Die Welt pulsiert mit einem unsichtbaren Rhythmus, einem konstanten Summen, das allem Leben und Bewusstsein zugrunde liegt. Es ist das stille Lied von Mutter Erde, eine Frequenz, die messbar durch die Atmosphäre schwingt und von der viele Menschen sagen, sie klinge in ihnen nach. In einer Gesellschaft, die sich zunehmend von der Natur entfremdet, bombardiert von künstlichen Frequenzen und dem unaufhaltsamen Tempo des modernen Lebens, fühlen sich viele von uns verloren, angespannt und spirituell unerfüllt. Wir sehnen uns nach einem Gefühl der Zugehörigkeit, Klarheit und innerem Frieden, oft ohne zu bemerken, wie viel davon sich löst, wenn wir uns mit dem Boden unter unseren Füßen wieder verbinden und mit dem, was viele den Herzschlag unseres Planeten nennen: der Schumann-Resonanz.
Hier treffen Wissenschaft und Spiritualität aufeinander, eine Brücke zwischen dem Messbaren und dem Mystischen. Seit Jahrtausenden verstanden indigene Kulturen diese Verbindung intuitiv und lebten in Harmonie mit den Zyklen der Erde. Heute lässt sich das Grundsummen der Erde genau messen. Was davon auf uns wirkt, ist eine offene Frage geblieben, und gerade darin liegt der Reiz. Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Reise zur Schumann-Resonanz, zu der Frage, was sie mit unserem Bewusstsein zu tun haben könnte, und vor allem zu praktischen, leicht zugänglichen Erdungstechniken, die dir Ruhe, Präsenz und eine spürbare Verbindung zur Erde schenken.
Der Herzschlag der Erde: Die Schumann-Resonanz verstehen
Stell dir eine gigantische, natürliche elektromagnetische Höhle vor, die unseren Planeten umgibt, gebildet zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre. Für diese sehr langen Wellen wirkt die untere Ionosphäre wie ein Deckel in rund 60 bis 90 Kilometern Höhe, während die Ionosphäre als Schicht selbst bis etwa 1000 Kilometer hinaufreicht. Innerhalb dieser Höhle wirken Blitzschläge wie globale Sender und regen kontinuierlich extrem niederfrequente (ELF) elektromagnetische Wellen an. Wie viele es sind, hat eine Satellitenmessung geklärt: rund 44 Blitze pro Sekunde weltweit, etwa 1,4 Milliarden im Jahr (Christian et al. 2003, DOI 10.1029/2002JD002347). Diese Wellen prallen in der Höhle hin und her und erzeugen eine Reihe von Resonanzfrequenzen, ähnlich wie Schallwellen in einer Glocke resonieren. Die stärkste und tiefste dieser Frequenzen ist die Grundmode der Schumann-Resonanz, benannt nach dem Physiker Winfried Otto Schumann, der ihre Existenz 1952 rechnerisch vorhersagte (Schumann 1952, Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154, DOI 10.1515/zna-1952-0202). Gemessen wurden diese Resonanzen erstmals 1960. Woher der oft genannte Nachkommawert 7,83 stammt, lässt sich allerdings nicht sauber zurückverfolgen: Die Arbeit von 1960 ist öffentlich nicht einsehbar, und die zugänglichen Messreihen geben die Grundmode gerundet mit rund 7,8 Hz an. Der geläufige Wert 7,83 Hz ist damit ein gerundeter Mittelwert und keine exakt gemessene Konstante. Wir nennen ihn in diesem Text weiter, weil er dir überall so begegnet.
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
Die Wissenschaft hinter dem Summen
Die stärkste dieser Frequenzen liegt bei rund 7,83 Hz und schwankt dabei nur um Bruchteile eines Hertz. Sie wird oft als „Herzschlag der Erde“ oder „globale Hirnwelle“ bezeichnet und liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Theta ist der Bereich tiefer Entspannung, der Meditation und des Übergangs zum Träumen, dazu gehören Intuition und Kreativität. Über der Grundfrequenz liegen weitere Moden bei rund 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz. Glatte Vielfache der Grundfrequenz sind das übrigens nicht: Das Doppelte von 7,83 Hz wären 15,7 Hz, gemessen wird die zweite Mode aber bei rund 14 Hz. Verantwortlich dafür sind die Kugelgestalt des Hohlraums und die Ionosphäre, die als Deckel einen Teil der Energie schluckt statt sie sauber zurückzuwerfen. In der Rechnung sieht man das gut: Mit einem perfekt leitenden Hohlraum kämen 10,6, 18,4, 26,0, 35,5 und 41,1 Hz heraus, mit den realen Verlusten in der Ionosphäre werden daraus rund 7,8, 14,1, 20,3, 26,3 und 32,5 Hz (Chand et al. 2009, DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009).
