Die Welt pulsiert um uns herum, im Getümmel des Lebens, im Rhythmus unseres eigenen Atems und in einem uralten, unsichtbaren Summen, das unsere ganze Existenz durchdringt. Von der Weite des Kosmos bis zum feinen Tanz in unseren Zellen vibriert alles. Unter dieser Vielzahl von Frequenzen zieht eine besonders viel Aufmerksamkeit auf sich: 7,83 Hz. Sie wird oft flüsternd erwähnt, verehrt und manchmal debattiert, als der Herzschlag der Erde selbst, die Schumann-Resonanz. Aber warum gerade diese Frequenz, und was bedeutet sie wirklich für uns, sowohl wissenschaftlich als auch spirituell?
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
Die unsichtbare Symphonie: was die Schumann-Resonanz ist
Stell dir einen riesigen, kugelförmigen Kondensator vor. Die Erdoberfläche bildet die eine Platte, und die Ionosphäre, eine Schicht geladener Partikel, bildet die andere. Zwischen diesen beiden leitfähigen Platten befindet sich ein Hohlraum, der Erd-Ionosphären-Wellenleiter. Für diese sehr langen Wellen wirkt die untere Ionosphäre wie ein Deckel in rund 60 bis 90 Kilometern Höhe, während die Ionosphäre als Schicht selbst bis etwa 1000 Kilometer hinaufreicht. In diesem Raum fließt ständig elektromagnetische Energie, und die Wellen darin überlagern sich unablässig.
Dieser kosmische Kondensator ist nicht still. Er wird kontinuierlich durch Blitzeinschläge geladen, die weltweit auftreten. Satellitenmessungen zählen im weltweiten Mittel rund 44 Blitze pro Sekunde, das sind etwa 1,4 Milliarden im Jahr (Christian et al. 2003). Die oft zitierte Zahl von 100 pro Sekunde ist eine Schätzung aus dem Jahr 1925 und gilt heute als zu hoch. Jede Entladung wirkt wie ein breitbandiger Sender und schickt elektromagnetische Wellen um die Erde. In diesem Hohlraum halten sich allerdings nicht alle Frequenzen. Ähnlich wie bei einer gezupften Gitarrensaite bleiben nur bestimmte Frequenzen erhalten und verstärken sich zu stehenden Wellen. Genau diese nennen wir die Schumann-Resonanzen.
Die Entdeckung: Ein Blick auf den Rhythmus der Erde
Nikola Tesla vermutete globale elektromagnetische Resonanzen bereits Ende des 19. Jahrhunderts, ohne allerdings Werte dafür zu nennen. Es war der deutsche Physiker Winfried Otto Schumann, der diese Resonanzen 1952 rechnerisch voraussagte. Für einen idealisierten, verlustfreien Erd-Ionosphären-Hohlraum kam seine Rechnung auf einen höheren Wert von rund 10,6 Hz (Schumann 1952). Die vertrauten 7,83 Hz stammen aus den ersten veröffentlichten Messungen im Jahr 1960 durch Balser und Wagner (Balser und Wagner 1960). Die Differenz kommt daher, dass die echte Ionosphäre Energie schluckt und die Resonanz nach unten zieht. Gemessen wurden außerdem weitere Moden bei rund 14 Hz, 20 Hz, 26 bis 27 Hz und 32 bis 33 Hz. Streng genommen sind das keine Harmonischen im Sinne ganzzahliger Vielfacher, denn das Doppelte von 7,83 Hz wären 15,7 Hz, gemessen wird die zweite Mode aber bei rund 14 Hz. Verantwortlich dafür sind die Kugelgestalt des Hohlraums und eine Ionosphäre, die Energie schluckt, statt sie sauber zurückzuwerfen. Beides rückt die Moden enger zusammen, als die glatte Rechnung erwarten ließe. Rund 14 Hz ist die zweite Mode, 20 Hz die dritte, 26 bis 27 Hz die vierte und 32 bis 33 Hz die fünfte.
Die experimentelle Bestätigung folgte ab 1960 und gab Schumanns Grundgedanken recht. Seitdem messen Stationen rund um den Globus diese schwachen und zugleich allgegenwärtigen Schwingungen. Das Bild, das dabei entsteht, ist lebendig: Die Amplitude schwankt kräftig mit Tageszeit, Jahreszeit und weltweiter Gewitteraktivität, die Grundfrequenz wandert dabei nur um Bruchteile eines Hertz (Sekiguchi et al. 2008, Price 2016).
