gesunden Menschen fand für langsames Atmen unter zehn Atemzügen pro Minute: Herzratenvariabilität und respiratorische Sinusarrhythmie steigen, im EEG nimmt Alpha zu und Theta ab, und berichtet werden mehr Behaglichkeit, Entspannung und Wachheit bei weniger Anspannung, Angst und Ärger (Zaccaro et al. 2018, DOI 10.3389/fnhum.2018.00353). Fünfzehn Studien an Gesunden sind kein Fundament für Heilversprechen, für die Alltagspraxis reichen sie gut. In diesen ruhigeren Zuständen wirst du aufmerksamer für feine Eindrücke, innen wie außen.
- „Erdatem“-Visualisierungen: Atme ein und stelle dir vor, wie du lebendige, erdende Energie aus der Erde durch die Sohlen deiner Füße und dein Wurzelchakra hochziehst. Atme aus und gib Anspannung, Stress und stagnierte Energie an die Erde ab. Wiederhole das und stelle dir einen ruhigen, gleichmäßigen Kreislauf vor.
- Praxis im Freien: Wann immer möglich, verlege deine Yoga-Praxis nach draußen. Auch ein kleines Stück Rasen in einem Park oder ein Balkon mit Blick auf die Natur können einen großen Unterschied machen. Draußen kommen Tageslicht, frische Luft, Bodenkontakt und weniger technischer Hintergrund zusammen. Das ist der Unterschied, den die meisten tatsächlich spüren.
Zentriertsein und Stille (Meditation)
Meditation ist der Ort, an dem Körper, Atem und Aufmerksamkeit zusammenkommen.
- Meditation mit dem Bild der Erdfrequenz: Setze zu Beginn die Absicht, dich für diese Sitzung mit dem Boden zu verbinden. Du könntest binaurale Beats oder Klänge, die auf 7,83 Hz Bezug nehmen, als Audiohilfe verwenden. Ob solche Töne die Hirnwellen wirklich mitziehen, ist ungeklärt. Als Anker für die Aufmerksamkeit taugen sie trotzdem, und die tragfähigste Verbindung kommt ohnehin aus innerer Stille und Absicht.
- Ein Bild für die Verbindung: Stelle dir vor, wie dein eigener Rhythmus und der Puls der Erde ineinandergreifen. Sieh ein sanftes, goldenes Licht, das aus dem Inneren der Erde aufsteigt, dein Wurzelchakra durchdringt, die Wirbelsäule hinaufwandert und dein ganzes Sein erfüllt. Ein Vorgang ist das nicht. Ein tragfähiges Bild schon.
- Herz-Erde-Verbindung: Konzentriere dich auf dein Herzzentrum. Stelle dir einen Lichtfaden vor, der dein Herz mit dem Herzen der Erde verbindet. Sende Liebe und Dankbarkeit zum Planeten und nimm wahr, wie viel Halt der Boden unter dir hergibt.
Yoga Nidra und tiefe Entspannung
Yoga Nidra oder „yogischer Schlaf“ ist ein tiefgreifender Zustand bewusster Entspannung. Er kann sehr kraftvoll sein, um zur Ruhe und in den eigenen Körper zurückzufinden.
- Bewusstes Loslassen: Während du im Yoga Nidra in tiefere Entspannungszustände sinkst, gib dich bewusst in die Umarmung der Erde. Erlaube ihr, dich zu halten und dein Gewicht zu tragen. Mehr braucht es an dieser Stelle nicht.
- Affirmationen zum Erden: Integriere Affirmationen wie „Ich bin tief mit der Erde verbunden“, „Ich bin von der Energie der Erde getragen“ oder „Mein innerer Rhythmus darf ruhig werden“ in deine Yoga-Nidra-Praxis.
Praktische Tipps für deine Praxis
- Barfuß praktizieren: Wann immer möglich, praktiziere Yoga barfuß, besonders im Freien. Wenn drinnen, erwäge eine Matte aus Naturfasern. Ob sie energetisch etwas ändert, ist offen, angenehmer auf der Haut ist sie allemal.
- Regelmäßig mit der Natur verbinden: Über deine Yoga-Praxis hinaus, mache es zur Gewohnheit, Zeit in der Natur zu verbringen. Gehe barfuß auf Gras, Erde oder Sand. Umarme einen Baum. Sitze neben einem Gewässer. Diese einfachen Akte sind kraftvolle Erdungspraktiken.