Das wirklich Faszinierende ist, dass diese Frequenzen nicht statisch sind. Ihre Stärke schwankt mit der weltweiten Gewitteraktivität, mit Tageszeit und Jahreszeit und mit geomagnetischen Stürmen. Der Mond gehört nicht in diese Reihe, auf die Schumann-Resonanz wirkt er in nennenswertem Ausmaß nicht. Was auf Live-Seiten als Spitze auffällt, ist dabei meist ein Ausschlag der Stärke und kein Wandern der Frequenz. Ein dauerhafter Anstieg der Grundfrequenz über die Jahre ist in den Messreihen der Observatorien nicht dokumentiert. Bei Messungen an acht Stationen im Himalaya, verteilt über März bis Mai 2006 mit jeweils rund drei Tagen je Station, blieb die Tagesschwankung der ersten Mode bei höchstens rund 0,3 Hz, die der zweiten bei 0,4 und die der dritten bei 0,7 Hz (Chand et al. 2009, DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009). Während Wissenschaftler die volle Bedeutung dieser Schwankungen noch entschlüsseln, glauben viele spirituell ausgerichtete Menschen, dass diese Schwankungen das menschliche Bewusstsein tiefgreifend beeinflussen und spirituelle Erweckung und Paradigmenwechsel beschleunigen. Belastbare Studien dazu gibt es bisher nicht, es ist eine Deutung.
Die Nähe zu unseren Hirnwellen
Unser Gehirn funktioniert innerhalb spezifischer Frequenzbänder, die von den langsamen Delta-Wellen des Tiefschlafs bis zu den schnellen Gamma-Wellen intensiver Konzentration reichen. Die Grundfrequenz der Erde, im Mittel rund 7,83 Hz, liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz. Sie liegt damit in genau einem Band, im oberen Theta. Alpha beginnt erst darüber, bei 8 Hz.
- Alpha-Wellen (8 bis 13 Hz): Mit entspannter Wachheit, meditativen Zuständen, Tagträumen und Zugang zum Unterbewusstsein verbunden.
- Theta-Wellen (4 bis unter 8 Hz): Verbunden mit tiefster Entspannung, REM-Schlaf, Intuition, Kreativität, Gedächtnis und spirituellen Erfahrungen.
Diese Bandgrenzen sind keine Geschmackssache. Sie stehen so im Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology: Delta 0,1 bis unter 4 Hz, Theta 4 bis unter 8 Hz, Alpha 8 bis 13 Hz, Beta 14 bis 30 Hz, Gamma über 30 bis 80 Hz (Kane et al. 2017, DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002). 7,83 Hz liegt damit noch im Theta-Band, knapp unter der Alpha-Grenze. Was oben neben den Bändern an Zuständen steht, ist die populäre Kurzform. Das Glossar selbst schreibt sie nicht fest.
Aus dieser Nähe ist der Gedanke entstanden, unser Gehirn könnte mit der Schumann-Resonanz mitschwingen und uns dadurch leichter in innere Ruhe bringen. Belastbare Studien dazu gibt es bisher nicht, weder für die Hirnwellen noch für Herzfrequenzvariabilität oder Cortisol. Was bleibt, ist eine offene und ziemlich schöne Frage.
Die erzählte Trennung von der Natur
In unserer modernen, technikgetriebenen Welt sind wir von künstlichen elektromagnetischen Feldern umgeben: von WLAN, Mobilfunk, Stromleitungen und elektronischen Geräten. Diese Frequenzen liegen weit über der natürlichen Resonanz der Erde. Ob und wie stark sie unsere bio-elektrischen Systeme stören, wird seit Jahren untersucht und ist bislang nicht abschließend geklärt.