Die Herzschlag-Analogie: was das Bild trägt
Die Bezeichnung von 7,83 Hz als „Herzschlag der Erde“ ist eine Metapher, kein medizinisches Maß. Als Metapher trifft sie etwas Wahres: einen grundlegenden, stetigen Rhythmus, der den Planeten seit jeher begleitet. Auf drei Ebenen wird das anschaulich.
- Ein Grundtakt: So wie ein Herzrhythmus die Blutzirkulation taktet, gibt die Schumann-Resonanz der elektromagnetischen Umgebung unseres Planeten einen stetigen Grundton. Sie ist das Grundrauschen, vor dem sich alles andere abspielt.
- Eine Trägerwelle: Stell dir das wie eine Trägerwelle bei einem Radiosignal vor. Während unser Bewusstsein und unsere biologischen Prozesse bei verschiedenen Frequenzen arbeiten, bietet die 7,83-Hz-Frequenz einen stabilen, allgegenwärtigen Hintergrund. Das Leben auf der Erde hat sich in diesem Summen entwickelt, und das hat der Frequenz den schönen Namen „Heimatfrequenz“ eingetragen. Ob Leben sie braucht, weiß bis heute niemand.
- Störungen im Bild: Eine deutliche Abweichung dieser Frequenz lässt sich im Bild mit einem ausgesetzten Herzschlag vergleichen. Ob solche Abweichungen auf biologische Systeme wirken, ist bisher nicht gezeigt. Das Bild beschreibt hier die Messkurve und nicht den Körper.
Hirnwellen und Bewusstsein: was die Nähe der Zahlen bedeutet
Einer der faszinierendsten Aspekte der 7,83-Hz-Schumann-Resonanz ist ihre bemerkenswerte Nähe zu spezifischen menschlichen Hirnwellen-Mustern. Diese Nachbarschaft ist auffällig, und sie hat viele Menschen zu der Frage gebracht, ob zwischen unserer inneren elektrischen Landschaft und dem elektromagnetischen Feld der Erde eine Beziehung besteht. Beantwortet ist die Frage bis heute nicht.
Theta und Alpha: die Bänder rund um 7,83 Hz
Die Hirnwellen-Aktivität des Menschen wird in mehrere Frequenzbänder eingeteilt, von denen jedes mit unterschiedlichen Bewusstseinszuständen verbunden ist. Die Bandgrenzen folgen dem Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology (Kane et al. 2017). Sie sind eine Vereinbarung der Fachgesellschaften und keine Naturkonstante:
- Gamma (über 30 bis 80 Hz): Verarbeitung auf hoher Ebene, konzentrierte Aufmerksamkeit, Problemlösen.
- Beta (14 bis 30 Hz): Wachheit, normales waches Bewusstsein, aktives Denken.
- Alpha (8 bis 13 Hz): Entspannte Wahrnehmung, meditative Zustände, Kreativität, Brückenbau zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein.
- Theta (4 bis unter 8 Hz): Tiefe Entspannung, Meditation, Träumen (REM-Schlaf), Intuition, Zugang zu unbewussten Informationen.
- Delta (0,1 bis unter 4 Hz): Tiefer traumloser Schlaf, Unbewusstsein, Heilung, Regeneration.
Beachte die bemerkenswerte Nähe: 7,83 Hz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Theta ist der Bereich tiefer Entspannung und des Übergangs zum Träumen, Alpha schließt direkt darüber an. Beides sind Hirnwellen-Zustände, die mit ruhiger Aufmerksamkeit, gesteigerter Kreativität und Zugang zu inneren Bildern verbunden sind.
Entrainment: was der Begriff verspricht
An dieser Stelle fällt fast immer das Wort „Entrainment“. Gemeint ist die Neigung zweier schwingender Systeme, sich aneinander anzugleichen. Bei zwei Pendeluhren an einer gemeinsamen Aufhängung ist der Effekt sauber vermessen worden (Oliveira und Melo 2015). Für die Schumann-Resonanz und das Gehirn ist der Gedanke bisher eine Vermutung geblieben: die Feldstärken sind winzig, und belastbare Studien dazu gibt es nicht.
- Biofeedback und Meditation: Viele Biofeedback- und Neurofeedback-Praktiken zielen darauf ab, Menschen in spezifische Hirnwellen-Zustände (wie Alpha oder Theta) zu führen, um Aufmerksamkeit zu verbessern, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern.
