Das Summen der Stadt ist unbestreitbar faszinierend, eine Symphonie aus Sirenen, Autohupen, plappernden Menschenmassen und dem ständigen Vibrieren von Maschinen. Wir haben diese Betonwälder erbaut, Wunderwerke menschlichen Erfindergeistes, um unsere Ambitionen zu beherbergen, unsere Verbindungen zu fördern und unseren Fortschritt voranzutreiben. Doch unter den glitzernden Lichtern und dem unerbittlichen Tempo breitet sich eine subtile, aber tiefgreifende Entfremdung aus. Wir verlieren dabei etwas, das schwer zu benennen ist: den täglichen, körperlichen Kontakt zum Boden, zum Wetter, zum Licht und zu den langsamen Rhythmen draußen.
Ein Teil der Geschichte ist gut gemessen. Zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre schwingt ständig eine niederfrequente elektromagnetische Resonanz, bekannt als Schumann-Resonanz. Sie entsteht aus dem weltweiten Gewittergeschehen und ist in diesem Sinn ein Abbild des Wetters auf dem ganzen Planeten. In spiritueller Lesart ist sie mehr, ein Puls, der bis ins Gewebe unseres Bewusstseins reicht. Dieser zweite Teil ist Deutung und nicht belegt. Was also geht in unseren akribisch konstruierten urbanen Kokons wirklich verloren? Die Antwort ist nüchterner und zugleich interessanter, als sie meist erzählt wird, und dieser Text geht sie Punkt für Punkt durch.
Das Flüstern der Erde: Die Schumann-Resonanz verstehen
Bevor wir uns dem urbanen Ungleichgewicht zuwenden, verstehen wir zunächst, wovon wir sprechen. Stell dir die Erde als eine riesige Glocke vor. Rund 44 Mal pro Sekunde zuckt weltweit ein Blitz, etwa 1,4 Milliarden im Jahr, das haben Satellitenmessungen gezeigt (Christian et al. 2003). Diese Blitze regen den Raum zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre an, einer Schicht geladener Teilchen in etwa 60 bis 1000 Kilometern Höhe (Bilitza 2018). Für die sehr langen Wellen der Schumann-Resonanz wirkt dabei schon die untere Ionosphäre wie ein Deckel, die D-Schicht in rund 60 bis 90 Kilometern Höhe. Welches Leitfähigkeitsprofil der Atmosphäre zu den gemessenen Resonanzen passt, ist eigens durchgerechnet worden (Nickolaenko et al. 2016). Erdboden und Ionosphäre bilden zusammen einen Resonanzraum, ähnlich einem Wellenleiter, der elektromagnetische Wellen einfängt. Darin bildet sich eine Reihe von Resonanzspitzen aus, die stärkste um 7,83 Hz. Das ist die Schumann-Resonanz, oft als „Herzschlag der Erde“ bezeichnet.
Ausführlich mit Quellen und Messreihen: was die Schumann-Frequenz ist.
Woher die 7,83 Hz kommen
Die Zahl hängt am Erdumfang und an der Lichtgeschwindigkeit. Eine ideale, verlustfreie Kugelschale käme rechnerisch auf rund 10,6 Hz. Gemessen werden 7,83 Hz, weil die Ionosphäre kein perfekter Spiegel ist und Energie schluckt. Aus demselben Grund sitzen die höheren Moden bei rund 14, 20, 26 bis 27 und 32 bis 33 Hz und damit abseits glatter Vielfacher: Das Doppelte von 7,83 wäre 15,7 Hz (Schumann 1952, Price 2016, Liu et al. 2023). Die Grundfrequenz liegt am oberen Rand des Theta-Bandes, knapp unterhalb der Alpha-Grenze von 8 Hz (Bandgrenzen nach dem Glossar der International Federation of Clinical Neurophysiology, Kane et al. 2017), also in jenem Bereich, den wir mit tiefer Entspannung, Meditation, Kreativität und dem sanften Übergang zum Träumen verbinden. Wie viel diese Nachbarschaft bedeutet, ist offen. Belegt ist bisher die Nähe der Zahlen, ein Wirkmechanismus dahinter noch nicht.
