Kamtschatka hat heute Nacht gerumpelt, M5.8, weit draußen im Pazifik, 140 Kilometer vor der Küste von Petropavlovsk. Nicht bedrohlich, aber spürbar im planetaren Nervensystem. Die Erde gibt sich hier einen Ruck aus Tektonik, Spannung, die sich langsam, methodisch entlädt.
Was passt dazu? Hendrik von SunEvo News beschreibt gestern Abend genau das Gegenteil für die Atmosphäre über Mitteleuropa: ein "völlig anomaler Abschwung" tagsüber, dann zum Abend wieder extreme Aufladung im VLF- und ELF-Feld, gespeist aus den konvektiven Gewitterzellen, die gerade über Europa toben. Diese Spannungsumkehr zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre ist kein Zufall der Jahreszeit. Sie zeigt, wie die Erde gleichzeitig entlädt und auflädt, in verschiedenen Registern, auf verschiedenen Bühnen.
Die geomagnetischen Daten stützen das Bild einer inneren Zweiheit: KP bei 2.7, Bz leicht negativ, Solarwind flüssig aber ohne Druck. Die Grundamplitude des Erdfeldes liegt in ruhigem Territorium. Das ist kein lahmer Tag, das ist ein Tag, der dich in zwei Richtungen zieht. Konzentration und Zerstreutheit wechseln vielleicht rascher als sonst, Reizoffenheit sitzt etwas näher an der Oberfläche.
Mein Vorschlag für diesen Samstag: Eine Stunde ohne Bildschirm und ohne Agenda, einfach als Experiment. Einfach mal sehen, was auftaucht, wenn du aufhörst, etwas herzustellen.