Viele Menschen bringen die folgenden Beschwerden mit dieser Trennung in Verbindung:
- Erhöhter Stress und Angst
- Schlafstörungen
- Müdigkeit und niedriges Energieniveau
- Mentaler Nebel und Konzentrationsschwierigkeiten
- Gefühl der Entwurzelung oder Desorientierung
- Emotionale Instabilität
- Ein vermindertes Gefühl der Verbindung zur Natur und zum Selbst
Die Verbindung zur Erde zu suchen ist mehr als eine Wohlfühlübung. Für viele Menschen ist es der Weg zurück zu einem Gefühl von Zugehörigkeit und zu einer spirituellen Verbindung mit dem Kosmos, der uns hervorgebracht hat. Das ist eine Deutung, und als Deutung darf sie tragen.
Die Kunst der Erdung: Was beim Bodenkontakt wirklich passiert
Erdung, auch als Earthing bekannt, ist eine Praxis, die dir ermöglicht, dich direkt mit dem elektrischen Potenzial der Erde zu verbinden. Durch diesen physischen Kontakt gleicht sich das elektrische Potenzial deines Körpers dem der Erde an. Die oft erzählte Geschichte von freien Elektronen, die als Antioxidantien wirken und Entzündungen senken, ist bisher nicht belastbar belegt. Verlässlich ist die Praxis selbst: Erdung ist ruhig und spürbar, und viele Menschen finden darin Ausgleich, Stabilität und einen tiefen Frieden.
Warum Erdung spirituell so wichtig ist
Aus spiritueller Perspektive verankert Erdung dein Energiefeld in der Realität des gegenwärtigen Augenblicks, in der reichhaltigen, nährenden Energie von Mutter Erde. Sie hilft dabei:
- Überschüssige Energie abzuleiten: Angst, Stress und chaotische Energie in die Erde abzuleiten.
- Universelle Energie zu kanalisieren: Höher schwingende Energien durch einen stabilen, geerdeten Kanal fließen zu lassen.
- Intuition zu verstärken: Ein geerdeter Zustand ermöglicht eine klarere Wahrnehmung von subtilen energetischen Informationen.
- Präsenz zu fördern: Dich ins Jetzt zu holen und Grübeln über Vergangenheit und Zukunft leiser zu machen.
- Deine energetischen Grenzen zu stärken: Ein stabiles Schutzfeld aufzubauen.
- Deine spirituelle Verbindung zu vertiefen: Dich intrinsisch mit dem größeren kosmischen Netz verbunden zu fühlen.
Praktische Erdungstechniken für den Alltag
Es ist Zeit, vom Verstehen zur Praxis überzugehen. Hier sind verschiedene Erdungstechniken, die von einfachen täglichen Gewohnheiten bis zu bewusst ausgeführten Meditationsübungen reichen und dir helfen, wieder anzukommen und zur Ruhe zu finden.
1. Direkter Erdkontakt (Die Grundlage)
Das ist die unmittelbarste Form der Erdung.
- Barfußgehen (Earthing): Das Einfachste und Direkteste. Finde eine Grasfläche, Erde, Sand oder sogar unversiegelten Beton. Zieh Schuhe und Socken aus und geh oder steh dort mindestens 15 bis 30 Minuten. Spüre die Beschaffenheit unter deinen Füßen, stelle dir vor, wie Wurzeln von deinen Fußsohlen in die Erde hineinwachsen.
- Tipp: Mache das am besten morgens gleich nach dem Aufwachen, um deine Sinne zu aktivieren und einen geerdeten Ton für den Tag zu setzen, oder abends, um angesammelte Anspannungen freizugeben.
- Gärtnern: Deine Hände in die Erde zu graben, zu pflanzen, Unkraut zu zupfen, all diese Aktivitäten bieten direkten Kontakt und Verbindung. Keine Handschuhe nötig!
- Schwimmen in natürlichen Gewässern: Seen, Flüsse, Meere. Wasser leitet gut, und viele Menschen erleben ein Bad im See als besonders klärend.
2. Zeit in der Natur (über den direkten Kontakt hinaus)
Auch ohne Haut-zu-Erde-Berührung tut Zeit in der Natur gut.
- Waldbaden (Shinrin-Yoku): Bei dieser japanischen Praxis tauchst du achtsam in die Atmosphäre des Waldes ein. Gehe in eine natürliche Umgebung, verlangsame dein Tempo und beziehe alle deine Sinne ein. Lausche dem Rascheln der Blätter, rieche den erdigen Duft, fühle die Rinde eines Baumes, beobachte das Spiel des Lichts.