- Weniger Geräte im Raum: Werde dir künstlicher elektromagnetischer Felder (EMFs) in deiner Umgebung bewusst. Mache Pausen von elektronischen Geräten, schalte das WLAN nachts aus und schaffe dir eine ruhige Ecke für Yoga und Meditation. Das reduziert den technischen Hintergrund und macht es leichter, überhaupt zur Ruhe zu kommen.
- Absichtssetzung: Setze vor jeder Praxis eine klare Absicht, zum Beispiel, dich für die nächste Stunde ganz mit dem Boden unter dir zu verbinden. Die Kraft der Absicht ist ein grundlegendes Prinzip in Yoga und Energiearbeit.
- Auf deinen Körper hören: Achte darauf, wie du dich während und nach deiner Praxis fühlst. Fühlst du dich geerdet, ruhiger oder verbundener? Dein Körper ist ein sensibles Instrument und wird dir Rückmeldung geben.
- Klangpraktiken und Solfeggio-Frequenzen: Erkunde Klangpraktiken, die auf 7,83 Hz oder andere erdende Töne Bezug nehmen. Hörbar ist 7,83 Hz selbst nicht, die Frequenz liegt unterhalb dessen, was das Ohr als Ton wahrnimmt, du hörst also immer einen Trägerton oder eine Schwebung. Als Rahmen für eine ruhige Praxis funktioniert das gut.
Kosmische Ereignisse und kräftige SR-Ausschläge: Möglichkeiten für tiefere Verbindung
Die Schumann-Resonanz ist alles andere als statisch. Gewitteraktivität, Tageszeit, Jahreszeit, Sonneneruptionen und geomagnetische Stürme verschieben vor allem ihre Stärke messbar. Die Tagesschwankung hat dabei zwei Anteile: einen, der der Weltzeit folgt und die weltweite Gewitteraktivität abbildet, und einen, der der Ortszeit der Messstation folgt (Nickolaenko & Hayakawa 2008, DOI 10.5194/angeo-26-813-2008). Die Grundfrequenz selbst wandert nur um Bruchteile eines Hertz: Ein Anstieg des Sonnenaktivitätsindex I10.7 um rund 150 Einheiten hebt sie um etwa 0,1 Hz (Nickolaenko, Hayakawa & Koloskov 2025, DOI 10.3390/atmos16060648). Aus einer spirituellen Perspektive können solche Phasen als besondere Möglichkeiten für Wachstum und tiefere Verbindung betrachtet werden.
- Sonnenaktivität und unruhiges Erdfeld: In solchen Phasen kann die Schumann-Resonanz kräftiger ausschlagen. Beziffert wurde das für die geomagnetische Seite in einer Arbeit von 2026, die einen Anstieg in der Größenordnung weniger Prozent findet. Wir nennen ihre Zahlen hier nicht: es ist ein erster Befund eines einzelnen Autors an einer einzigen Station, von anderen Stationen bisher nicht bestätigt, und die Journalfassung steht hinter einer Bezahlschranke, wir haben sie nicht im Volltext gelesen. Gemessen wurde dabei am Kp-Index, der die Unruhe im Erdmagnetfeld beziffert; über Phasen hoher Sonnenaktivität als solche sagt diese Arbeit nichts. Ein Effekt in der Größenordnung weniger Prozent also, gemessen an der Unruhe des Erdfelds. Manche deuten solche Phasen als Katalysator für Bewusstseinswechsel, emotionale Freisetzung und spirituelle Durchbrüche. Am Menschen gemessen ist davon nichts. Geerdet zu sein tut in unruhigen Zeiten trotzdem gut.
- Vollmond und Neumond: Dafür, dass Mondphasen die Schumann-Resonanz treiben, sind in dieser Recherche keine belastbaren Studien zu finden gewesen. Die Treiber, die sich in den Messreihen wiederfinden, sind die weltweite Gewitteraktivität, die Ortszeit der Station und die Sonnenaktivität. Die Gezeiten steuert der Mond sehr wohl, und viele Menschen richten ihre Praxis gern nach seinen Phasen aus. Ob du deine Absichten an Neumond (Loslassen) oder Vollmond (Klarheit) knüpfst, ist eine Frage des Rituals, und Rituale wirken über ihre Regelmäßigkeit.