An dieser Stelle taucht fast immer die NASA auf. Die Geschichte von Schumann-Generatoren in Raumschiffen kursiert viel, eine Quelle dafür gibt es nicht, weder bei der NASA noch in einer Fachzeitschrift. Sie stimmt auch in ihrer Voraussetzung nicht: Ein Satellit hat 2011 Schumann-Resonanzen oben in der Ionosphäre nachgewiesen (Simões et al. 2011), also in dem Höhenbereich, in dem auch die ISS ihre Bahn zieht. Was mit dem Körper geschieht, wenn die Erdfrequenz wirklich fehlt, etwa auf dem Mond, ist bis heute nicht untersucht.
Seit Jahrtausenden leben Menschen in dieser natürlichen Frequenzumgebung. Unsere Vorfahren lebten in inniger Verbindung mit den Zyklen von Tag und Nacht, den Jahreszeiten und dem Wetter. Ob ihre Körper auf dieses ursprüngliche Summen kalibriert waren, wissen wir nicht, gemessen hat es damals niemand. Sicher ist: Es war immer da, die Hintergrundmusik der Existenz.
Der urbane Schleier: was die Stadt überdeckt
Betrachte nun die moderne urbane Landschaft. Sie ist eine Symphonie künstlicher Frequenzen, ein Durcheinander elektromagnetischer Verschmutzung und eine visuelle Sinnesüberflutung, die das leise Flüstern der Erde oft übertönt.
Elektromagnetische Verschmutzung und künstliche Frequenzen
Einer der bedeutendsten Störfaktoren ist die reine Menge künstlicher elektromagnetischer Felder in urbanen Umgebungen. Von WLAN-Routern und Mobilfunkmasten über Stromleitungen und intelligente Stromzähler bis hin zu einer Vielzahl elektronischer Geräte, unsere Städte sind durchdrungen von vom Menschen erzeugten Frequenzen. Diese Frequenzen liegen oft im Gigahertz-Bereich und sind um Größenordnungen höher als die Schumann-Resonanz.
- Störung natürlicher Rhythmen: Unsere Körper sind empfindliche bioelektrische Systeme. Ob die ständige Exposition gegenüber diesen hochfrequenten Feldern unsere Hirnwellenmuster, die Hormonproduktion oder die zelluläre Kommunikation stört, wird seit Jahrzehnten untersucht und ist in systematischen Übersichten aufgearbeitet (Rubin et al. 2009, Bosch-Capblanch et al. 2024). Belastbare Aussagen dazu sind bis heute begrenzt. Gut nachvollziehbar ist dagegen, was mit dem Signal in der Messung passiert: Es ist, als würde man versuchen, eine zarte Melodie (die Schumann-Resonanz) zu hören, während daneben ein Heavy-Metal-Konzert dröhnt (der städtische Elektrosmog). Wie sich technische Störquellen im Schumann-Band abbilden, wurde eigens vermessen (Tritakis et al. 2021). Genau deshalb stehen die Messstationen für die Schumann-Resonanz weit außerhalb der Städte.
- Verminderte Erdung: Beton, Asphalt und Hochhäuser wirken als Barrieren und trennen uns physisch von direktem Kontakt mit der Erde. Erdung oder „Earthing“ bedeutet direkten Hautkontakt mit der Erdoberfläche, wodurch sich das elektrische Potenzial des Körpers dem der Erde angleicht. Das ist messbar. Die Vorstellung, dabei würden Elektronen aus dem Boden freie Radikale im Körper neutralisieren und Entzündungen senken, stammt aus einer Übersicht der Earthing-Vertreter und bleibt eine Hypothese (Chevalier et al. 2012). Es gibt dazu kleine Pilotstudien zum Schlaf (Ghaly et al. 2004, Lin et al. 2022), sie arbeiten mit wenigen Personen und tragen die Hypothese nicht. Was in der Stadt schlicht fehlt, ist der Kontakt selbst.