- Der Gedanke vom natürlichen Entrainment: Auf der Erde zu leben bedeutet, dass wir ständig in ihr Grundsummen eingetaucht sind. Daraus ist die Vermutung entstanden, unsere Gehirne hätten sich über die Evolution darauf eingestellt. Geprüft ist diese Vermutung nicht, und sie bleibt damit ein offenes Rätsel statt einer Antwort.
Der „Schumann-Effekt“ auf Gesundheit und Wohlbefinden
Forscher haben die möglichen Auswirkungen der Schumann-Resonanz auf menschliche Gesundheit und Wohlbefinden untersucht. Belastbar ist davon bisher wenig. Die folgenden Punkte sind Vermutungen und Beobachtungen, keine gesicherten Befunde:
- Wohlbefinden: Zur Frage, ob eine künstliche 7,83-Hz-Exposition Stimmung oder Stressempfinden verändert, gibt es bisher keine belastbaren Studien.
- Gedankenklarheit: Manche Menschen berichten in ruhigen Phasen von klarerem Denken und mehr Kreativität. Untersucht ist das nicht, und ein Zusammenhang mit der Erdfrequenz lässt sich daraus nicht ableiten.
- Schlaf: Untersucht ist das durchaus. Eine randomisierte Doppelblind-Studie zu einer nicht-invasiven Schumann-Resonanz-Anwendung bei Schlaflosigkeit berichtet subjektive und objektive Verbesserungen (Huang et al. 2022). Das ist eine einzelne kleine Arbeit, zu der später ein Korrigendum erschienen ist, und unabhängig wiederholt wurde sie nicht. Was den Schlaf verlässlich trägt, sind Dunkelheit, Ruhe und ein regelmäßiger Rhythmus.
- Biologische Regulierung: Es gibt die Theorie, der Puls der Erde wirke als eine Art biologische Uhr für zelluläre Abläufe. Am Menschen ist sie nicht geprüft. Aus dem Zellversuch gibt es einen Hinweis: Auf Kulturen von Rattenherzzellen wirkten sehr schwache Magnetfelder im Bereich der ersten Schumann-Mode auf die spontanen Kontraktionen ein, und der Effekt war umkehrbar (Elhalel et al. 2019). Von der Zellkultur bis zum Menschen ist es ein weiter Weg. Nach heutigem Wissen stellt sich unsere innere Uhr vor allem über das Tageslicht (Duffy und Czeisler 2009).
Unsere moderne Umgebung ist von künstlichen elektromagnetischen Feldern durchzogen, von Stromleitungen, WLAN, Mobiltelefonen und allerlei elektronischen Geräten. In spirituellen Kreisen und vereinzelt auch in Forschungsbeiträgen wird vermutet, dieser „elektromagnetische Smog“ könne uns von der Schumann-Resonanz abschneiden. Diese Vermutung setzt allerdings voraus, dass es einen Empfangsweg gibt, den man stören kann. Genau der ist bis heute nicht gezeigt. Zur verwandten Frage, ob Menschen die Anwesenheit künstlicher Felder überhaupt bemerken, liegen systematische Übersichten von Provokationsstudien vor. Sie finden keinen verlässlichen Zusammenhang zwischen den berichteten Beschwerden und der tatsächlichen Exposition (Rubin et al. 2009, Bosch-Capblanch et al. 2024).
Die spirituelle Lesart: Verbindung mit Gaia
Über die wissenschaftlichen Erklärungen hinaus hat die Schumann-Resonanz für viele Menschen eine tiefe spirituelle Bedeutung. Sie bietet eine greifbare Verbindung zum Konzept von Gaia, der lebendigen Erde, und zu unserer Verbundenheit mit allem Leben.
Die Erde als bewusstes Wesen: ein altes Bild
Viele alte spirituelle Traditionen und indigene Kulturen sehen die Erde als ein lebendes, bewusstes Wesen, als eine kosmische Mutter, die für alle ihre Kinder sorgt. Ihr „Herzschlag“ bei 7,83 Hz kann als der Puls ihrer Lebenskraft verstanden werden, als Ausdruck ihrer Vitalität und ihres Bewusstseins.
- Eine universelle Sprache: Wenn 7,83 Hz die Sprache der Erde ist, dann liegt der Gedanke nahe, dass wir sie auf einer tieferen, wortlosen Ebene mithören. Das ist ein spirituelles Bild und keine Messung, und als Bild trägt es viele Menschen durch ihre Praxis.