- Übung: Finde einen Baum, der dich anzieht. Lehne dich an seinen Stamm, oder, wenn es sich für dich gut anfühlt, schlinge sanft deine Arme darum. Schließe deine Augen und bitte den Baum stumm, seine Weisheit und Erdungsenergie mit dir zu teilen. Spüre seine Stabilität.
- Zeit im Freien verbringen: Einfach im Park zu sein, neben einem See zu sitzen oder eine Wanderung zu machen, kann Stress erheblich reduzieren und ein Gefühl der Ruhe fördern. Die visuellen Reize, natürlichen Geräusche und frische Luft tragen alle zur Erdung bei.
- Die Natur beobachten: Nimm dir einen Moment Zeit, eine Wolke, einen Vogel oder eine Blume wirklich zu sehen. Diese achtsame Beobachtung zieht dich in den gegenwärtigen Moment und verbindet dich wieder mit der organischen Welt.
3. Sinnesorientierte Erdung (Dich in die Gegenwart bringen)
Wenn direkter Naturkontakt nicht möglich ist, holen dich deine fünf Sinne schnell zurück in den gegenwärtigen Moment und geben dir das Gefühl von Halt.
- Geruch: Lass ätherische Öle wie Weihrauch, Sandelholz, Zedernholz, Lavendel oder Vetiver in einem Diffusor verdampfen. Diese sind für ihre erdigen, beruhigenden Eigenschaften bekannt. Atme tief ein.
- Klang: Höre einen binauralen Beat bei 7,83 Hz, der Grundfrequenz der Schumann-Resonanz, während der Meditation oder zur Entspannung. Dass deine Hirnwellen sich darauf einstellen, ist nicht belegt. Als ruhiger Rahmen für eine halbe Stunde funktioniert so eine Aufnahme trotzdem. Genauso gut wirken Naturgeräusche: Meereswellen, Vogelgesang, Regen.
- Sicht: Konzentriere dich auf einen natürlichen Gegenstand: eine Pflanze, einen Stein, ein Bild einer atemberaubenden Landschaft. Lass deine Augen weich werden und beobachte einfach.
- Geschmack: Iss achtsam ein Stück Obst oder eine gesunde Mahlzeit. Achte auf jeden Geschmack, jede Textur und jede Empfindung.
- Tastsinn: Halte einen glatten Stein, umfasse eine Tasse warmen Tee, spüre die Textur einer Decke. Streichle ein Tier.
4. Energetische Erdung (Visualisierung und Atemtechnik)
Diese Techniken nutzen Vorstellungskraft und Atem, um das Gefühl einer starken Verbindung zur Erde aufzubauen.
- Wurzelchakra-Erdungsmeditation:
- Finde eine bequeme Position: Sitz oder stehe mit aufrechter Wirbelsäule, Füße flach auf dem Boden, wenn möglich.
- Schließe deine Augen: Mache drei tiefe, reinigende Atemzüge. Atme Positivität ein, atme Anspannung aus.
- Visualisiere dein Wurzelchakra: An der Basis deiner Wirbelsäule (Damm), stelle dir ein leuchtendes rotes Licht vor.
- Verlängere Wurzeln: Von deinem Wurzelchakra oder von deinen Fußsohlen aus visualisiere dicke, kraftvolle Wurzeln, die nach unten wachsen. Sieh sie durch den Boden dringen, durch die Erdschichten hindurch, tiefer und tiefer, vorbei an Stein und Boden, bis sie den Kern der Erde erreichen.
- Verankere dich tief: Fühle, wie deine Wurzeln sich mit dem glühenden Erdkern verflechten und dich fest und sicher verankern.
- Ziehe Energie: Während du einatmest, stelle dir vor, wie du vitale, nährende Energie aus dem Erdkern durch deine Wurzeln hochziehst, durch deine Beine, in deinen Körper hinein und dein Wurzelchakra mit leuchtendem rotem Licht füllst.
- Gib Überflüssiges ab: Während du ausatmest, stelle dir vor, wie Stress, Angst oder stockende Energie deine Wurzeln hinabfließt und von der Erde absorbiert und umgewandelt wird.
- Fühle dich stabil und verbunden: Verweile mehrere Minuten in dieser Visualisierung und fühle dich vollständig unterstützt, sicher und im Frieden.