- Sinnesüberflutung: Die ständigen visuellen und akustischen Reize einer Stadt (grelles Licht, andauernder Lärm, volle Räume) halten unsere Nervensysteme in einem erhöhten Zustand der Wachsamkeit. Dieser konstante Kampf-oder-Flucht-Modus macht es unserem Gehirn schwer, in die entspannten Alpha- und Theta-Zustände zu gelangen, die wir mit Ruhe, Kreativität und Meditation verbinden.
Die Betonbarriere: Physische Trennung
Jenseits elektromagnetischer Störungen schafft die physische Struktur von Städten selbst eine tiefe Barriere.
- Mangel an Grünflächen: Parks und natürliche Gebiete sind in der Stadtplanung oft ein Luxus. Stattdessen haben wir riesige Flächen aus Beton, Stahl und Glas. Was dabei fehlt, ist zuerst ganz handfest: Schatten, Kühle, Vogelstimmen, weicher Boden unter den Füßen und ein Blick, der weiter reicht als bis zur nächsten Wand. In der spirituellen Sprache heißt es, Bäume, Boden und Gewässer seien Leiter für die Energie der Erde, und ihr Fehlen hinterlasse ein energetisches Vakuum. Das ist ein Bild. Der gemessene Teil ist der einfachere: Übersichtsarbeiten finden für Aufenthalte im Grünen niedrigere Cortisolwerte und günstigere Gesundheitswerte (Antonelli et al. 2019, Twohig-Bennett et al. 2018), und in japanischen Feldversuchen wurden die körperlichen Reaktionen auf kurze Waldaufenthalte direkt gemessen (Park et al. 2009).
- Höhe und Hochhaus-Leben: Das Leben in Hochhäusern bietet zwar beeindruckende Aussichten, trennt uns aber noch weiter vom Boden. Das ist vor allem eine Frage des Kontakts und der Gewohnheit. Die Schumann-Resonanz selbst ist auch im zwanzigsten Stock da, ein Satellit hat sie noch oben in der Ionosphäre gemessen (Simões et al. 2011).
- Künstliche Materialien: Unsere Häuser und Arbeitsplätze sind gefüllt mit synthetischen Materialien (Kunststoffe, synthetische Fasern, Pressholz), die sich anders anfühlen als Stein, Holz und Ton. Das ist zunächst eine Frage von Haptik und Atmosphäre. Wie stark das auf das Wohlbefinden wirkt, ist nicht untersucht, viele Menschen erleben den Unterschied trotzdem deutlich.
Was dem Stadtleben zugeschrieben wird
Die Folgen, die diesem urbanen Auseinanderfallen zugeschrieben werden, reichen weit: von der körperlichen Gesundheit über das spirituelle Wohlbefinden bis zur emotionalen Balance und zum kollektiven Bewusstsein. Wie viel davon belegt ist, unterscheidet sich von Punkt zu Punkt, und genau das steht hier jeweils dabei.
Intuition und innere Führung
Wenn wir zur Ruhe kommen, sind wir auch unserer eigenen inneren Weisheit stärker zugewandt. In spiritueller Lesart wirkt die Schumann-Resonanz dabei wie eine Stimmgabel für unser Gehirn und trägt jene ruhigen Zustände, die mit Intuition und Einsicht verbunden werden. Gemessen ist diese Stimmgabel nicht. Gut nachvollziehbar ist der einfachere Teil: Wer ständig unter Lärm, Licht und Erreichbarkeit steht, hört die eigene innere Stimme schlechter. Wir werden anfälliger für äußere Ablenkungen und verlassen uns weniger auf das eigene Wissen.