- Erdung und Zentrierung: Sich abgehängt oder unverankert zu fühlen ist eine häufige Beschwerde im modernen Leben. Barfuß auf der Wiese stehen, still werden, den Boden spüren: Viele Menschen finden darüber zu einem Gefühl von Stabilität, Frieden und Zugehörigkeit zurück. Ob dabei eine Frequenz im Spiel ist, ist offen. Die Erfahrung selbst ist es nicht.
- Kollektives Bewusstsein: In manchen Deutungen trägt die Schumann-Resonanz ein planetares Bewusstsein und stellt so eine feine Verbindung zwischen allen Lebewesen her. Ein physikalischer Weg, auf dem das geschehen könnte, ist nicht beschrieben. Als Bild für Zusammengehörigkeit ist der Gedanke trotzdem stark.
Kosmische Ereignisse und Bewusstsein
Die Grundfrequenz bleibt nah bei 7,83 Hz und wandert dabei um Bruchteile eines Hertz. Deutlich stärker schwankt die Intensität. Beides ändert sich durch:
- Sonneneruptionen und geomagnetische Stürme: Kraftvolle Sonnenereignisse verändern die Eigenschaften der Ionosphäre und damit die Bedingungen im Hohlraum. In Stationsdaten ist das messbar, und für die Amplitude ist ein Anstieg mit der Sturmstärke beschrieben (Pazos et al. 2019, Cann 2026). Perioden erhöhter Sonnenaktivität wurden von einigen mit Verschiebungen im menschlichen Bewusstsein, emotionalen Zuständen und sogar gesellschaftlichen Unruhen verbunden. Belege dafür gibt es bisher nicht.
- Planetenstellungen: In astrologischen und esoterischen Traditionen sind sie ein Grundpfeiler, und ihnen wird ein energetischer Einfluss zugeschrieben. In den Messreihen der Observatorien zeigt sich davon bisher nichts: Dass Planetenstellungen die Grundfrequenzen der Erde berühren, ist dort nicht zu sehen.
- Verschiebungen im Bewusstsein: Der Gedanke dahinter reicht weit: Das kollektive menschliche Bewusstsein könnte das elektromagnetische Feld der Erde beeinflussen und selbst von ihm beeinflusst werden. Würden genug Menschen zugleich in tiefe Meditation gehen, ließe sich der Grundton des Planeten dann verstärken oder gar stimmen? Das ist Spekulation und spiritueller Glaube, und als Vorstellung hat es eine große Kraft.
Viele spirituelle Lehrer sprechen von einem gegenwärtigen „Erwachen“ oder einem „Aufstieg“ des Bewusstseins auf der Erde. Manche lesen kräftige Phasen der Schumann-Resonanz als Widerspiegelung eines solchen Wandels, als ein feines Signal von Gaia selbst, dass eine Transformation im Gange ist. Wissenschaftliche Belege für eine solche Korrelation gibt es bisher nicht. Die symbolische Kraft dieser Idee bleibt davon unberührt.
Praktische Schritte: der Erde im Alltag Aufmerksamkeit schenken
Unabhängig davon, wie tief du dich mit der Wissenschaft oder der spirituellen Seite befasst, die Praxis lohnt sich. Die folgenden Wege tragen aus eigener Kraft, und keiner von ihnen setzt voraus, dass 7,83 Hz im Körper etwas bewirken. Diese Frage bleibt offen, der Nutzen der Übungen hängt nicht daran:
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Erdung (Earthing):
- Direkter Kontakt: Verbringe Zeit barfuß auf natürlichen Oberflächen wie Gras, Erde, Sand oder sogar unversiegeltem Beton. Der direkte Kontakt gleicht die elektrische Ladung deines Körpers der Erde an. Ob dich das auch ihrer Grundfrequenz näher bringt, ist eine offene Frage.
- Dauer: Nimm dir dafür 15 bis 30 Minuten am Tag.
- Wirkungen: Viele Menschen empfinden Barfußgehen als beruhigend und erdend. Die verbreitete Erklärung über einen Elektronenfluss aus dem Boden stammt vor allem aus Übersichtsarbeiten der Erdungs-Szene selbst (Chevalier et al. 2012). Unabhängig bestätigt ist sie bisher nicht, und zu körperlichen Effekten wie Entzündungswerten fehlen belastbare Studien.
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Meditation und Atemarbeit:
- Fokus auf die Erde: Während der Meditation stelle dir vor, dass du tief in der Erde verwurzelt bist und ihren Puls spürst. Visualisiere goldenes Licht oder Energie, die von der Erde in deinen Körper fließt.