- Mit der Erde atmen:
- Lege eine Hand auf deinen Unterbauch und die andere auf dein Herz.
- Atme tief durch deine Nase ein und stelle dir vor, dass du frische, saubere Energie aus der Erde durch deine Fußsohlen hochziehst, durch deine Beine hindurch und deinen ganzen Körper mit Energie füllst.
- Atme langsam durch deinen Mund aus und stelle dir vor, dass du Anspannungen, Negativität oder alte Energie zurück in die Erde durch deine Füße freigibst.
- Wiederhole das 5 bis 10 Minuten lang und lass deinen Atem dabei ruhig und gleichmäßig werden. Der gleichmäßige Rhythmus ist dabei deiner, mit dem Takt der Erdfrequenz hat er rechnerisch nichts zu tun. Dass langsames Atmen beruhigt, ist dagegen gut untersucht: Eine systematische Übersicht über 15 Studien mit gesunden Erwachsenen fand dabei mehr Herzfrequenzvariabilität, mehr Alpha-Aktivität und weniger Theta-Aktivität im EEG sowie weniger Anspannung, Angst und Gereiztheit (Zaccaro et al. 2018, DOI 10.3389/fnhum.2018.00353).
5. Hilfsmittel und tägliche Rituale
Manchmal trägt ein kleines Hilfsmittel oder ein festes Ritual die Praxis über den Tag.
- Erdungsmatten und Erdungslaken: Diese Produkte bilden die leitende Verbindung des Barfußgehens nach. Sie werden an den Schutzleiter deiner Steckdose angeschlossen, der mit dem Erdboden verbunden ist, und halten so den Kontakt zum Erdpotenzial, während du schläfst, arbeitest oder entspannst. Ob daraus die oft versprochenen körperlichen Effekte folgen, ist offen.
- Kristalle: Bestimmte Kristalle sind für ihre Erdungseigenschaften bekannt. Trage sie bei dir, platziere sie in deiner Umgebung oder meditiere mit ihnen.
- Vorschläge: Schwarzer Turmalin, Hämatit, Rauchquarz, Roter Jaspis, Obsidian.
- Salzbäder: Löse Bittersalze oder Meersalze in einem warmen Bad auf. Ob Magnesium dabei über die Haut aufgenommen wird, ist umstritten. Das warme Wasser und die Ruhe wirken auf jeden Fall entspannend und erdend.
- Achtsame Bewegung: Praktiken wie Yoga, Tai Chi und Qigong sind von Natur aus erdend. Sie konzentrieren sich auf Atem, Körperbewusstsein und Verbindung zur Erdenergie durch verwurzelte Positionen.
- Bewusstes Essen: Wähle vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel, besonders Wurzelgemüse (Karotten, Kartoffeln, Rüben), die dich metaphorisch mit der Erde verbinden. Iss langsam und achtsam und würdige die Nährstoffe.
Erdung in deine Bewusstseinsentwicklung integrieren
Erdung ist weit mehr als eine schnelle Stressabbau-Lösung. Für viele Menschen ist sie eine tragende Praxis der spirituellen Entwicklung, und dafür braucht es keinen Nachweis einer Kopplung an die Schumann-Resonanz.
Intuition und sensitive Fähigkeiten vertiefen
In der spirituellen Lesart ist dein Energiefeld stabil und klar, wenn du geerdet bist, und genau das schafft Raum für feine intuitive Eindrücke. Stell dir vor, du willst ein zartes Radiosignal empfangen, während es kräftig rauscht. Erdung senkt in diesem Bild das Rauschen, und deine Intuition kommt besser durch.
Manifestation und Kreativität
Ein geerdeter Zustand bietet die stabile Grundlage, von der aus du deine Wünsche manifestieren kannst. Wenn du verwurzelt bist, haben deine Intentionen ein starkes Fundament zum Wachsen. Genauso entfaltet sich Kreativität, wenn der Verstand ruhig und klar wird und Raum für die eigene Inspirationsquelle entsteht.
Durch unruhige Phasen kommen
In Phasen mit kräftigen Ausschlägen im Spektrogramm berichten viele Menschen davon, sich überfordert oder desorientiert zu fühlen, oder sie sprechen von „Aufstiegssymptomen“. Ein dauerhafter Anstieg der Grundfrequenz steckt nicht dahinter. Was kräftiger und schwächer ausfällt, ist die Stärke der Schwingung. Ob es zwischen diesen Ausschlägen und dem eigenen Erleben einen Zusammenhang gibt, ist nicht untersucht. Was in solchen Phasen erfahrungsgemäß trägt, ist eine regelmäßige Erdungspraxis, weil sie dich zu dir zurückholt, ganz unabhängig davon, was das Spektrogramm gerade zeigt.