Stress, Angst und Stimmung
Dauerlärm, grelles Licht, volle Räume und ständige Erreichbarkeit halten unser sympathisches Nervensystem in Alarmbereitschaft. Dass chronischer Stress im Körper messbare Spuren hinterlässt, ist gut untersucht, bis hinunter auf die Ebene der Zellalterung (Epel et al. 2004). Welchen Anteil künstliche elektromagnetische Felder daran haben, ist dagegen offen (Rubin et al. 2009, Bosch-Capblanch et al. 2024). Für Zeit in der Natur ist die Lage besser: Übersichtsarbeiten und Feldversuche finden niedrigere Cortisolwerte und günstigere Gesundheitswerte (Antonelli et al. 2019, Twohig-Bennett et al. 2018, Park et al. 2009). Der Bodenkontakt selbst gehört zu dem, was dort nicht gemessen wurde.
Erdung als spirituelles Bild
Für jene auf einem bewussten spirituellen Weg ist die Verbindung zur Energie der Erde fundamental. Sie gilt dort als Fundament, als das Wurzelchakra, als Quelle von Erdung und Stabilität. Was jetzt folgt, stammt aus dieser Sprache und ist Deutung, kein Messbefund. In ihr wirkt spirituelles Wachstum ohne Erdung wie ein Haus ohne Fundament: wacklig, instabil und anfällig dafür, unter Druck zusammenzubrechen.
- Schwierigkeiten beim Manifestieren: In dieser Lesart ist die Erde das Reich der Manifestation. Ohne eine geerdete Verbindung, heißt es, falle es schwer, eigene Visionen in die physische Welt zu bringen. Prüfen lässt sich das nicht. Wer es als Bild nimmt, kann trotzdem etwas damit anfangen.
- Sich unverankert fühlen: Ein Mangel an Verbindung kann zu Gefühlen führen, unverankert, zerstreut oder ständig auf der Suche nach etwas Äußerem zu sein, das Stabilität bietet. Hier ist die Erfahrung greifbar, auch ohne dass jemand ein Feld misst.
- Reduzierte kollektive Kohärenz: Die Vorstellung geht noch weiter: Wenn einzelnes Bewusstsein zerstreuter sei, dann auch das kollektive, und eine Welt zerstreuter Menschen finde schwer gemeinsamen Grund. Ein Messverfahren für kollektive Kohärenz gibt es nicht, die Idee bleibt Deutung.
Unsere Verbindung zurückgewinnen: Praktische Schritte in einer urbanen Welt
Es kann nicht jeder in eine abgelegene Waldhütte ziehen. Es gibt aber praktische Wege, die Härten des Stadtlebens abzufedern und den Kontakt zu Boden, Licht und Stille wiederherzustellen.
1. Erdung priorisieren
Das ist der direkteste Weg zurück zum Kontakt.
- Barfuß in der Natur: Suche dir Parks, Gärten oder sogar ein Stück Wiese in deinem Hinterhof. Ziehe deine Schuhe und Socken aus und gehe mindestens 15 bis 30 Minuten täglich barfuß. Spüre die kühle Erde, die Textur des Grases, die Wärme der Sonne.
- Aktivitäten im Freien: Verbringe mehr Zeit draußen in natürlichen Umgebungen. Wandere, arbeite im Garten, sitze unter einem Baum oder beobachte einfach den Himmel.
- Erdungshilfen: Wenn direktes Barfußgehen nicht immer möglich ist, gibt es Erdungsmatten, -laken und -armbänder, die dich über die Schutzerde einer Steckdose mit dem Erdpotenzial verbinden. Der Potenzialausgleich funktioniert dabei tatsächlich. Ob daraus ein gesundheitlicher Nutzen folgt, ist offen: Es liegen kleine Pilotstudien zum Schlaf vor (Ghaly et al. 2004, Lin et al. 2022), für eine belastbare Aussage reichen sie nicht. Den Aufenthalt draußen ersetzen sie ohnehin nicht.
2. Einen ruhigen Raum schaffen und Felder reduzieren
In deiner urbanen Wohnung kannst du kleine Inseln der Ruhe einrichten. Was davon auf Felder wirkt und was auf dich, steht jeweils dabei.