- Verlangsame deinen Atem: Tiefe, langsame Atmung beruhigt das Nervensystem spürbar, und das ist gut untersucht (Zaccaro et al. 2018, Laborde et al. 2022). Sie ist der zuverlässigste Weg in einen ruhigen inneren Zustand, ganz ohne Umweg über die Erdfrequenz.
- Geführte Meditationen: Es gibt viele Aufnahmen, die sich auf Erdung und auf die Verbindung mit der Erde konzentrieren. Nimm die, deren Stimme und Tempo dir angenehm sind.
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Naturerlebnis:
- Zeit in der Natur verbringen: Einfach draußen sein, in einem Wald, einem Park, am Meer. Dass Zeit im Grünen mit besserer Gesundheit einhergeht, ist in großen Übersichtsarbeiten gut abgesichert (Twohig-Bennett und Jones 2018), und für Waldaufenthalte sind niedrigere Cortisolwerte beschrieben (Antonelli et al. 2019). Die Schumann-Resonanz gehört nicht zu den Gründen, denn sie umgibt dich drinnen genauso, sie macht vor Wänden nicht halt.
- Beobachten und Zuhören: Beziehe deine Sinne ein. Spüre die Brise, lausche den Lauten der Natur, rieche die Erde. Diese bewusste Verbindung stärkt deine Beziehung zum Planeten.
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Klänge und binaurale Beats:
- Schumann-Resonanz-Töne: Du findest online und in Meditations-Apps Aufnahmen mit Tönen oder binauralen Beats, die auf 7,83 Hz abgestimmt sind. Ob sie die Hirnwellen verändern, ist nach der vorliegenden systematischen Übersicht nur schwach belegt (Ingendoh et al. 2023). Als hörbarer Anker für die Aufmerksamkeit empfinden viele Menschen sie trotzdem als hilfreich.
- Vorsicht: Hör sie in angenehmer Lautstärke und mach Pausen.
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Bewusstes Gewahrsein:
- Den Puls würdigen: Allein das Wissen, dass die Erde in diesem Bereich schwingt, kann deinen Blick auf einen Tag verschieben. Der genaue Wert wandert dabei im Tagesgang. Nimm diese unsichtbare Symphonie wahr, in der wir alle leben.
- Dankbarkeit für Gaia: Pflege ein Gefühl der Dankbarkeit für den lebenden Planeten und seine lebensspendenden Rhythmen.
Die fortlaufende Entdeckung
Die Erforschung der Schumann-Resonanz ist ein Feld in Bewegung. Die elektromagnetische Umgebung der Erde lässt sich immer genauer vermessen, und mit besseren Instrumenten wird auch die andere Frage angreifbarer: ob und wie diese Umgebung überhaupt bis ins Leben hineinreicht. Beantwortet ist sie bis heute nicht, und genau das macht sie interessant.
Wir sind im Grunde Kinder der Erde, geboren und erhalten in ihrer elektromagnetischen Umarmung. Das Herzschlag-Bild von 7,83 Hz zu verstehen heißt, eine wissenschaftliche Kuriosität zu erfassen und zugleich den Kern unserer planetaren Heimat zu berühren, vielleicht sogar einen grundlegenden Aspekt unseres eigenen Seins.
Wenn wir von 7,83 Hz als dem Herzschlag der Erde sprechen, liegen mehrere Ebenen übereinander. Ganz unten ein nachprüfbares physikalisches Phänomen, darüber eine kraftvolle Metapher für den tragenden Rhythmus des Lebens, und für viele Menschen darüber noch eine spirituelle Deutung, die ihnen Halt gibt. Diese Ebenen auseinanderzuhalten macht die Sache nicht kleiner. Sie macht sie ehrlicher, und das offene Stück in der Mitte ist der interessanteste Teil der Geschichte.
Quellen
Belegt ist an dieser Geschichte der physikalische Unterbau: Schumanns Rechnung von 1952, die ersten veröffentlichten Messungen von 1960, die rund 44 Blitze pro Sekunde und der Einfluss von Sonnenstürmen auf die Resonanzen. Zur Wirkung auf den Menschen liegt bisher eine einzelne kleine Doppelblind-Studie zum Schlaf vor, dazu Versuche an Zellkulturen, mehr nicht. Das Bild vom Herzschlag der Erde ist eine Metapher, und als Metapher braucht sie keinen Beleg.
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154. DOI 10.1515/zna-1952-0202
- Balser, M. und Wagner, C. A. (1960): Observations of Earth-Ionosphere Cavity Resonances. Nature 188, 638-641. DOI 10.1038/188638a0
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