- Planetare Ausrichtungen: In astrologischer Lesart markieren große Konstellationen energetische Wendepunkte. Studien, die sie in Messreihen der Schumann-Resonanz wiederfinden, gibt es bisher nicht. Bleibst du durch deine Praxis mit dem Boden verbunden, kannst du solche Zeiten trotzdem ruhiger navigieren und dich inmitten der Bewegung verankert fühlen.
In bewegten Zeiten wird eine regelmäßige, absichtsvolle Yoga-Praxis, die auf Erdung setzt, besonders wertvoll. Sie gibt dir einen festen Punkt, zu dem du zurückkehren kannst, wenn außen viel los ist.
Fazit: Ein resonanter Weg zu Ganzheit
Die Reise des Yoga ist eine Reise der Heimkehr, Heimkehr zu uns selbst, zu unserer wahren Natur und zu unserer innewohnenden Verbindung mit dem Universum. Wenn wir die Yoga-Praxis bewusst mit dem Bild vom Puls der Erde verbinden, bekommt sie eine zusätzliche Tiefe. Wir bewegen uns über bloße physische Posen hinaus in einen Tanz mit der lebendigen Erde.
Wenn du dich in Tadasana verankerst, tief in Ujjayi atmest oder dich in Savasana hingibst, denke daran, dass du weit mehr tust, als auf einer Matte zu liegen. Du stehst auf einem Planeten, der seinen eigenen Rhythmus hat, und du richtest deine Aufmerksamkeit für eine Weile darauf. Wenn Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit in einen ruhigen gemeinsamen Takt kommen, öffnen sich tiefere Brunnen von Ruhe, das Bewusstsein wird weiter und ein Gefühl von Ganzheit stellt sich ein. Ob dabei irgendetwas mit der Erdfrequenz zusammenklingt, weiß bis heute niemand. Dass die Praxis trägt, wissen sehr viele. Lass uns also bewusst wählen, mit dem Rhythmus der Erde zu tanzen, ein bewusster Atemzug und eine verankerte Haltung nach der anderen. Die Symphonie des Kosmos wartet auf deine bewusste Teilnahme.
Quellen
Belegt sind die physikalischen Aussagen und der Abschnitt zum langsamen Atem. Nicht jede der unten genannten Arbeiten war für uns im Volltext zugänglich. Für Schumann 1952, Schumann und König 1954, Balser und Wagner 1960 sowie Cann 2026 lag uns nur der Registereintrag oder das Abstract vor, für diese Arbeiten steht im Text keine Zahl, die wir ihnen zuschreiben. Alles, was dieser Text über Chakren, Prana und energetische Verbindung sagt, ist Deutung und im Text als solche gekennzeichnet.
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7(2), 149-154. DOI 10.1515/zna-1952-0202
- Schumann, W. O. & König, H. (1954): Über die Beobachtung von „atmospherics“ bei geringsten Frequenzen. Die Naturwissenschaften 41(8), 183-184. DOI 10.1007/BF00638174
- Balser, M. & Wagner, C. A. (1960): Observations of Earth-Ionosphere Cavity Resonances. Nature 188, 638-641. DOI 10.1038/188638a0
- Kane, N. et al. (2017): A revised glossary of terms most commonly used by clinical electroencephalographers. Revision 2017. Clinical Neurophysiology Practice 2, 170-185. DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002
- Zaccaro, A. et al. (2018): How Breath-Control Can Change Your Life: A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Frontiers in Human Neuroscience 12, 353. DOI 10.3389/fnhum.2018.00353
- Nickolaenko, A. P. & Hayakawa, M. (2008): Universal and local time components in Schumann resonance intensity. Annales Geophysicae 26, 813-822. DOI 10.5194/angeo-26-813-2008
- Nickolaenko, A. P., Hayakawa, M. & Koloskov, O. (2025): Impact of Solar Activity on Schumann Resonance: Model and Experiment. Atmosphere 16(6), 648. DOI 10.3390/atmos16060648
- Cann, K. (2026): Geomagnetic storm enhancement of Schumann resonance amplitude: a dose-response analysis using the Sierra Nevada ELF archive. Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics 286, 106931. DOI 10.1016/j.jastp.2026.106931. Einzelner Autor, eine einzige Station, erschienen im August 2026. Die Journalfassung ist kostenpflichtig, den Volltext haben wir nicht gelesen.