- Weniger Felder:
- Ausschalten, wenn nicht in Gebrauch: Deaktiviere WLAN-Router und andere Geräte beim Schlafen oder wenn du sie nicht brauchst.
- Kabelgebundenes Internet: Verwende Ethernet-Kabel statt WLAN, wo es möglich ist.
- Abstand: Halte Handys und andere Geräte von deinem Körper fern, besonders beim Schlafen.
- Intelligente Stromzähler: Wenn du Bedenken hast, informiere dich über Abschirmungen. Belastbare Aussagen zu einem gesundheitlichen Effekt gibt es dafür nicht, der Stand der Provokations- und Symptomstudien ist begrenzt (Rubin et al. 2009, Bosch-Capblanch et al. 2024). Der ruhigere Kopf ist der eigentliche Gewinn.
- Natürliche Materialien: Binde natürliche Elemente in dein Zuhause ein: Pflanzen, Holzmöbel, Baumwoll- oder Leinenstoffe, Naturstein. Diese Materialien holen Textur, Geruch und Wärme zurück, und der Raum fühlt sich sofort anders an.
- Pflanzen: Grün im Raum bringt Leben in die Wohnung, und viele Menschen erleben das als angenehm. Als Luftfilter für einen ganzen Raum solltest du dir Zimmerpflanzen dagegen nicht vorstellen, einen belastbaren Nachweis dafür gibt es nicht.
- Zimmerbrunnen: Ein kleiner Brunnen erzeugt beruhigende Geräusche. Für die oft genannten wohltuenden Negativionen fand eine Übersicht mit Metaanalyse bei Stimmung, Entspannung, Schlaf und Wohlbefinden keine durchgängigen Effekte (Perez et al. 2013). Der Klang des Wassers bleibt trotzdem, was er ist.
3. Achtsamkeit gegenüber der Natur (auch in kleinen Dosen)
Du brauchst keinen Nationalpark, auch ein kleiner Aufwand macht einen Unterschied.
- Fensterbetrachtung: Nimm dir Zeit, einfach aus dem Fenster auf einen Baum, den Himmel oder sogar eine Wolke zu schauen. Beobachte ihre Muster, ihre Bewegung.
- Grüne Stadtflächen: Erkunde lokale Parks, botanische Gärten oder Gemeinschaftsgärten. Verbringe Zeit damit, Pflanzen und Tiere achtsam zu beobachten.
- Sonnenlicht: Hol dir täglich direktes Tageslicht in die Augen und auf die Haut (sicher und in Maßen). Dass Licht die innere Uhr stellt, ist gut untersucht (Duffy et al. 2009).
- Verbindung mit Wasser: Besuche einen Fluss, See oder sogar einen Brunnen. Bewegtes Wasser zieht die Aufmerksamkeit an wie kaum etwas sonst, und viele Menschen empfinden das als beruhigend.
4. Klang und Stille
Auf Klang reagieren wir unmittelbar, das kennt jeder aus dem eigenen Körper.
- Naturgeräusche hören: Hol dir Naturgeräusche (Meeresrauschen, Vogelgesang, Regen) in deine Klangkulisse, besonders für Meditation oder Entspannung.
- Solfeggio-Frequenzen und Schumann-Resonanz-Klänge: Erkunde alte Solfeggio-Frequenzen oder Tongeneratoren, die auf die Schumann-Resonanz Bezug nehmen. Hörbar ist 7,83 Hz selbst nicht, das Ohr beginnt erst bei rund 20 Hz (Leventhall 2007), du hörst also immer einen Trägerton. Ob solche Klänge die Hirnwellen mitziehen, ist ungeklärt, die vorliegenden Studien zu binauralen Beats widersprechen sich (Ingendoh et al. 2023). Als Rahmen für eine ruhige halbe Stunde funktionieren sie trotzdem.
- Singen und Tönen: Nutze deine eigene Stimme für lange, getragene Töne. Das vertieft den Atem, und für langsames Atmen sind die Wirkungen auf Herzrate und Anspannung gut untersucht (Zaccaro et al. 2018, Laborde et al. 2022). Dass das Singen von „Om“ oder anderen heiligen Silben ein energetisches Feld ausbalanciert, ist die Deutung der Traditionen, aus denen die Übung stammt.