Mitgefühl und universelle Verbundenheit kultivieren
Wenn du dich tief mit der Erde verbunden fühlst, erweiterst du natürlicherweise dein Selbstverständnis über das Individuelle hinaus. Du beginnst, eine innewohnende Verbindung zu allem Leben zu erfahren, was größeres Mitgefühl, Empathie und ein tiefes Verständnis unserer Verflechtung innerhalb des riesigen Gefüges des Universums fördert.
Fazit: Die unsichtbare Umarmung der Mutter Erde
Die Schumann-Resonanz ist das messbare Grundsummen unseres Planeten und für viele Menschen zugleich ein Bild für seinen lebendigen Atem. Ob sie direkt auf Wohlbefinden und Bewusstsein wirkt, ist bis heute nicht belegt. Unabhängig davon ist es in unserer gehetzten Welt schon ein kleiner Akt der Selbstfürsorge, sich bewusst wieder mit dem Boden zu verbinden.
Indem wir uns bewusst mit Erdungstechniken beschäftigen, wählen wir, uns vom künstlichen Rauschen abzukoppeln und uns wieder in die nährende Umarmung der Erde einzustöpseln. Wir legen die Angst vor Trennung ab und öffnen uns für den tiefgreifenden Frieden, die Klarheit und die Vitalität, die aus einer tiefen Verwurzelung entstehen. Während du diese Praktiken in deinen Alltag holst, wächst meist zuerst die Ruhe, und mit ihr die Aufmerksamkeit für Intuition, Kreativität und die eigene spirituelle Wahrnehmung.
Denk daran: Du bist fein verwoben in den Stoff der Erde. Zieh deine Schuhe aus, spür den Boden unter deinen Füßen, atme bewusst und lass dir Zeit. Ob dabei irgendetwas zwischen dir und dem Summen des Planeten mitschwingt, weiß niemand. Was du sicher bekommst, sind ein paar ruhige Minuten und das Gefühl, wieder da zu sein. Für einen Anfang ist das mehr als genug.
Quellen
Für die körperlichen Wirkungen, die dem Erdungskontakt oft zugeschrieben werden, also Effekte auf Herzfrequenzvariabilität, Cortisol, Entzündung oder Schlaf, haben wir keine belastbare Studie gefunden. Deshalb steht dazu keine Quelle in dieser Liste. Auch die Erstmessung von 1960 steht ohne Beleg da, weil die Originalarbeit öffentlich nicht einsehbar ist. Die Höhenangaben zur Ionosphäre stammen aus unserem eigenen Lexikon und nicht aus dieser Liste. Belegt ist hier, wofür im Text eine Quelle danebensteht, die Praxis bleibt Erfahrung.
- Christian, H. J. et al. (2003): Global frequency and distribution of lightning as observed from space by the Optical Transient Detector. Journal of Geophysical Research: Atmospheres 108(D1), 4005. DOI 10.1029/2002JD002347
- Chand, R., Israil, M. & Rai, J. (2009): Schumann resonance frequency variations observed in magnetotelluric data recorded from Garhwal Himalayan region India. Annales Geophysicae 27(9), 3497-3507. DOI 10.5194/angeo-27-3497-2009
- Kane, N. et al. (2017): A revised glossary of terms most commonly used by clinical electroencephalographers and updated proposal for the report format of the EEG findings. Revision 2017. Clinical Neurophysiology Practice 2, 170-185. DOI 10.1016/j.cnp.2017.07.002
- Zaccaro, A. et al. (2018): How Breath-Control Can Change Your Life. A Systematic Review on Psycho-Physiological Correlates of Slow Breathing. Frontiers in Human Neuroscience 12, 353. DOI 10.3389/fnhum.2018.00353
- Schumann, W. O. (1952): Über die strahlungslosen Eigenschwingungen einer leitenden Kugel, die von einer Luftschicht und einer Ionosphärenhülle umgeben ist. Zeitschrift für Naturforschung A 7, 149-154. DOI 10.1515/zna-1952-0202