5. Bewusstes Atmen, Meditation und Visualisierung
Diese Praktiken wirken nach innen. Der beruhigende Teil ist gut untersucht, die Bilder von Erdenergie bleiben Bilder, und als Bilder tun sie ihren Dienst.
- Tiefes Atmen: Bewusstes, langsames Atmen wirkt messbar auf Herzrate und Herzratenvariabilität und hilft, das Nervensystem herunterzufahren (Zaccaro et al. 2018, Laborde et al. 2022). Stell dir dabei vor, die Energie der Erde einzuatmen und Stress oder Spannung auszuatmen.
- Erd-Meditation: Sitze ruhig und visualisiere Wurzeln, die vom unteren Ende deiner Wirbelsäule hinab in den Erdkern wachsen. Stell dir die nährende Energie der Erde vor, die in deinen Körper hineinströmt und dich klärt.
- Waldbaden (Shinrin-Yoku): Auch wenn es nur ein Stadtpark ist, versenke dich achtsam in die Atmosphäre der Natur. Achte auf Sicht, Geräusche, Gerüche und Empfindungen. Für diese Praxis gibt es eine Metaanalyse zum Cortisolspiegel und japanische Feldversuche (Antonelli et al. 2019, Park et al. 2009).
Die Zukunft des urbanen Lebens: Fortschritt mit Präsenz vereinbaren
Städte sind Zeugnisse unseres kollektiven Erfindungsgeistes, und sie sind damit weder gut noch schlecht. Die Herausforderung liegt darin, wie wir unsere technologischen Fortschritte mit unserem Bedürfnis nach Naturkontakt vereinbaren. Zukünftige Stadtplanung muss über reine Ästhetik hinausgehen und das Wohlbefinden ihrer Bewohner berücksichtigen. Stell dir Städte vor mit ausgedehnteren grünen Infrastrukturen, besserer Zugänglichkeit zu natürlichem Licht und Luft, und bewusster Eindämmung künstlicher elektromagnetischer Felder.
Als Individuen haben wir die Kraft, diese Verbindung bewusst zu suchen und zu pflegen, unabhängig von unserer Postleitzahl. Es ist ein Akt der Selbstliebe und ein wesentlicher Schritt zu mehr Ruhe im eigenen Alltag. Indem wir bewusst Stille, Naturkontakt und Bodenhaftung suchen, tun wir uns selbst etwas Gutes, und die Menschen um uns herum merken es. Dass daraus ein kohärenteres kollektives Bewusstsein wird und die Schwingung des Planeten steigt, ist eine Vorstellung aus der spirituellen Tradition. Messen lässt sie sich nicht.
Das Flüstern der Erde ist immer da, unter dem Stadtgetümmel, und wartet darauf, dass wir zuhören. Es ist eine Einladung, uns an unsere eigene Natur zu erinnern, den Boden wieder unter die Füße zu holen und erneut zur Symphonie des Lebens zu tanzen. Lass uns den städtischen Schleier ablegen und den Herzschlag unseres planetaren Zuhauses spüren, eine Erinnerung daran, dass unsere Wurzeln immer in der Erde liegen, egal wie hoch wir unsere Türme bauen.
Quellen
Belegt ist in diesem Text der physikalische Teil: die Zahl der Blitze, der Bau des Hohlraums zwischen Erdboden und Ionosphäre, die Lage der Moden und der Umstand, dass technische Felder das schwache Signal in der Messung überdecken. Belegt ist außerdem, dass Zeit im Grünen, langsames Atmen und Tageslicht messbar auf den Körper wirken, unabhängig von jeder Erdfrequenz. Alles, was hier über Erdenergie, Wurzelchakra, kollektive Kohärenz und die Schwingung des Planeten steht, ist Deutung aus spiritueller Sprache und im Text als solche gekennzeichnet.
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